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Scholarly Paper (Advanced Seminar), 2003, 44 Pages
Author: Melanie Kehr
Subject: Art - Painting
Details
Institution/College: Humboldt-University of Berlin (Institut für deutsche Literatur)
Tags: Darstellung, Orients, Malerei, Jahrhundert, Deutscher, Orient, Nahe, Osten, Literatur
Year: 2003
Pages: 44
Grade: 1,0
Language: German
ISBN (E-book): 978-3-638-23169-5
File size: 3443 KB
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Excerpt (computer-generated)
Die Darstellung des Orients in der europäischen Malerei
vom 15. bis zum 19. Jahrhundert – Ein Überblick
von Melanie Maase
Inhaltsverzeichnis
Vorbemerkung 3
1) Voraussetzungen für die Entwicklung der orientalistischen Malerei 5
2) Orientbilder vom 15. bis zum 17. Jahrhundert 6
3) Orientbilder im 18. Jahrhundert – Das Zeitalter der Turquerien 8
4) Orientbilder im 19. Jahrhundert – Die Hauptzeit des Orientalismus 11
4.1) Napoleons Ägyptenfeldzug und die Entwicklung der Ägyptomanie 12
4.2) Eugéne Delacroix – Der romantische Orient 14
4.3) Beliebte Motive der Orientalisten 16
4.3.1) Biblischer Orient 16
4.3.2) Islam 17
4.3.3) Handel 17
4.3.4) Landschaftsmalerei 18
4.3.5) Despotismus 18
4.3.6) Frauenbilder – Harem, Hamam und Sklavenmarkt 19
5) Das Ende des Orientalismus 24
6) Schlussbetrachtung 26
Literaturverzeichnis 28
Abbildungsverzeichnis 30
Abbildungen 32
Vorbemerkung
Die Darstellung des Orients in der europäischen Malerei ist eng mit der Entwicklung des Orientalismus, der im 19. Jahrhundert entstandenen wissenschaftlichen Disziplin, die sich mit dem Studium der Menschen des Nahen Ostens, ihrer Religion und ihrer Sprache beschäftigt, verknüpft. In der Mitte des 19. Jahrhunderts „setzte sich der Begriff vor allem in den Veröffentlichungen des Kritikers Théophile Gaultier als Kategorie der Malerei durch“1 und wurde schnell in ganz Europa verwendet, um künstlerische Darstellungen der islamischen Welt zu bezeichnen. Es gab keine eigentliche Schule der Orientmalerei, und die Bilder waren weniger stilistisch als inhaltlich miteinander verwandt, wenn auch die Maler ihr Interesse an der Darstellung von Farben und Licht vereinte. John MacKenzie bemerkt zu diesem Aspekt:
„It has been truly said that of all these painters were united thematically rather than stylistically. In no sense do they constitute a `school´...Moreover, the extraordinary long life of `Orientalism´ ensured that it passed through a variety of phases, phases that can be demarcated by subject-matter, style, ideology and national affiliation.“2 Der Exotismus in der Malerei reicht weit bis in die Antike zurück, wohingegen der Orientalismus wesentlich von der politischen und soziologischen Entwicklung Europas im 19. Jahrhunderts bestimmt ist. Die Faszination der fremden Welt, die immer leichter zugänglich wurde, veranlasste viele Künstler zu ausgedehnten Reisen in das Morgenland. Dennoch blieben die Darstellungen nicht frei von Verfälschungen. Das Bild des Orients wurde häufig vereinfacht, verallgemeinert, verformt, und dieser Orient war dann „zu gewissen Epochen türkisch, persisch, indisch oder chinesisch, die Moden wechselten.“3 Edward Said beobachtet:
„The Orient was almost an European invention, and had been since antiquity a place of romance, exotic beings, haunting memories and landscapes, remarkable experiences.“4 Die Fremde wurde nicht in ihrer Eigenart wiedergegeben, sondern wurde zu einem Ort der Phantasie und Projektionen westlicher Betrachter. Dieser kulturelle Aneignungsprozess, der parallel zur militärischen, politischen und wirtschaftlichen Aneignung verlief, erreichte im 19. Jahrhundert seinen Höhepunkt. Diese Arbeit unternimmt den Versuch, einen generellen Überblick über die orientalistische Malerei vom 15. bis zum 19. Jahrhundert zu bieten, kann aber aufgrund des großen Umfangs des Themas nicht auf Details eingehen. Der Begriff „Orient“ wird in Anlehnung an Edward Said5 als Bezeichnung für den Nahen und Mittleren Osten sowie Nordafrika benutzt. In chronologischer Darstellung sollen bestimmte Phasen und Motive der Orientmalerei näher betrachtet und beispielhafte Gemälde beschrieben werden, wobei das 19. Jahrhundert den Schwerpunkt bildet. Zu Beginn werden die politischen und wirtschaftlichen Voraussetzungen für die Entwicklung der Orientmalerei skizziert. Die Darstellung des frühen Orientalismus ab dem 15. Jahrhundert verfolgt das Ziel, die Ursprünge immer wiederkehrender Motive zu beleuchten, da viele Maler sich an den Werken ihrer Vorgänger orientierten. So wurden falsche und vorurteilsbelastete Darstellungen übernommen, die ebenfalls im Rahmen dieser Arbeit aufgedeckt werden sollen. Das 18. Jahrhundert wird im Hinblick auf die Mode der sogenannten „Turquerien“ beleuchtet, während für das 19. Jahrhundert die „Ägyptomanie“ thematisiert wird. Ein Einblick in das Schaffen eines der berühmtesten Orientalisten, Eugéne Delacroix, zeigt den Einfluss des Orients auf die romantische Malerei, während die Betrachtung beliebter Motive mit dem Schwerpunkt auf Frauendarstellungen die Übersicht abschließt. Folgend wird das Ende der orientalistischen Malerei im Zeitalter des Impressionismus beschrieben, während die Schlussbetrachtung sich nochmals eingehender mit der Vermittlung von Vorurteilen über den Orient durch die Malerei beschäftigt.
1) Voraussetzungen für die Entwicklung der orientalistischen Malerei
[...]
1 Hüdepohl, Yvonne-Gabriela: Das Bild des Orients und sein Auftritt in den Künsten. Ein Beitrag zum Exotismus des 19. Jahrhunderts. Berlin 1989, S. 77 (künftig zitiert als: Hüdepohl).
2 MacKenzie, John M.: Orientalism. History, Theory and the Arts. Manchester / New York 1995, S. 44 (künftig zitiert als: MacKenzie).
3 Pape, Maria Elisabeth: Die Turquerie in der bildenden Kunst des 18. Jahrhunderts. Köln 1987, S. 4 (künftig zitiert als: Pape).
4 Said, Edward W.: Orientalism. New York 1979, S. 1(künftig zitiert als: Said).
5 Vgl. hierzu: Grabar, Oleg: Roots and Others, in: Edwards, Holly (Hrsg.): Noble Dreams – Wicked Pleasures. Orientalism in America, 1870 – 1930. Princeton 2000, S. 3-10, hier: S. 3: „[S]ince Edward Said´s memorable Orientalism, published in 1978, the identification of the Orient with the Near and Middle East and its Islamic extension into North Africa has been generally accepted.“
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