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Frauenstimmen in der Ethnographie Südäthiopiens

Termpaper, 2000, 21 Pages
Author: Lenka Tucek
Subject: African Studies

Details

Category: Termpaper
Year: 2000
Pages: 21
Grade: 1,0
Language: German
Archive No.: V20050
ISBN (E-book): 978-3-638-24046-8
ISBN (Book): 978-3-638-77801-5
File size: 198 KB

Abstract

Die vorliegende Arbeit beschäftigt sich nun mit folgender Frage: Wo kommen Frauen in der Ethnographie Südäthiopiens über ihre Existenz zu Wort? Einleitend soll ein kurzer Einblick in Ethnographien gegeben werden, in welchen die Dokumentation des Lebens der Frauen eine untergeordnete Rolle spielt. Anschließend beziehe ich mich in meiner Arbeit vor allem auf die Werke von Ivo Strecker und Jean Lydall, welche etliche Jahre im Land der Hamar in Südäthiopien lebten, forschten und einen wesentlichen Beitrag zur Dokumentation der Frauenstimmen in Südäthiopien lieferten. Im dritten Kapitel werden die Stimmen der Frauen in Hamar in Form von Gesängen und Tänzen beschrieben und auf die darin enthaltenen Sorgen und Probleme der Frauen eingegangen. Das vierte Kapitel beinhaltet eine Darstellung der Frauenstimmen in Jean Lydalls Filmen und steht somit, neben den Dokumenten aus der Literatur, als Beispiel für eine andere Art der Ethnographie. Im fünften Kapitel befasse ich mich, ausgehend von den Aussagen der Frauen in den Filmen, explizit mit einem bedeutenden Thema aus dem Lebensbereich der Frauen. Ausgewählte Frauen - und Männerstimmen sollen Einblicke in das Ritual des Schlagens der Frauen bei den Hamar und die Beziehungen der Geschlechter untereinander vermitteln. Abschließend beschäftige ich mich mit der Entwicklung verschiedener Dokumentationsweisen in Ethnographien, wobei unter anderem der Wandel von der monographischen zur polyphonen Ethnographie dargestellt wird.


Excerpt (computer-generated)

Frauenstimmen in der Ethnographie Südäthiopiens

 

 


Lenka Tucek

INHALTSVERZEICHNIS

1. Einleitung 2

2. Schwerpunkte in den Ethnographien Äthiopiens 3

3. Frauen bei den Hamar in Südäthiopien 4

3.1. Frauenstimmen in Gesängen und Tänzen 5
3.2. Sorgen, Probleme und Humor der Frauen in Hamar 9

4. Frauenstimmen im ethnographischen Film 11

5. Das Schlagen der Frauen bei den Hamar - Frauen - und Männerstimmen im Dialog 14

6. Entwicklung der Dokumentationsweisen in Ethnographien 17

Anhang: Literaturverzeichnis 20

 

 

 

 


1. Einleitung

„(The ethnographer’s) goal is, briefly, to grasp the native’s point of view, his relation to life, to realise his vision of his world. We have to study man, and we must study what concerns him most ultimately, that is, the hold which life has on him ... To study the institutions, customs, and codes or to study the behaviour and mentality without the subjective desire of feeling by what these people live, of realising the substance of their happiness, is, in my opinion, to miss the greatest reward which we can hope to obtain from the study of man.“ (B. Malinowski, 1922)1

In der Geschichte der Ethnologie waren Männer von Anfang an wesentlich stärker in der Forschung vertreten als Frauen. Da männliche Ethnologen ein großes Interesse für die Strukturen, Rituale und die Funktionen einer Gesellschaft zeigten und den Schwerpunkt der Forschung auf den männlichen Lebensbereich legten, blieb die weibliche Sphäre oft unbeachtet. Die Ethnographien beschrieben eine Welt, die hauptsächlich von Männern kontrolliert und definiert war. Mit der Festigung der Position der Frauen in der Forschung ergab sich eine Verschiebung der Forschungsinhalte und eine Erweiterung ethnologischer Studien im Sinne Malinowskis. Schon zu Beginn dieses Jahrhunderts untersuchten weibliche Ethnologen, wie Margaret Mead und Ruth Benedict, mit Vorliebe die Strukturen sozialer Beziehungen, besonders zwischen den Geschlechtern, und waren unter anderem an den Belangen und der Sichtweise der einheimischen Frauen interessiert. Mit dem Vormarsch der Geschlechterforschung in den westlichen Ländern entwickelte sich ein verstärkter Fokus auf das Leben der Frauen in anderen Kulturen.

Die vorliegende Arbeit beschäftigt sich nun mit folgender Frage: Wo kommen Frauen in der Ethnographie Südäthiopiens über ihre Existenz zu Wort? Einleitend soll ein kurzer Einblick in Ethnographien gegeben werden, in welchen die Dokumentation des Lebens der Frauen eine untergeordnete Rolle spielt. Anschließend beziehe ich mich in meiner Arbeit vor allem auf die Werke von Ivo Strecker und Jean Lydall, welche etliche Jahre im Land der Hamar in Südäthiopien lebten, forschten und einen wesentlichen Beitrag zur Dokumentation der Frauenstimmen in Südäthiopien lieferten. Im dritten Kapitel werden die Stimmen der Frauen in Hamar in Form von Gesängen und Tänzen beschrieben und auf die darin enthaltenen Sorgen und Probleme der Frauen eingegangen. Das vierte Kapitel beinhaltet eine Darstellung der Frauenstimmen in Jean Lydalls Filmen und steht somit, neben den Dokumenten aus der Literatur, als Beispiel für eine andere Art der Ethnographie. Im fünften Kapitel befasse ich mich, ausgehend von den Aussagen der Frauen in den Filmen, explizit mit einem bedeutenden Thema aus dem Lebensbereich der Frauen. Ausgewählte Frauen - und Männerstimmen sollen Einblicke in das Ritual des Schlagens der Frauen bei den Hamar und die Beziehungen der Geschlechter untereinander vermitteln. Abschließend beschäftige ich mich mit der Entwicklung verschiedener Dokumentationsweisen in Ethnographien, wobei unter anderem der Wandel von der monographischen zur polyphonen Ethnographie dargestellt wird.

2. Schwerpunkte in den Ethnographien Äthiopiens

[...]


1 Strecker, Ivo, 1979: Conversations in Dambaiti, S. 5 - 6. Zitat nach B. Malinowski (1922).


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