Das Theorem des demokratischen Friedens. Zur Plausibilität normativ-kultureller und strukturell-institutionalistischer Erklärungsversuche

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Details

Titel: Das Theorem des demokratischen Friedens. Zur Plausibilität normativ-kultureller und strukturell-institutionalistischer Erklärungsversuche
Autor: Ariane Peters
Fach: Politik - Int. Politik - Allgemeines und Theorien
Veranstaltung: Der Liberalismus in den Internationalen Beziehungen: Theorie, Kritik und Praxis
Institution/Hochschule: Ernst-Moritz-Arndt-Universität Greifswald (Institut für Politikwissenschaft)
Kategorie: Hauptseminararbeit
Jahr: 2003
Seiten: 38
Note: 1,7
Sprache: Deutsch
Dateigröße: 286 KB
Archivnummer: V18910
ISBN (E-Book): 978-3-638-23158-9
ISBN (Buch): 978-3-638-64596-6

Zusammenfassung / Abstract

Die Kontroversen um die Theorie des „Demokratischen Friedens“ bilden ein breites Forschungsfeld in den Internationalen Beziehungen. Seit dem Ende des Kalten Krieges spielt dabei die Idee, dass eine durch den Westen nachdrücklich geförderte Demokratisierung weltweit zu mehr Frieden führen würde, eine zunehmend wichtige Rolle. Dieser Gedanke beruht auf der weit verbreiteten These, dass Demokratien (fast) keine Kriege gegeneinander führen. Im Fokus dieser Arbeit steht die Frage, warum Demokratien eher als andere politische Systeme in der Lage sind Kooperationsprobleme zu überwinden und untereinander stabile Friedensordnungen ausbilden, die dem kantischen Ideal des „Friedensbundes“ (foedus pacificum)1 nahe kommen. Wie kann der demokratische Frieden trotz unfriedlicher Demokratien erklärt werden? Zwei Erklärungsversuche sollen auf ihre Stichhaltigkeit untersucht werden: der normativ-kulturelle Ansatz und der strukturellinstitutionalistische Ansatz. Ich werde zeigen, dass obwohl beide Erklärungsversuche empirisch belegt werden können, der normativ-kulturelle Ansatz in Verbindung mit sozialkonstruktivistischen Elementen das selektive Außenverhalten von Demokratien am besten erklären kann. Die vorliegende Arbeit geht in fünf Schritten vor: Zunächst ist es notwendig den Friedensbegriff näher zu erläutern, um die anschließend dargelegten empirischen Befunde zum Verhältnis von Demokratie und Frieden bewerten zu können. Im zweiten Teil werde ich beide theoretischen Ansätze erläutern, um sie anschließend auf ihr Erklärungspotential hin zu prüfen. Im dritten Teil wird nach der Eindeutigkeit der empirischen Befunde der Wissenschaftler Zeev Maoz und Bruce Russett gefragt. Sie haben beide Ansätze gegeneinander getestet. Im vorletzten Teil dieser Arbeit wird am Beispiel der Angloamerikanischen Beziehungen in der Zeit von 1845 bis 1920 die Wirkung demokratischer Institutionen und gemeinsamer Normen im Detail überprüft. Zum Ende wird es eine Zusammenfassung geben, mit dem Ziel weitere Perspektiven für die zukünftige Forschung aufzuzeigen.

Textauszug (computergeneriert)

Demokratischer Frieden trotz unfriedlicher Demokratien?!
Die Plausibilität normativ-kultureller und strukturell-institutionalistischer
Erklärungsversuche zum Verhältnis von Demokratie und Frieden

 

 


Vorgelegt von: Ariane Peters

Inhalt

1. Einleitung 3

2. Der Friedensbegriff 4

3. Empirische Befunde zum Verhältnis von Demokratie und Frieden 6

4. Erklärungsversuche zum Verhältnis von Demokratie und Frieden 9

4.1. Strukturell-institutionalistische Erklärungsversuche 9

4.1.1. Schwerfälligkeit und Komplexität demokratischer Institutionen 10
4.1.2. Partizipationschancen und Kosten-Nutzen-Kalküle 10
4.1.3. Kritik 11

