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Thesis (M.A.), 2002, 64 Pages
Author: Dr. Frank Lorenz
Subject: English Language and Literature Studies - Linguistics
Details
Tags: Glottalisierung, Elision, Englisch, Studie
Year: 2002
Pages: 64
Grade: 1,7
Bibliography: ~ 60 Entries
Language: German
ISBN (E-book): 978-3-638-23323-1
ISBN (Book): 978-3-638-70033-7
File size: 853 KB
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Abstract
London ist Trendsetter in vielen Bereichen, wie Musik, Kunst und Kultur generell. Wie auch schon vormals, setzt der Großraum London nun einen neuen Standard in der Aussprache. Die Rede ist von Estuary English, dem englischen Akzent der Gegend Südenglands, der sich rapide ausbreitet. Das akustisch wohl prominenteste Merkmal dieses Akzentes ist das sogenannte T-Glottaling, die lautliche Substitution von [t] durch einen Glottisschlag. So verbreitet wie dieses Merkmal inzwischen auch ist, so umstritten ist es auch und ruft Puristen auf den Plan, die den Verfall der englischen Sprache beklagen. Glottaling ist durchaus nicht neu und in bestimmten Lautkontexten sogar in der Standardaussprache vorzufinden, aber mit der Verbreitung von Estuary English hat es nun sogar Einzug bei den Medien gehalten. Gerade beim Hören von kommerziellen, jugendorientierten Sendern kann man den Eindruck bekommen, [?] sei die eigentlich korrekte Artikulation von /t/. Diese Arbeit soll dieses Phänomen genauer beleuchten. Eingangs sollen die verschiedenen Akzente, die in der Debatte um einen Standard der englischen Aussprache eine Rolle spielen, aufgezeigt werden. Damit verknüpft sich schließlich die Frage nach Standardisierung und Sprachwandelprozessen in der Gesellschaft. Zu Estuary English wurden gerade in den letzten Jahren verschiedene Arbeiten geschrieben und Untersuchungen durchgeführt: Sei es an verschiedenen Schulen, in denen die Aussprache von Schülern aufgenommen wurde, oder die Analyse von Nachrichtensendungen. All diese Arbeiten liefern rein statistische Auswertungen und nehmen Glottalisierungen ohne genauere Beschreibung des Phänomens hin. Diese Arbeit versucht T-Glottaling genauer zu beschreiben, insbesondere auch durch phonetische Analyse. Wird sonst Glottaling als Substitution von [t] durch [?] beschrieben und als Annahme vorrausgesetzt, soll diese Arbeit zeigen, ob dies tatsächlich ist, was artikulatorisch geleistet wird. Im empirischen Teil wurde ein Corpus von Radio-Interviews aufgenommen, welches auf das Merkmal der Glottalisierung von [t] untersucht werden soll. Es sollen konkrete Beispiele für Glottalisierungen aufgezeigt werden. Ziel ist aber auch eine soziolinguistisch orientierte Untersuchung, die den Grad der Verbreitung des Phänomens bei unterschiedlichen Sendern der BBC darstellt. Da die Sprache des Rundfunk allgemein als korrekt empfunden wird, ließe dies Rückschlüsse über die Verbreitung und Akzeptanz des Merkmals in der Gesellschaft zu.
Excerpt (computer-generated)
Friedrich-Schiller-Universität Jena
Philosophische Fakultät
Institut für Anglistik/Amerikanistik
Glottalisierung und Elision von [t] im modernen Englisch
eine soziophonetische Studie
Magisterarbeit zur Erlangung des akademischen Grades
MAGISTER ARTIUM (M.A.)
vorgelegt von
Frank Lorenz
Jena, den 10. Januar 2002
Inhalt
1. Einleitung ... 2
2. Varianten des gesprochenen Englisch ... 4
2.0 Vorbetrachtung - Standard English ... 6
2.1 RP - Received Pronunciation ... 8
2.2 Cockney ... 11
2.3 Estuary English ... 14
3. Sprache in der Gesellschaft ... 19
4. Englisch im Rundfunk ... 22
5. Die Frage nach einem neuen Standard ... 24
6. Glottalisierung als Form der Assimilation ... 26
6.1 Allgemeine Assimilationserscheinungen ... 26
6.2 Die phonetische Erscheinung der Glottalisierung ... 28
6.2.1 Clipping ... 32
6.2.2 Zentralisierung ... 32
7. Estuary English in den Nachrichten ... 36
8. Empirische Corpusanalyse ... 38
8.1 Zusammenstellung des Corpus ... 38
8.2 Erwartete Ergebnisse ... 40
8.3 Gesamtgestalt des Corpus ... 40
8.4 Formen der Glottalisierung im Corpus ... 41
8.5 Verteilung nach Wörtern ... 44
8.6 Die unterschiedlichen Sender ... 47
8.7 Sprecherspezifische Betrachtung ... 48
8.8 Der Stellenwert von glottalisiertem /t/ ... 50
9. Schlußbetrachtung ... 52
10. Anhang ... 54
11. Bibliographie ... 61
1. Einleitung
"John Major is slightly too old to do it. Despite his age, Lord Tebbit still does it, but he says radio and television presenters do it much more than he ever did. Ken Livingstone M.P. and Tony Banks M.P. are proud they both do it. It′s so common nowadays that even Dr. Carey, the Archbishop of Canterbury, does it, both in public as well as in private. Mrs. Thatcher certainly has never done it and nor has the Queen, though one of her son′s wives flirts with it. As Princess Diana was once heard saying: ′There′s a lo(?) of i(?) abou(?)′."
