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Termpaper, 2002, 11 Pages
Author: Alexander Kahr
Subject: Pedagogy - Pedagogic Sociology
Details
Institution/College: University of Innsbruck (Pädagogik)
Tags: Mythen, Schatten, Gesellschaft, Sozial-, Grundlagen, Erziehung, Bildung
Year: 2002
Pages: 11
Grade: sehr gut
Language: German
ISBN (E-book): 978-3-638-22472-7
File size: 208 KB
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Excerpt (computer-generated)
Mythen im Schatten unserer subjektbezogenen Gesellschaft
von Alexander Kahr
Inhaltsverzeichnis
Einleitung 3
Subjekt als Begriff 3
Subjekt und Mythen 4
Subjekt und Moral 5
Subjekt und Macht 6
Subjekt und Mythen heute 8
Zusammenfassung 9
Literaturverzeichnis 10
Einleitung
In einer Zeit, in der immer wieder über den Verfall von Werten und Normen diskutiert wird, in der der Mensch durch die ihn umgebende Gesellschaft und deren ihren Mitgliedern zugestandenen Freiheit (sofern es eine solche überhaupt gibt) immer wieder dazu angehalten wird, über sich selbst zu reflektieren, um sich letztendlich dem Zeitgeist der individuellen "Selbstverwirklichung" anzupassen und dabei auch mitunter einer stetig um sich greifenden Orientierungslosigkeit erliegt, erfahren die Ansichten der Historischen Anthropologie mit ihren dokumentierenden Beschreibungen über das Wesen des sogenannten "Subjekts", zumindest meiner Meinung nach, immer mehr an Bedeutung. Die Historische Anthropologie liefert dabei jedoch keine Lösungen, versteht sie sich doch als eine beschreibende, aber nicht bewertende und schon gar nicht als verallgemeinernde Wissenschaft. Sie will den Menschen von heute primär beschreiben, vor allem wie sich das aktuelle Menschenbild und sein so stark ausgeprägter Subjektbegriff entwickelt hat. Mit ihren Instrumentarien werde ich nun versuchen, näher auf den Begriff des "Subjekts" in Hinblick auf die Entwicklung der damit Hand in Hand gehenden "Mythen" in Hinblick auf die heutige Gesellschaft einzugehen versuchen.
Subjekt als Begriff
Historische Anthropologie sieht das "Subjekt" zunächst einmal als eine Art Erfindung des Menschen an, eine Art Selbstinterpretation, die sich von Zeit zu Zeit, von Epoche zu Epoche wieder ändern und letztendlich sogar auch wieder verschwinden kann. Sprechen wir also heute von einem "Subjekt", kommt uns (als eben eine solche zeitgebundene Selbstinterpretation) das selbstbewusste, selbständige, nach persönlicher Selbstverwirklichung strebende und trotz aller sozialen Bindungen freie Wesen namens "Mensch" in den Sinn. Dem war aber nicht immer so. Der Begriff des "Subjekts" entstand erst im späten Mittelalter. Zuvor bezog er sich nämlich auf die einer Sache zugrunde liegenden Substanz (griech.: "hypokeimenon"). Erst im Laufe der Zeit, bedingt durch gesellschaftliche Veränderungen (z.B.: der Übergang zum Feudalsystem, die Etablierung des Christentums, die Renaissance, und vor allem die Aufklärung, die den Menschen aus dem Schatten einer allmächtigen und bevormundenden Gott-Vater-Figur treten ließ), entwickelte sich eine wachsende Ichbezogenheit und somit auch der nun auf das menschliche Wesen angewandte selbstbewusste Subjektbegriff. Will man nun den Subjektbegriff, so wie er sich uns heute darbietet, verstehen, muss man dabei auch seine bisherige Entwicklung betrachten.
Subjekt und Mythen
[...]
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