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Seminararbeit, 2003, 16 Seiten
Autor: Toni Weis
Fach: Rhetorik / Phonetik / Sprechwissenschaft
Details
Institution/Hochschule: Eberhard-Karls-Universität Tübingen (Seminar für Allgemeine Rhetorik)
Tags: Vorzimmer, Rhythmuslehre, Quintilians, Proseminar, Fabius, Quintilianus, VI-IX
Jahr: 2003
Seiten: 16
Note: 1,0
Sprache: Deutsch
ISBN (E-Book): 978-3-638-22452-9
Dateigröße: 167 KB
Die Arbeit gibt eine Einführung in die Lateinische Metrik und Rhythmuzlehre und liefert eine Kritik der Leistung Quintilians auf diesem Gebiet. Wichtige Grundlage für Altsprachler und Rhetoriker!
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Zur Rhythmuslehre in Quintilians "institutio oratoria"
Verfasst von Toni Weis
Inhaltsverzeichnis
1. Grundlagen der Lateinischen Metrik S. 3
2. Die Rhythmuslehre in Quintilians "institutio oratoria"
2.1 Abgrenzungen S. 4
2.1.1 Der numerus im Kontext der instiutio oratoria
2.1.2 Der numerus als Bestandteil der compositio
2.1.3 numerus oratorius und poetische Metrik
2.2 Systematik der Rhythmuslehre S. 6
2.3 Qualitäten des Prosarhythmus S. 8
2.3.1 Drei Grundprinzipien
2.3.2 Die Bedeutung des inneren Aptums
2.3.3 Die Bedeutung des äußeren Aptums
2.4 Das Sprachgefühl als entscheidende Instanz S.11
3. Ästhetische Praxis statt stringenter Theorie - eine kritische Einschätzung von Quintilians Rhythmuslehre S.13
4. Bibliographie S.15
1. Grundlagen der lateinischen Metrik
Von einem "geheimnisvollen Nimbus", der die lateinische Metrik umgebe, schreibt Sandro Boldrini im Vorwort zu seinem Standardwerk "Prosodie und Metrik der Römer" 1. Und in der Tat: das komplexe Geflecht von Regeln, Ausnahmen und Willkürlichkeiten ist - zumal für den Laien - kaum zu durchschauen. Ein Grund dafür liegt sicher in der grundsätzlichen Verschiedenheit der lateinischen Metrik von anderen, etwa der deutschen, hinsichtlich zentraler Grundbedingungen. Zum einen mit Blick auf die Akzentuierung: während im Deutschen eine Silbe durch größere Sprechintensität betont wird, hebt sie sich im Lateinischen durch die Tonhöhe und somit durch einen melodischen Akzent von der Umgebung ab. Ein noch wichtigeres Spezifikum der lateinischen (und auch der griechischen) Sprache ist aber die Quantität: jede Silbe kann entweder lang oder kurz sein; dadurch ergibt sich in der rhythmisch nicht gebundenen Sprache eine zufällige Abfolge von Quantitäten unterschiedlicher Dauer. In der Poesie aber ist das als Vers und somit auch als rhythmisch definiert, was einer vorgeschriebenen Abfolge langer und kurzer Silben entspricht - anders als im Deutschen, wo die Anordnung betonter und unbetonter Silben entscheidet. Mag die lateinische Metrik uns durch ihre Verschiedenheit heute unübersichtlich erscheinen - im römischen Sprachgebrauch, zumindest bis zur späten Kaiserzeit, war der Rhythmus fest im Sprachgefühl verwurzelt, denn, so stellt Cicero fest, "die Voraussetzungen dafür sind dem allgemeinen Empfinden eingeprägt, und niemand sollte nach dem Willen der Natur ganz frei davon sein" 2. Es liegt auf der Hand, dass einer für das damalige Sprachgefühl so zentralen Kategorie auch aus oratorischer Perspektive Bedeutung zukommen musste. M.F. Quintilian widmet sich dem Thema in seiner "institutio oratoria"3 besonders ausführlich und ist dabei zu einer zentralen Instanz moderner sprach- und rhetorikwissenschaftlicher Literatur geworden 4. In der folgenden Arbeit wird nun zunächst versucht, die wichtigsten Züge seiner Betrachtung herauszustellen. Auf dieser Grundlage soll dann erörtert werden, worin Quintilians besondere Leistung auf dem Feld der Rhythmuslehre liegt und ob sie seine exponierte Stellung in diesem Bereich rechtfertigt. 2. Die Rhythmuslehre in Quintilians "instiutio oratoria"
2.1 Abgrenzungen
2.1.1 Der numerus im Kontext der "instiutio oratoria"
[...]
1 Boldrini 1999, Vorwort.
2 Cicero: de oratore 3,195. Nach: Knape 2000, S. 130.
3 Die nachfolgenden dt. Übersetzungen folgen der Ausgabe: Quintilian, M.F.: Institutio oratoria. Hrsg. und übers. von H. Rahn. Darmstadt 1988.
4 So etwa bei Fuhrmann 1995, Lausberg 1991, Scaglione 1994 und anderen.
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