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Scholarly Paper (Advanced Seminar), 2003, 32 Pages
Author: Robert Mihelli
Subject: Politics - Political Systems - Germany
Details
Institution/College: RWTH Aachen University (Institut für Politische Wissenschaft)
Tags: Wirtschaftssystem, Einführung, Politische, Wissenschaft
Year: 2003
Pages: 32
Grade: 1,1
Language: German
ISBN (E-book): 978-3-638-23096-4
File size: 161 KB
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Excerpt (computer-generated)
RWTH AACHEN
Hauptseminar Politische Wissenschaft
Einführung in die Politische Wissenschaft
Das Wirtschaftssystem
der Bundesrepublik Deutschland
Die Auswirkungen von
Wiedervereinigung und Globalisierung
WS 2002/2003
R o b e r t M i h e l l i
Inhaltsverzeichnis
I. Einleitung 4
II. Die begriffliche Bestimmung 5
2.1. Das Wirtschaftssystem 5
2.2. Die Deutsche Wiedervereinigung 7
2.3. Die Globalisierung 8
III. Der Einfluss der jeweiligen Faktoren 9
3.1. Die Einflussfaktoren 9
3.2. Die strukturellen Mängel 9
3.3. Der Einfluss der Wiedervereinigung 10
3.4. Der Einfluss der Globalisierung 14
IV. Schlusswort 19
Literatur 22
Anhang 26
Abbildungs- und Tabellenverzeichnis
Abbildung 1: Institutionen der sozialen Marktwirtschaft 6
Abbildung 2: Die Einflussfaktoren 9
Abbildung 3: Löhne und Produktivität im West - Ost Vergleich 11
Abbildung 4: Entwicklung der Direktinvestitionen (jährliche Abflüsse) 15
Abbildung 5: Industrielle Beziehungen: Wer macht was? 27
Tabelle 1: Ausgaben für Forschung und Entwicklung nach Sektoren in Euro 13
Tabelle 2: Patentanmeldungen beim Europäischen Patentamt in Prozent 29
“Soziale Marktwirtschaft ist nicht primär ein Umverteilungskonzept,
sondern in erster Linie ein Konzept für eine dauerhaft
funktionsfähige Marktwirtschaft, die zugleich Teil und
Grundlage des sozialen Ausgleichs ist.”
Hans Tietmeyer über die Bedeutung des Wortes
»sozial« heute, in Handelsblatt, 31. Mai 2002.
I. Einleitung
Im Jahre 1945 wurde im »Potsdamer Abkommen« festgelegt, dass Deutschland zukünftig eine wirtschaftliche Einheit darstellen sollte1. Doch dies konnte nicht realisiert werden, da die notwendige Währungsreform 1948 von den Entscheidungsträgern des Gebietes unter der Verwaltung der Sowjetunion nicht mitgestaltet wurde2. Mit der ersten Bundestagswahl vom 14. August 1949 und dem Wahlerfolg der CDU3 kristallisierte sich schließlich heraus, dass durch den neuen Bundeskanzler, Konrad Adenauer (1876–1967), der eine Planwirtschaft strikt ablehnte, die Basis für eine soziale Marktwirtschaft geschaffen werden sollte4. Es sollte aber kein endgültiges Konzept für Wirtschaftspolitik sein, sondern nur “ein [in, die Verfasser] der Ausgestaltung harrender, progressiver Stilgedanke5”, der wirtschaftliche Freiheit mit sozialer Gerechtigkeit sowie Sozialbindung und Profit verbindet6. Dieses Wirtschaftssystem war in den kommenden Jahren überwiegend von einer positiven ökonomischen Entwicklung begleitet7. Nach dem Zusammenbruch der sozialistischen Ordnungen der Deutschen Demokratischen Republik und Osteuropas in den Jahren 1989 und 1990 kamen die Institutionen der sozialen Marktwirtschaft8 sowie der Standort Deutschland intensiver zum Vorschein9, da man in der Wiedervereinigung und in der stetig voranschreitenden Globalisierung die Hauptbegründungen für die Abschwächung der deutschen Volkswirtschaft gesehen hat10.
Die Volkswirtschaft wird bekanntlich von verschiedenen Modalitäten bestimmt und es ist fraglich, in welchem Umfang ein Wirtschaftssystem zu verändern ist, damit es weiterhin entsprechend funktioniert. Ein »Stilgedanke« kann in seiner Überlegung sicherlich nicht scheitern, aber die praktische Ausarbeitung dieses Gedankens könnte mißlingen. Dazu sollte bewusst sein, dass in einer schnelllebigen Welt neue Impulse verlangen, dass bestimmte Anpassungen in mehreren Bereichen vollzogen werden muss. Hiermit soll erläutert werden in welchem Maße die Ausstattung des Wirtschaftssystems, Globalisierung und Wiedervereinigung das Wirtschaftssystem der Bundesrepublik Deutschland wirklich beeinflussen und es soll Einsicht verschafft werden, ob diese als ein Hauptgrund für die neuerdings stagnierende deutsche Volkswirtschaft11 oder gar für die starke Erosion12 der sozialen Marktwirtschaft gelten kann.
