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Die Bürokratie der Fernsehserie - Kohärenzprozesse bei Langzeitserien

Termpaper, 2003, 20 Pages
Author: Alexander Linden
Subject: Communications: Movies and Television

Details

Category: Termpaper
Year: 2003
Pages: 20
Grade: 2,0
Language: German
Archive No.: V18025
ISBN (E-book): 978-3-638-22450-5
ISBN (Book): 978-3-638-78824-3
File size: 219 KB

Abstract

Es ist schon nach Mitternacht. J. R. Ewing befindet sich noch immer in seinem Büro im obersten Stockwerk des Mineralölkonzerns „Ewing Oil“ in Dallas, Texas. Mit dem Rücken zur Tür sitzt er in seinem Chefsessel und studiert Akten. Langsam öffnet sich die Tür und jemand betritt den Raum. Heimlich und leise. Ein Revolver blitzt auf und feuert drei Schüsse auf den Sessel ab. Die Kugeln durchschlagen die Rückenlehne und J. R. bricht blutend zusammen. Wer hat versucht, den mächtigen Intriganten zu erschießen? „300 Millionen Zuschauer in 64 Ländern starrten wie hypnotisiert auf die Fernsehgeräte, um des Rätsels Lösung zu erfahren. In der Türkei schloß sogar das Parlament frühzeitig seine Pforten. Larry Hagman (der J. R.-Darsteller) bekam von Konkurrenzsendern astronomische Summen angeboten, damit er in Talkshows das Geheimnis vorzeitig lüfte. Hinter den Kulissen sah die Sache freilich anders aus: Die Produktionsfirma Lorimar wußte nicht, ob Hagman wieder zurückkehren würde, da er wegen Unstimmigkeiten kurzfristig aus der Serie ausgestiegen war. Am 20. November 1980 war es soweit. 80% der amerikanischen Fernsehzuschauer waren Augenzeugen der unglaublichen Enthüllung: Kristin Shepard (Mary Crosby), Sue Ellens Schwester und J. R.s geschmähte, geschwängerte Geliebte, gesteht die Tat und wird später tot im Swimmingpool der Southfork Ranch aufgefunden.“ Die Klimax am Ende jeder Staffel einer großen Fernsehserie wird allgemein als „Cliffhanger“ bezeichnet. Dieser klassische Cliffhanger am Ende der zweiten Staffel von „Dallas“, einer der größten und bekanntesten Fernsehserien aller Zeiten, gilt bis heute als Paradebeispiel für die Kunst, die Zuschauer so zu fesseln, dass sie auch bei der nächsten Folge bzw. der nächsten Staffel garantiert wieder einschalten. Die vorliegende Arbeit will die Kunst des Cliffhangers etwas näher betrachten und die Schwierigkeiten für die Hersteller einer Serie herausarbeiten, die bei der Serienproduktion entstehen. Dies könnte weithin auch als „Bürokratie“ bezeichnet werden, da ein gewaltiger Aufwand an Verwaltung nötig ist, eine Serie dauerhaft im Interesse der Zuschauer zu positionieren. Als Beispiele sollen hier die amerikanischen Langzeitserien „Dallas“ und „Denver-Clan“ sowie die deutsche Daily Soap „Verbotene Liebe“ dienen.


Excerpt (computer-generated)

Die „Bürokratie“ der Fernsehserie
Kohärenzprozesse bei Langzeitfernsehserien

 

 


vorgelegt von: Alexander Linden

Inhaltsverzeichnis

Einleitendes  4
Herkunft und Definition des Serienbegriffs  5
Die Soap-Opera  6
Sponsoring 7
Produktionsbedingungen von Langzeitserien  8
Inhaltliche Kohärenz 11
Der Cliffhanger 16

Bibliographie  19

 

 



Einleitendes

Es ist schon nach Mitternacht. J. R. Ewing befindet sich noch immer in seinem Büro im obersten Stockwerk des Mineralölkonzerns „Ewing Oil“ in Dallas, Texas. Mit dem Rücken zur Tür sitzt er in seinem Chefsessel und studiert Akten. Langsam öffnet sich die Tür und jemand betritt den Raum. Heimlich und leise. Ein Revolver blitzt auf und feuert drei Schüsse auf den Sessel ab. Die Kugeln durchschlagen die Rückenlehne und J. R. bricht blutend zusammen. Wer hat versucht, den mächtigen Intriganten zu erschießen?

„300 Millionen Zuschauer in 64 Ländern starrten wie hypnotisiert auf die Fernsehgeräte, um des Rätsels Lösung zu erfahren. In der Türkei schloß (sic!) sogar das Parlament frühzeitig seine Pforten. Larry Hagman (der J. R.-Darsteller) bekam von Konkurrenzsendern astronomische Summen angeboten, damit er in Talkshows das Geheimnis vorzeitig lüfte. Hinter den Kulissen sah die Sache freilich anders aus: Die Produktionsfirma Lorimar wußte (sic!) nicht, ob Hagman wieder zurückkehren würde, da er wegen Unstimmigkeiten kurzfristig aus der Serie ausgestiegen war. Am 20. November 1980 war es soweit. 80% der amerikanischen Fernsehzuschauer waren Augenzeugen der unglaublichen Enthüllung: Kristin Shepard (Mary Crosby), Sue Ellens Schwester und J. R.s geschmähte, geschwängerte Geliebte, gesteht die Tat und wird später tot im Swimmingpool der Southfork Ranch aufgefunden.“1 Die Klimax am Ende jeder Staffel einer großen Fernsehserie wird allgemein als „Cliffhanger“ bezeichnet. Dieser klassische Cliffhanger am Ende der zweiten Staffel von „Dallas“, einer der größten und bekanntesten Fernsehserien aller Zeiten, gilt bis heute als Paradebeispiel für die Kunst, die Zuschauer so zu fesseln, dass sie auch bei der nächsten Folge bzw. der nächsten Staffel garantiert wieder einschalten.

Die vorliegende Hausarbeit will die Kunst des Cliffhangers etwas näher betrachten und die Schwierigkeiten für die Hersteller einer Serie herausarbeiten, die bei der Serienproduktion entstehen. Dies könnte weithin auch als „Bürokratie“ bezeichnet werden, da ein gewaltiger Aufwand an Verwaltung nötig ist, eine Serie dauerhaft im Interesse der Zuschauer zu positionieren. Als Beispiele sollen hier die amerikanischen Langzeitserien „Dallas“ und „Denver-Clan“2 sowie die deutsche Daily Soap „Verbotene Liebe“ dienen.

Herkunft und Definition des Serienbegriffs3

[...]


1 Haderer, Christian / Bachschwöll, Wolfgang: Kultserien im Fernsehen, München 1996, S. 102.
2 Im Original „Dynasty“.
3 Gemeint ist hier der Begriff der Fernsehserie.


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