4.2. Normativ-kulturelle Erklärungsversuche 13

4.2.1. Kritik 15

5. Der empirische Befund: Das Erklärungspotential demokratischer Normen und Institutionen im Vergleich 17

6. Angloamerikanische Beziehungen, 1845-1930: Friedliche Beziehungen aufgrund gemeinsamer Werte oder demokratischer Institutionen? 19

6.1. Konflikte zwischen Großbritannien und den Vereinigten Staaten 20

6.1.1. Die Oregon Krise 20
6.1.2. Schlussfolgerungen für die Theorie des „Demokratischen Friedens“ 20

6.2.1. Die Venezuelanische Grenzfrage 21
6.2.2. Schlussfolgerungen für die Theorie des „Demokratischen Friedens“ 23

6.3. Die friedliche Annäherung 23
6.4. Fazit 25

7. Schlussbemerkung 27

8. Literaturverzeichnis 28

 

 

 

 


1. Einleitung

Die Kontroversen um die Theorie des „Demokratischen Friedens“ bilden ein breites Forschungsfeld in den Internationalen Beziehungen. Seit dem Ende des Kalten Krieges spielt dabei die Idee, dass eine durch den Westen nachdrücklich geförderte Demokratisierung weltweit zu mehr Frieden führen würde, eine zunehmend wichtige Rolle. Dieser Gedanke beruht auf der weit verbreiteten These, dass Demokratien (fast) keine Kriege gegeneinander führen.

Mit meiner Hausarbeit erhebe ich nicht den Anspruch zu beweisen, dass liberale Demokratien per se friedlicher sind als andere politische Systeme. Diese These lässt sich angesichts der zahlreichen empirischen Untersuchungen, die die Verwicklung von Demokratien in Rüstungswettläufen, Krisen und kriegerische Auseinandersetzungen mit autoritären Systemen belegen, auch kaum halten. Im Fokus dieser Hausarbeit steht vielmehr die Frage, warum Demokratien eher als andere politische Systeme in der Lage sind Kooperationsprobleme zu überwinden und untereinander stabile Friedensordnungen ausbilden, die dem kantischen Ideal des „Friedensbundes“ (foedus pacificum)1 nahe kommen. Wie kann der demokratische Frieden trotz unfriedlicher Demokratien erklärt werden? Zwei Erklärungsversuche, unter denen sich wiederum verschiedene Varianten finden, sollen in diesem Zusammenhang auf ihre Stichhaltigkeit untersucht werden: der normativ-kulturelle Ansatz und der strukturellinstitutionalistische Ansatz. Ich werde zeigen, dass obwohl beide Erklärungsversuche empirisch belegt werden können, der normativ-kulturelle Ansatz in Verbindung mit sozialkonstruktivistischen Elementen das selektive Außenverhalten von Demokratien überzeugender erklären kann.

Die vorliegende Arbeit geht in fünf Schritten vor: Zunächst ist es notwendig den Friedensbegriff näher zu erläutern, um die anschließend dargelegten empirischen Befunde zum Verhältnis von Demokratie und Frieden besser bewerten zu können. Im zweiten Teil werde ich beide theoretischen Ansätze mit ihren verschiedenen Varianten erläutern, um sie anschließend auf ihr Erklärungspotential hin zu prüfen. Darüber hinaus soll im dritten Teil nach der Eindeutigkeit der empirischen Befunde der Wissenschaftler Zeev Maoz und Bruce Russett gefragt werden, die beide Ansätze gegeneinander getestet haben. Im vorletzten Teil dieser Arbeit wird am Beispiel der Angloamerikanischen Beziehungen in der Zeit von 1845 bis 1920 die Wirkung demokratischer Institutionen und gemeinsamer Normen im Detail überprüft. Zum Ende dieser Arbeit wird es eine kurze Zusammenfassung geben, mit dem Ziel weitere Perspektiven für die zukünftige Forschung aufzuzeigen.

2. Der Friedensbegriff

[...]


1 Das kantische Ideal eines Friedensbundes meint eine friedliche Allianz zwischen Staaten, die dauerhaft alle Kriege beenden könnte. Anders gesagt, es handelt sich dabei um denjenigen Teil der Welt, der als friedfertig und kriegsfrei bezeichnet werden kann.

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