II. Die begriffliche Bestimmung
2.1. Das Wirtschaftssystem
Das Wirtschaftssystem beschreibt allgemein ein soziales Subsystem des Gesellschaftssystems, in dem sich die Produktion und die Bereitstellung von Gütern vollzieht. Es ist
“ [...] the sum of general practices and value orientations which characterise both the internal organization of business units and their relations with their environment. They are regarded as constituted by the social-institutional environment in which they are embedded13.”
Um diesen Terminus zu analysieren gibt es eine Vielzahl von Ansätzen14, jedoch beziehen sich die meisten auf die Darstellung der Institutionen der sozialen Marktwirtschaft15. Diese sind die industriellen Beziehungen, das System der Corporate Governance, das Innovationssystem sowie die Unternehmenskooperation.
[....]
1 Vgl. Chronik des 20. Jahrhunderts, Braunschweig, 1982, S. 666.
2 Die politisch-geschichtlichen Rahmenbedingungen sollen an dieser Stelle nicht weiter vertieft werden, zu näheren Informationen vgl. Henning, Friedrich-Wilhelm: Das industrialisierte Deutschland 1914 bis 1992, Stuttgart, 1997, S. 198 ff.
3 Die Christlich Demokratische Union gewann diese Wahl mit 34,6% bei einer Wahlbeteiligung von 78,5%; vgl. Chronik des 20. Jahrhunderts, a.a.O., S. 726.
4 Vgl. Henning, Friedrich-Wilhelm: a.a.O., S. 185 f.
5 Vgl. Müller-Armack, Alfred: Wirtschaftsordnung und Gesellschaftskonzept. Zur Integrationskraft der sozialen Marktwirtschaft, Frankfurt am Main, 1966, S. 12.
6 Der »Stilgedanke« kommt aus der wirtschaftlichen und politischen Situationsanalyse der Nachkriegszeit und den Reaktionen auf spätere nationale und internationale Herausforderungen für die Wirtschafts- und Gesellschaftspolitik. Für weitere Einsicht vgl. Abelshauser, Werner: Wirtschaftsgeschichte der Bundesrepublik Deutschland (1945 - 1980), Frankfurt am Main, 1997; sowie vgl. Henning, Friedrich-Wilhelm: a.a.O., S. 185-243.
7 Vgl. Henning, Friedrich-Wilhelm: a.a.O., S. 193 ff.
8 Hiermit gemeint sind die nach Lane ausgearbeiteten Unterteilungen des deutschen Wirtschaftssystems, auf die im Kapitel II. dieser Arbeit, sowie im Anhang S. 27-30 ausführlicher eingegangen wird. Vgl. Lane, Christel: Globalization and the German Model of capitalism – erosion or survival?; in: British Journal of Economics and Political Science, No. 2, London, 2000, S. 207-234.
9 Vgl. Müller, Stefan/Kornmeier, Martin: Globalisierung als Herausforderung für den Standort Deutschland; in: Politik und Zeitgeschichte, B 9/2001, Berlin, 2001, S. 6 ff.
10 Vgl. Czada, Roland: Zwischen Stagnation und Umbruch. Die politisch-ökonomische Entwicklung nach 1989; in: Süß, Werner (Hrsg.): Deutschland in den neunziger Jahren. Politik und Gesellschaft zwischen Wiedervereinigung und Globalisierung, Opladen, 2002, S. 203 ff; oder vgl. Cattero, Bruno: Vorwort; in: Cattero, Bruno (Hrsg.): Modell Deutschland - Modell Europa. Probleme, Perspektiven, Opladen, 1998, S. 6.
11 Vgl. Süß, Werner: Politik und Gesellschaft zwischen Wiedervereinigung und Globalisierung. Zur Einführung; in: Süß, Werner (Hrsg.): a.a.O., S. 7 f.
12 Vgl. Cattero, Bruno: Vorwort; in: Cattero, Bruno (Hrsg.): a.a.O., S. 6 ff.
13 Lane, Christel: European Business Systems: Britain an Germany compared; in: Whitley, Richard (Hrsg.): European Business Systems, London, 1992, S. 64.
14 Vgl. Hall, Peter A. (Hrsg.)/Soskice, David W. (Hrsg.): Varieties of Capitalism: The Institutional Foundations of Comparative Advantage, Oxford, 2001; vgl. Hollingsworth, J. Rogers (Hrsg.)/Boyer, Robert (Hrsg.): Contemporary Capitalism: The Embeddedness of Institutions, Cambridge, 1997; vgl. Herrigel, Gary: Industrial Constructions: The Sources of German Industrial Power, Cambridge, 1996.
15 Vgl. Lane, Christel: Globalization and the German Model of capitalism – erosion or survival?; in: British Journal of Economics and Political Science, No. 2, London, 2000, S. 207 ff.
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