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"Das ist was für Kinder" - Metropole und Provinz in der Kinderliteratur der Weimarer Republik am Beispiel von "Emil und die Detektive"

Scholarly Paper (Advanced Seminar), 2003, 22 Pages
Author: Anke Hetzel
Subject: German Studies - Modern German Literature

Details

Category: Scholarly Paper (Advanced Seminar)
Year: 2003
Pages: 22
Grade: 2
Language: German
Archive No.: V19645
ISBN (E-book): 978-3-638-23718-5

File size: 259 KB


Excerpt (computer-generated)

"Das ist was für Kinder" -
Metropole und Provinz in der Kinderliteratur
der Weimarer Republik am Beispiel von "Emil und die Detektive"

 

 

von Anke Hetzel

Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung 2

2 Grundlagen der Diskussion 3

2.1 Metropole und Provinz in der Weimarer Republik 3
2.2 Berlin als Gegenstand der Literatur 4

2.2.1 Motive der Berlinromane und -dichtung 4
2.2.2 Die Darstellung der Großstadt in der Kinderliteratur 5

3 Die Kinderliteratur von Erich Kästner 6

3.1 Einordnung in das Gesamtwerk 6
3.2 Stilistische Einordnung von Emil und die Detektive 8

4 Metropole und Provinz im Roman Emil und die Detektive 9

4.1 Kurze Inhaltsangabe 9
4.2 Die Darstellung der Provinz 10

4.2.1 Schilderung vor der Abreise 10
4.2.2 Auswirkungen auf Emils Verhalten in Berlin 12

4.3 Emils Orientierung in Berlin 13
4.4 Die Rolle der Bande 14
4.5 Die Bewertung der Stadt durch Erwachsene und Kinder 15
4.6 Die Realität in Kästners Kinderliteratur 17

5 Fazit 18

Literaturverzeichnis 20

 

 

 

 


1 Einleitung

Die Kultur der Weimarer Republik wird fast immer mit größtem kulturellem Reichtum, beachtlicher Vielfalt und relativ großer Freiheit assoziiert. Da ist die Rede von den Goldenen Zwanzigern und von der emanzipierten ‚neuen’ Frau, von technischem Fortschritt und einer blühenden Presselandschaft. Dabei wird zum einen unterschlagen, dass es sich bei jenen Phänomenen lediglich um eine Seite der Medaille handelt. Nicht berücksichtigt wird, dass diese ‚Republik ohne Republikaner’ in politischer Hinsicht viele Schwierigkeiten hatte, dass ihr „das institutionalisierte Demokratieverständnis [fehlte], dem sich die linke Intelligenz verpflichtet sah“1.

Weiter wird bei einer derartig positiven Schilderung außer Acht gelassen, dass die Weimarer Republik eigentlich zweigeteilt war: in Metropole und Provinz. Im Gegensatz zu den heutigen Verhältnissen, wo jedes Land mehrere Großstädte hat, wurde in der Zeit zwischen den Weltkriegen lediglich Berlin als eine solche betrachtet. Alles andere, darunter auch Städte wie Hamburg, Köln und München, galten als Provinz. Zwar entwickelten sich auch in den Provinzstädten neue Kunstzentren und –richtungen, so zum Beispiel die Dresdner ‚Brücke’, als besonders fortschrittlich und innovativ muss jedoch Berlin hervorgehoben werden. So zog es viele Künstler, Schriftsteller und politisch Interessierte in die Hauptstadt. Schnell wurde dadurch die Literatur ein Teil Berlins, was zur Folge hatte, dass Berlin auch Teil der Literatur wurde. „Im Verlaufe der zwanziger Jahre vergrößert sich die Zahl künstlerischer Werke, in denen die Stadt Berlin Handlungsort ist, Schauplatz von persönlichen oder historischen Ereignissen, ja, in denen die Stadt selbst aktiv die Ereignisse des Geschehens mitbestimmt.“2

Konsequenterweise konnte dieses Thema auch in der Kinderliteratur nicht ignoriert werden. Während die Großstadt bis zur Jahrhundertwende eher ausgespart oder allenfalls negativ dargestellt wurde, wird sie nun zum Handlungsraum zahlreicher Kinder- und Jugendbücher. Das wohl bekannteste ist Emil und die Detektive von Erich Kästner. Der große Erfolg dieses Buches setzte sich auch nach dem Zweiten Weltkrieg fort, und es erscheint noch heute weltweit. Ziel dieser Arbeit ist, die Darstellung der Metropole Berlin im bekanntesten Kinderbuch Kästners zu untersuchen und mit der des Provinzlebens in Emils Heimatstadt zu vergleichen. Unerlässlich scheint dabei sowohl die Darstellung der realen ‚Konkurrenz’ zwischen Großstadt und Provinz als auch der der Literatur. Es soll also versucht werden, die Parallelen zwischen der realen Metropole, der Berlinliteratur und der Kinderliteratur aufzuzeigen. Inwieweit beeinflussen sich diese gegenseitig, und was unterscheidet sie? Auch soll sich zeigen, ob Emil und die Detektive tatsächlich der ‚Prototyp’ der Kinderbücher der Weimarer Republik ist, oder ob es sich dabei um eine übertriebene oder gar Fehleinschätzung handelt.

2 Grundlagen der Diskussion

2.1 Metropole und Provinz in der Weimarer Republik

[...]


1 Haarmann, Hermann: Literatur unter der Oberfläche. In: „Das war ein Vorspiel nur…“. Bücherverbrennung in Deutschland 1933: Voraussetzungen und Folgen. Hg. v. Hermann Haarmann, Walter Huder und Klaus Siebenhaar. Berlin 1983, S. 75.
2 Kähler, Hermann: Berlin – Asphalt und Licht. Die grosse Stadt in der Literatur der Weimarer Republik. Berlin 1986, S. 72.


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