Autor: Sebastian Wilckens
Fach: Wirtschaft - Volkswirtschaftslehre
Details
Institution/Hochschule: Christian-Albrechts-Universität Kiel (Lehrstuhl für Mikroökonomie)
Jahr: 2003
Seiten: 43
Note: 2,0
Sprache: Deutsch
Dateigröße: 242 KB
ISBN (E-Book): 978-3-638-22337-9
ISBN (Buch): 978-3-638-69994-5
Diese Arbeit greift die Thematik des Patentschutzes im Bereich der Medikamente gegen lebensbedrohliche Krankheiten im Rahmen des WTO TRIPS Agreement auf. Unter volkswirtschaftlichen Gesichtspunkten werden sowohl die Anreize der Pharmaindustrie, als auch die Anreize der Entwicklungsländer pro und contra der Gewährung von Patentschutz für Medikamente gegen AIDS/HIV, Tuberkulose und Malaria analysiert.
Zusammenfassung / Abstract
Diese Arbeit greift die Thematik des Patentschutzes im Bereich der Medikamente gegen lebensbedrohliche Krankheiten im Rahmen des WTO TRIPS Agreement auf. Unter volkswirtschaftlichen Gesichtspunkten werden sowohl die Anreize der Pharmaindustrie, als auch die Anreize der Entwicklungsländer pro und contra der Gewährung von Patentschutz für Medikamente gegen AIDS/HIV, Tuberkulose und Malaria analysiert.
Textauszug (computergeneriert)
Wirtschafts- und Sozialwissenschaftliche Fakultät
der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel
Institut für Volkswirtschaftslehre
Diplomarbeit in Theoretischer Volkswirtschaftslehre
Spezialisierungsgebiet: Reale Außenwirtschaft
Thema:
Der internationale Schutz geistigen Eigentums
Sebastian Wilckens
Abgabetermin: 29.04.2003
Gliederung
Abbildungsverzeichnis ... III
Tabellenverzeichnis ... III
Abkürzungsverzeichnis ... IV
Symbolverzeichnis ... V
1 Einleitung ... 1
2 Hintergrund ... 3
2.1 Verbreitung von HIV/AIDS, Tuberkulose und Malaria ... 3
2.2 Der Patentschutz vor Implementierung von TRIPS ... 5
2.3 Das TRIPS Agreement ... 6
3 Theoretische Analyse der Auswirkungen ... 7
3.1 Statische Kosten ... 7
3.2 Dynamische Gewinne ... 12
4 Übertragung der Modellergebnisse auf die Realität ... 21
5 Implikationen und Handlungsempfehlungen für den Süden ... 24
6 Anhang
6.1 Mathematischer Anhang
6.2 Abbildungen
6.3 Tabellen
7 Literaturverzeichnis
1 Einleitung
„At a time when millions of people are already unable to afford essential medicines, and when public health is threatened by a combination of new diseases and drug-resistant variants of old killers, WTO rules will further reduce access to modern medicines for people living in poverty.”1
HIV/AIDS, Tuberkulose, Malaria und verschiedene andere Infektionskrankheiten fordern jährlich mehrere Millionen Opfer, insbesondere in den Entwicklungsländern. Während bei einigen Krankheiten hohe Medikamentenpreise für die hohe Zahl an Opfern verantwortlich sind, so existieren gegen andere tropische Infektionskrankheiten gar keine Medikamente oder lediglich durch Resistenzen wirkungslos gewordene.
Mit Blick auf das große Leid ihrer Bevölkerung haben zahlreiche Regierungen,2 der von Epidemien heimgesuchten Entwicklungsländer, den Pharma-Sektor vom Patentschutz ausgenommen. Die vorhanden Medikamente wurden durch den so ermöglichten Markteintritt generischer Konkurrenten für eine größere Zahl von Infizierten bezahlbar.
Doch in den nächsten Jahren werden nach und nach die letzten Ausnahmeregelungen des Agreement on Trade Related Aspects of Intellectual Property Rights (TRIPS) für die Entwicklungsländer ablaufen, so dass diese zunehmend auch im Pharma-Sektor einen vollständigen, 20 jährigen Patentschutz bieten müssen. Der dadurch zu erwartende Anstieg der Medikamentenpreise in den Entwicklungsländern ruft zahlreiche Kritiker auf den Plan, welche der World Trade Organization (WTO) vorwerfen, eine Verschlechterung der gesundheitlichen Situation in den Entwicklungsländern in Kauf zu nehmen und sich dem Lobbyismus der, vorwiegend aus den reichen Staaten stammenden, Pharma-Branche zu beugen.
Der Präsident der Pharmaceutical Research and Manufacturers of America PhRMA (2002a), Alan F. Holmer entgegnet den Vorwürfen:
„One of the negative things you hear about the drug industry is that we fight hard to protect intellectual property. Our critics say this is just about money. They don’t understand that money is the means to an end. The end is to create new medicines that give value, quality of life, and life itself to patients and their families.“
Ausgehend von diesem Disput wird in der vorliegenden Arbeit untersucht, wie die Auswirkungen des TRIPS Agreement auf den speziellen Sektor der Medikamente gegen vorwiegend in Entwicklungsländern auftretende Krankheiten zu beurteilen sind. Dabei wird ausschließlich die Wohlfahrt der Entwicklungsländer betrachtet. Es soll objektiv überprüft werden, ob die Implementierung von TRIPS tatsächlich nur mit Nachteilen für die Entwicklungsländer verbunden ist, oder ob diese nicht auch ein individuell rationales Interesse an einem stärkeren Patentschutz in diesem speziellen Sektor haben können. Das Ziel ist somit die These, Entwicklungsländer hätten speziell im Pharma-Sektor kein individuell rationales Interesse an einer Implementierung von TRIPS, kritisch zu hinterfragen.
Dazu wird einleitend der empirische Hintergrund der Diskussion knapp dargestellt. Hier werden die, für die weitere Untersuchung relevanten Informationen zu Patentschutz, Ausmaß und Verbreitung der Krankheiten, sowie den Aussagen des TRIPS präsentiert. Danach beginnt die theoretische Analyse zunächst mit einer Darstellung der zu erwartenden statischen Kosten. Im weiteren Verlauf der theoretischen Analyse werden mithilfe des Modells von Grossman, Lai (2002) die dynamischen Effekte zunächst für eine geschlossene Volkswirtschaft skizziert, um anschließend den Zwei-Länder-Fall zu betrachten. Danach wird auf der Grundlage des Modells eine kurze Simulation für den betrachteten Pharma-Sektor durchgeführt. Die erhaltenen Resultate werden zunächst kritisch anhand der Empirie überprüft, um anschließend die Plausibilität zu diskutieren. Abschließend werden anstelle eines Schlusswortes Implikationen und Handlungsempfehlungen für die Entwicklungsländer aufgezeigt.
2 Hintergrund
2.1 Verbreitung von HIV/AIDS, Tuberkulose und Malaria3
In diesem Abschnitt soll festgelegt werden, welche Krankheiten und Regionen Gegenstand der weiteren Untersuchungen dieser Arbeit sind. Dazu wird aufgezeigt, welche Krankheiten ein zentrales Problem für die Entwicklungsländer darstellen und wie diese verteilt sind.
[...]
1 Oxfam (2001), S. 6.
2 Vgl. Kobori (2002).
3 Die Zahlen in diesem Abschnitt sind den folgenden Quellen entnommen: MSF (2003), UNAIDS (2002), WHO (2002), WHO (2000).
Kommentare
Dieser Text kann über folgende URL aufgerufen und zitiert werden: