Abhängigkeits- und Machtverhältnisse, Realitätsverlust und Allmachtsphantasien in Henrik Ibsens "John Gabriel Borkmann"

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Details

Titel: Abhängigkeits- und Machtverhältnisse, Realitätsverlust und Allmachtsphantasien in Henrik Ibsens "John Gabriel Borkmann"
Autor: Melanie Kehr
Fach: Skandinavistik
Institution/Hochschule: Humboldt-Universität zu Berlin (Nordeuropa-Institut)
Kategorie: Hausarbeit
Jahr: 2003
Seiten: 20
Note: 2,0
Sprache: Deutsch
Dateigröße: 213 KB
Archivnummer: V18925
ISBN (E-Book): 978-3-638-23173-2

Textauszug (computergeneriert)

Abhängigkeits- und Machtverhältnisse,
Realitätsverlust und Allmachtsphantasien
in Henrik Ibsens „John Gabriel Borkman“

 

 


von Melanie Maase

Inhaltsverzeichnis

Vorbemerkung 3

1) Inhaltsübersicht 4

2) Abhängigkeiten und Machtverhältnisse 5

2.1) Gunhild Borkman 6
2.2) Ella Rentheim 7
2.3) Erhart Borkman 9
2.4) John Gabriel Borkman – Allmachtsphantasien und Realitätsverlust 10

3) Ausblick: Warmer Süden und kalter Norden – Die junge Generation bricht auf 15

4) Schlussbetrachtung 16

Literaturverzeichnis 17

 


 

 

Vorbemerkung

Henrik Ibsens Drama „John Gabriel Borkman“ aus dem Jahr 1896 ist eine Geschichte über Illusionen, Macht und Abhängigkeiten. In der Sekundärliteratur findet sich nicht allzu viele Untersuchungen zu diesem Stück, und Daniel Haakonsen bemerkt hierzu: „John Gabriel Borkman is probably one of the least recognized masterpieces in Norwegian literature.”1 Besonders die Gestaltung der Titelfigur macht die Beschäftigung mit diesem Werk aber überaus interessant. Ibsens zeigt die Geschichte eines gefallenen, aber außergewöhnlichen Menschen, einen Charaktertypus, der den Autor seit dem Beginn seiner Karriere immer wieder beschäftigte.2 Ebenso leiden die übrigen Figuren des Dramas unter Borkmans Vergangenheit und deren Folgen.

Diese Arbeit unternimmt den Versuch, die Hauptfiguren Gunhild Borkman, Ella Rentheim, Erhart Borkman und John Gabriel Borkman zu charakterisieren und ihr Beziehungsgeflecht zueinander näher zu beleuchten. Hierbei soll besonders der Aspekt der Abhängigkeiten und Machtverhältnisse, der die Figuren in ihren Handlungen sowohl limitiert und auch als zerstörerischer Faktor wirkt, Gegenstand der Untersuchung sein. Das Drama kann gleichfalls als ein Beitrag zu beginnender Industrialisierung und Kapitalismus gelten. Der hektische Boom der Industrie in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts und die vorherrschende Gründerzeitatmosphäre spiegeln sich wieder, allerdings sollen diese Punkte nicht im Rahmen dieser Arbeit diskutiert werden. Eine kurze Inhaltsübersicht soll zunächst einen Überblick über das Drama verschaffen. Des weiteren werden die Figuren Gunhild Borkman, Ella Rentheim und Erhart Borkman beschrieben und ihr Verhältnis zueinander, aber auch zu John Gabriel Borkman dargestellt. Die übrigen Personen Vilhelm und Frida Foldal sowie Fanny Wilton sollen nur marginal und in ihrem Bezug zu den Hauptcharakteren erwähnt werden. Die folgende Beschäftigung mit der Titelfigur konzentriert sich ebenso auf diese Gesichtspunkte, allerdings tritt hier der Schwerpunkt der Allmachtsphantasie und des Realitätsverlustes, unter dem John Gabriel Borkman – allerdings nicht als einzige Figur - leidet, hinzu. Es soll der Versuch unternommen werden, zu bewerten, ob seine Illusionen und Handlungen Folge seiner Selbsteinschätzung als Ausnahmemensch , oder eher auf unkontrollierbare Zwänge zurückzuführen sind, die eine pathologische Form aufweisen. Der Ausblick bietet eine Beurteilung des neu gewählten Lebensweges der „jungen“ Generation um Erhart Borkman, während die Schlussbetrachtung sich mit Stagnation und der Unbeweglichkeit der zerstörten Identitäten der Älteren beschäftigt.

1) Inhaltsübersicht

[...]


1 Haakonsen, Daniel: John Gabriel Borkman, in: Hemmer, Bjørn / Ystad, Vigdis (Hrsg.): Contemporary Approaches to Ibsen Vol. VIII. Oslo 1994, S. 207-242, hier: S. 242.
2 Vgl. hierzu Arestad, Sverre: Ibsen´s Portrayal of the Artist, in: Edda Vol. 60 (1960), S. 86-100, hier: S.86: „[F]rom the beginning of his career Ibsen had been interested in the unusual personality.”

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