Managementlehre und Taylorismus

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Details

Titel: Managementlehre und Taylorismus
Autoren: Sören Funk, Jutta Armbruster
Fach: Soziologie - Arbeit, Beruf, Ausbildung, Organisation
Veranstaltung: Organisationssoziologie
Institution/Hochschule: Katholische Fachhochschule Freiburg im Breisgau
Kategorie: Referat (Ausarbeitung)
Jahr: 2001
Seiten: 22
Note: 1,5
Sprache: Deutsch
Dateigröße: 96 KB
Archivnummer: V19657
ISBN (E-Book): 978-3-638-23727-7
Anmerkungen :
In der Arbeit geht es um die allgemeine Theorie des Managements, verschiedene Organisationsprinzipien und das "scientific management", das auf den Großindustriellen Taylor zurückgeht. Neben der Entstehung des Taylorismus, werden zentrale Grundsätze beschrieben und die Auswirkungen auf die deutsche Industrie dargestellt. Eine kritische Betrachtung der Taylor-Prinzipien findet sich im letzten Kapitel. Inkl. 3 Folien.

Textauszug (computergeneriert)

Katholische Fachhochschule Freiburg

Managementlehre und Taylorismus

Lehrveranstaltung: Organisationssoziologie

Jutta Armbruster / Sören Funk
24.10.2001

 

Inhalt

1 Managementlehre und Taylorismus  1

2 Geschichtlicher Rückblick  1

3 Kritik der einfachen Managementlehre  4

4 Verwissenschaftlichung der Managementlehre - Taylorismus  7
4.1 Trennung von Hand- und Kopfarbeit  9
4.2 Pensum und Bonus  10
4.3 Auslese und Anpassung der Arbeiter  11
4.4 Versöhnung zw. Arbeitern und Management durch Herrschaft von Experten  11

5 Aufnahme und Weiterentwicklungen des Scientific Management in den USA  12

6 Aufnahme und Weiterentwicklungen des Scientific Management in Deutschland  13

7 Kritik des Scientific Managements  14

Literatur  16
Folie 1 ..17
Folie 2 ..18
Folie 3 ..19

 

1 Managementlehre und Taylorismus

Zuallererst stellt sich die Frage, was Management eigentlich ist Der Duden (Fremdwörterbuch) gibt folgende Definition: 


„Leitung, Führung eines Unternehmens, die Planung, Grundsatzentscheidungen o.ä. umfasst; Betriebsführung.“

Die Managementlehre befasst sich also im wesentlichen mit der Gestaltung von Arbeit. Um Orientierungshilfen für das Management zu finden, wendet man folgende Methode an: man beobachtet die Praxis und versucht bewährte Arbeitsvorgänge in Regeln zu fassen, die dann auch von anderen Unternehmen übernommen werden können. Solche Orientierungshilfen nennt man Leitfäden.

2 Geschichtlicher Rückblick

Solche Management-Leitfäden gibt es schon seit mehreren tausend Jahren. 

Bsp. Ägypten: Der Bau der Pyramiden forderte ein sehr hohes Maß an Organisation, da viele tausend Menschen auf der Baustelle arbeiteten. Neben dem Personal mussten auch Materiallieferungen und Transportvorgänge verwaltet werden. Bewährte Praktiken wurden auf Papyrusrollen für die Nachwelt festgehalten.

Bsp. Chinesisches Reich der Choudynastie (ca. 1100 v. Chr.): Es wurde ein Handbuch zur Verwaltung des Reiches herausgegeben. Inhalt waren Anweisungen für alle öffentliche Ämter. Die Vorschriften aus diesem Handbuch beschäftigten sich mit der Kontrolle des Volkes, der Hierarchie in der Verwaltung, dem Lohnsystem, dem Steuerwesen und dem Strafrecht.

Der Inhalt vieler Organisationsleitfäden sind Regeln zur Arbeitsteilung.

Bsp. altes Griechenland: Die Arbeiten wurden stark zergliedert, sodass jeder Arbeiter nur noch wenige Handgriffe ausüben musste. Flötenspiel gab das Arbeitstempo vor und die Texte der dazugehörigen Gesänge beschrieben die einzelnen Arbeitsschritte. Das griechische System könnte als Vorläufer der Zeit- und Bewegungsstudien von Taylor gesehen werden.

Im Mittelalter wurden Organisationsprinzipien vor allem in Klöstern formuliert. Es ging um Hierarchie, Kalkulation von Rohstoffen und Nahrungsmitteln und Arbeitsteilung in den Werkstätten.

In der Epoche des Absolutismus (17./18. Jhd.) forderte der Merkantilismus stärkere Eingriffe in die Wirtschaft, um den Volkswohlstand zu vergrößern. Maßnahmen waren die Errichtung von Arbeitshäusern und Manufakturen. Die Funktionsweise einer Manufaktur wurde wie folgt beschrieben:


„...in einer Manufaktur wird eigentlich Ware, die aus vielerlei Arbeit oder Teilen besteht, in großer Menge, schönster Feine und Akkuratesse, und in kurzer Zeit zum Handel und Verkehr von allerhand Arbeitern, unter der Direktion eines oder etlicher verfertigt... .“ (Krafft 1676, zit. in Forberger 1958: 5, Kieser 1995: 59) 

Es ging also hauptsächlich um Regeln zur Arbeitsteilung.
Auch der Nationalökonom Adam Smith (1910) beschrieb die Vorzüge der Arbeitsteilung in seiner „Untersuchung über das Wesen und die Ursachen des Volkswohlstandes“ (Kieser 1995: 59). Die erhebliche Produktionssteigerung führte er zurück auf die gesteigerte Geschicklichkeit des einzelnen Arbeiters, die eingesparte Zeit, die beim Übergang vom einen zum nächsten Schritt verloren geht und die Erfindung von Maschinen.

Die einsetzende industrielle Revolution in England verursachte einen großen Bedarf an Managementleitfäden, um die vielen neuen Fabriken sinnvoll zu organisieren.

Ure (1835) wollte die Handarbeit des Arbeiters durch Maschinen ersetzen, um den Mensch als Fehlerquelle im Produktionsprozess auszuschließen. Außerdem sollten so Kosten gespart werden, da Handarbeit der teuerste Posten in der Herstellung war. Menschliche Arbeit sollte nur noch zur Kontrolle der Maschinen dienen.

Babbage (1832) riet den Unternehmern den Arbeitsprozess in mehrere Schritte zu unterteilen, die unterschiedliche Anforderungen an den Arbeiter stellen. Dann kann man für die verschiedenen Schritte die jeweils spezifisch qualifizierten Arbeiter einkaufen und spart somit Personalkosten. Diese Gestaltungsregel wurde als „Babbage-Prinzip“ bezeichnet.

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