(ROSEWARNE 1994A: 3)
London, die Hauptstadt des Vereinigten Königreich von Großbritannien und Nordirland, ist Trendsetter in vielen Bereichen, wie Musik, Kunst und Kultur generell. Wie auch schon vormals, setzt der Großraum London nun einen neuen Standard in der Aussprache. Die Rede ist von Estuary English, dem englischen Akzent der Gegend Südenglands, der sich rapide ausbreitet und nur dort halt macht, wo er an stabile Dialektgrenzen oder das Ende der Landmasse stößt. (vgl. COOGLE 1993A: 26)
Das akustisch wohl prominenteste Merkmal dieses Akzentes ist, was ROSEWARNE im obigen Zitat so treffend beschrieben hat: das sogenannte T-Glottaling, die lautliche Substitution von [t] durch einen Glottisschlag. So verbreitet wie dieses Merkmal inzwischen auch ist, so umstritten ist es auch und ruft Puristen auf den Plan, die den Verfall der englischen Sprache beklagen.
Glottaling ist durchaus nicht neu und in bestimmten Lautkontexten sogar in der Standardaussprache vorzufinden, aber mit der Verbreitung von Estuary English hat es nun sogar Einzug bei den Medien gehalten. Gerade beim Hören von kommerziellen, jugendorientierten Sendern kann man den Eindruck bekommen, [?] sei die eigentlich korrekte Artikulation von /t/.
Diese Arbeit soll dieses Phänomen genauer beleuchten. Eingangs sollen die verschiedenen Akzente, die in der Debatte um einen Standard der englischen Aussprache eine Rolle spielen, aufgezeigt werden. Damit verknüpft sich schließlich die Frage nach Standardisierung und Sprachwandelprozessen in der Gesellschaft.
Zu Estuary English wurden gerade in den letzten Jahren verschiedene Arbeiten geschrieben und Untersuchungen durchgeführt: Sei es an verschiedenen Schulen, in denen die Aussprache von Schülern aufgenommen wurde, oder die Analyse von Nachrichtensendungen. All diese Arbeiten liefern rein statistische Auswertungen und nehmen Glottalisierungen ohne genauere Beschreibung des Phänomens hin.
Diese Arbeit versucht das soziolinguistische Phänomen des T-Glottaling zu beschreiben, doch ein besonderer Interessenschwerpunkt soll die genaue phonetische Analyse des T-Glottaling sein. Wird sonst Glottaling als Substitution von [t] durch [?] beschrieben und als Annahme vorrausgesetzt, soll diese Arbeit zeigen, ob dies tatsächlich ist, was artikulatorisch geleistet wird.
Im empirischen Teil wurde ein Corpus von Radio-Interviews aufgenommen, welches auf das Merkmal der Glottalisierung von [t] untersucht werden soll. Es sollen konkrete Beispiele für Glottalisierungen aufgezeigt werden. Ziel ist aber auch eine soziolinguistisch orientierte Untersuchung, die den Grad der Verbreitung des Phänomens bei unterschiedlichen Sendern der BBC darstellt. Da die Sprache des Rundfunk allgemein als korrekt empfunden wird, ließe dies Rückschlüsse über die Verbreitung und Akzeptanz des Merkmals in der Gesellschaft zu.
2. Varianten des gesprochenen Englisch
In Englisch wie in den meisten Sprachen gibt es regionale Varianten, die sich in Syntax, Semantik, aber auch der Aussprache widerspiegeln. Während jedoch in Deutschland lediglich die Zugehörigkeit zu einer bestimmten Sprachregion festgestellt werden kann, lassen Regionalismen im Englischen gleichzeitig Rückschlüsse auf die soziale Stellung zu: "As far as English is concerned, linguists have known for a long time that different dialects and accents are related to differences of social-class background." (TRUDGILL 1983: 40)
Im Zusammenhang mit den sozialen Schichten ist auffällig, daß mit Zunahme des sozialen Standes die Aussprache normgerechter wird. Während also in der working class starke regionale Akzente zu finden sind, sprechen Vertreter der upper middle class tendenziell ohne regionale Färbung. Spitze einer solchen Pyramide ist die Received Pronunciation oder RP, die zwar nur von ungefähr 3% der Bevölkerung tatsächlich gesprochen wird, aber die idealisierte Standardaussprache darstellt. RP ist die Sprache der Behörden, der Bildung und der BBC.
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