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Essay, 2002, 6 Pages
Author: Silvia Golle
Subject: German Studies - Modern German Literature
Details
Tags: Diskussion, Moral, Goethes, Wahlverwandtschaften
Year: 2002
Pages: 6
Grade: A
Language: German
ISBN (E-book): 978-3-638-23070-4
File size: 125 KB
Ohne Sekundärliteratur.
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Abstract
Ist Goethes Buch „Die Wahlverwandtschaften“ moralisch? Der Moralbegriff den man im Lexikon findet, ist meist folgender: „Moral - der Begriff stammt ab vom lateinischen Terminus "mos", der mit "Sitte, Gewohnheit, Charakter" übersetzt wird, also die in einer konkreten Gemeinschaft eingelebten oder von einer Person internalisierten Verhaltensregeln bezeichnet.“1 Begründet wird der Begriff Moral von der Gesellschaftsordnung und stellt gewisse Handlungsorientierungen oder Verhaltenserwartungen dar. Vorgegeben sind bestimmte Orientierungsmuster an die sich jedes Mitglied der Gesellschaft zu halten hat. Die Moral kann so als etwas ethisches angesehen werden. Ethik soll aus uns zufriedene Menschen machen. Die Ethik wird hier zur Pflichtenethik (Moral), indem der Mensch aus gutem Willen handeln, und seine Pflichten erfüllen muss. Nach Emanuel Kant ist ethisch, „der bedingungslose Imperativ, der zugleich festlegt was im praktischmoralischem Sinne vernünftig ist“(Emanuel Kant). Eine zentrale Rolle spielen dabei die Begriffe „sollen“, „richtig“ oder „gut“, die weitgehend mit „Sitte“ gleichsetzt werden und dem Verantwortungsbewusstsein als gültige Gestalt der Moral dienen. Durch den subjektiven Glauben an die Gültigkeit gewisser Regeln lösen Normverstöße gegen diese Sittlichkeit so innere (Gewissens-) Sanktionen aus. Eine ähnliche, jedoch andere Betrachtung der Moral ist die Überlegung der Lehre, die aus einer gewissen Begebenheit gezogen werden kann. Nicht umsonst lautet die Frage, die die Menschen gewöhnlich nach lehrreichen Geschichten rezitieren, „Und was ist die Moral dieser Geschichte?“ Diese Moral ist eine Art Aufklärung der Menschen, eine Ermahnung, dass Folgen bei Missverhalten gewiss nicht ausbleiben. Auch wird in dieser Art von Moral deutlich gemacht, dass ein möglicher Lapsus nicht nur Konsequenzen für die Person hat, die unmoralisch handelt, sondern auch für einen anderen Menschen, der gerade durch diesen Regelverstoß verletzt wird.
Excerpt (computer-generated)
Diskussion über die Moral in Goethes
"Die Wahlverwandtschaften"
Silvia Golle
Paper Wahlverwandtschaften
Ist Goethes Buch „Die Wahlverwandtschaften“ moralisch?
Der Moralbegriff den man im Lexikon findet, ist meist folgender: „Moral - der Begriff stammt ab vom lateinischen Terminus "mos", der mit "Sitte, Gewohnheit, Charakter" übersetzt wird, also die in einer konkreten Gemeinschaft eingelebten oder von einer Person internalisierten Verhaltensregeln bezeichnet.“1 Begründet wird der Begriff Moral von der Gesellschaftsordnung und stellt gewisse Handlungsorientierungen oder Verhaltenserwartungen dar. Vorgegeben sind bestimmte Orientierungsmuster an die sich jedes Mitglied der Gesellschaft zu halten hat. Die Moral kann so als etwas ethisches angesehen werden. Ethik soll aus uns zufriedene Menschen machen. Die Ethik wird hier zur Pflichtenethik (Moral), indem der Mensch aus gutem Willen handeln, und seine Pflichten erfüllen muss. Nach Emanuel Kant ist ethisch, „der bedingungslose Imperativ, der zugleich festlegt was im praktischmoralischem Sinne vernünftig ist“(Emanuel Kant). Eine zentrale Rolle spielen dabei die Begriffe „sollen“, „richtig“ oder „gut“, die weitgehend mit „Sitte“ gleichsetzt werden und dem Verantwortungsbewusstsein als gültige Gestalt der Moral dienen. Durch den subjektiven Glauben an die Gültigkeit gewisser Regeln lösen Normverstöße gegen diese Sittlichkeit so innere (Gewissens-) Sanktionen aus. Eine ähnliche, jedoch andere Betrachtung der Moral ist die Überlegung der Lehre, die aus einer gewissen Begebenheit gezogen werden kann. Nicht umsonst lautet die Frage, die die Menschen gewöhnlich nach lehrreichen Geschichten rezitieren, „Und was ist die Moral dieser Geschichte?“ Diese Moral ist eine Art Aufklärung der Menschen, eine Ermahnung, dass Folgen bei Missverhalten gewiss nicht ausbleiben. Auch wird in dieser Art von Moral deutlich gemacht, dass ein möglicher Lapsus nicht nur Konsequenzen für die Person hat, die unmoralisch handelt, sondern auch für einen anderen Menschen, der gerade durch diesen Regelverstoß verletzt wird.
[...]
1 Werner, Micha H. (2002): "Moral" Veränderte Fassung erscheint in: Van Tongeren, Paul / Wils, Jean-Pierre (Hg.): Lexikon für philosophische und theologische Ethik (das Lexikon wird in einer niederländischen und einer deutschen Fassung erscheinen; die deutsche Version erscheint in Paderborn bei Schöhning.)
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