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Über Sigmund Freuds "Das Unbehagen in der Kultur"

Subtitle: Inwieweit steht die Kultur mit dem Glück des Menschen im Einklang und welches Zeugnis kann der Kultur auf Grundlage dieses Verhältnisses ausgestellt werden?

Scholary Paper (Seminar), 2002, 20 Pages
Author: Carsten Becker
Subject: Philosophy - General Essays, Eras

Details

Category: Scholary Paper (Seminar)
Year: 2002
Pages: 20
Grade: sehr gut
Language: German
Archive No.: V20133
ISBN (E-book): 978-3-638-24103-8
ISBN (Book): 978-3-638-75914-4
File size: 196 KB

Abstract

Diese Arbeit thematisiert die Entstehung, die Ausbildung und den Entwicklungsverlauf der abendländischen Gesetze der Ethik der Erdenbürger seit Enstehung der Menschenart bishin zur Betrachtung der neuzeitlichen Gestalt dieser humanistischen Ideale, welche den Entwicklungsstand bis in die dreißiger Jahre des vorigen Jahrtausends widerspiegeln. Der Zugriff auf diesen Themenkomplex erfolgt durch Rückgriff auf die Perspektive des Individuums, die in der Psychoanalyse ihre Entsprechung findet. Grundlage dieser Art von Untersuchung der Kulturentwicklung und Kulturbetrachtung sind die Forschungen eines Urvaters der Psychoanalyse: Sigmund Freud. Freud stellt in seinem Werk `Das Unbehagen in der Kultur´ zentrale Begriffe der Psychoanalyse dar und überträgt diese auf die benannten Sinnfragen nach der Kultur, welche von ihrem Gegenstand her in den Erkenntnisbereich der Philosophie fallen. Freud selbst bezeichnet sein Unterfangen im `Unbehagen in der Kultur´ als ein „[…] Versuch zur Übertragung der Psychoanalyse auf die Kulturgemeinschaft […]“. Gerade hierdurch wird dem Buch ein besonderer Wert verliehen und dass weil Freud Perspektiven der Philosophie aufhellt, die ansonsten von dieser Disziplin eher vernachlässigt werden. „Aufklärung tut not, was die subjektive Seite der kulturellen Lebenswelt betrifft, das Schicksal der menschlichen Sinnlichkeit. Aufklärung muß es geben darüber, wie kulturelle Normen und individueller Lebensentwurf zueinander stehen und wie die hier aufspürbaren Reibungspunkte jene Basis betreffen, für die Freud den Begriff der `Triebschicksale´ gewählt hat. Aufzuarbeiten ist die Problematik der Kultur]“ . Aus diesem Grunde ist die betitelte kulturtheoretische Schrift Ausgangspunkt dieser Arbeit. Im Rahmen der Überlegungen von Freud, der die ethische Satzung der Menschheit und ihre historische Herleitung in Bezug zum einzelnen Individuum und der Mechanik seines Handelns setzt, die starken Einfluss auf die Weltanschauung des Einzelnen ausübt und auf seine Ziele, die er im Laufe seines Lebens zu erreichen gedenkt, dem Streben nach Glück, einwirkt, drängt sich die Beschäftigung mit der Beziehung zwischen Kultur und Individuum geradezu auf. Aus diesem Zusammenhang ergibt sich die zentrale Fragestellung dieser Arbeit, die auf eine Beurteilung der Kultur abzielt: Inwieweit steht die Kultur mit dem Glück des Menschen im Einklang und welches Zeugnis kann der Kultur auf Grundlage dieses Verhältnisses ausgestellt werden?


Excerpt (computer-generated)

Positionen in der Poetik

 


Carsten Becker

Inhaltsverzeichnis 2

1. Einleitung 3

2. Das Wesen der Kultur 5

2.1. Die Beschaffenheit der Kultur 5
2.2. Die ethischen Grundsätze 5

2.2.1. Das Subjekt und die ethischen Maxime 5
2.2.2. Die ethischen Prinzipien der Gesellschaft 8

3. Menschliche Strebungen und kulturelle Anforderungen 9

3.1. Der `Erostrieb´ und das gesellschaftliche Verständnis der Liebe 9
3.2. Der Aggressionstrieb und das Gebot der Nächstenliebe 11
3.3. Kulturentwicklung vor dem Hintergrund der menschlichen Triebeigenschaften 12

4. Der Ausgang des Konfliktes zwischen Mensch und Kultur: Das Schuldgefühl 14

4.1. Ebene des Subjekts 15
4.2. Kultureller Überbau 16

5. Schlussbetrachtung 17

Literatur 19

 

 

 

 


1. Einleitung

Diese Hausarbeit thematisiert die Entstehung, die Ausbildung und den Entwicklungsverlauf der abendländischen Gesetze der Ethik der Erdenbürger seit Entstehung der Menschenart bis hin zur Betrachtung der neuzeitlichen Gestalt dieser humanistischen Ideale, welche den Entwicklungsstand bis in die dreißiger Jahre des vorigen Jahrtausends widerspiegeln. Der Zugriff auf diesen Themenkomplex erfolgt durch Rückgriff auf die Perspektive des Individuums, die in der Psychoanalyse ihre wissenschaftliche Entsprechung findet. Grundlage dieser Art von Untersuchung der Kulturentwicklung und Kulturbetrachtung sind die Forschungen eines Urvaters der Psychoanalyse: Sigmund Freud. Freud stellt in seinem Werk `Das Unbehagen in der Kultur´ zentrale Begriffe der Psychoanalyse dar und überträgt diese auf die benannten Sinnfragen nach der Kultur, welche von ihrem Gegenstand her in den Erkenntnisbereich der Philosophie fallen. Freud selbst bezeichnet sein Unterfangen im `Un- behagen in der Kultur´ als ein „[…] Versuch zur Übertragung der Psychoanalyse auf die Kulturgemeinschaft […]“ 1. Gerade hierdurch wird dem Buch ein besonderer Wert verliehen und dass weil Freud Perspektiven der Philosophie aufhellt, die ansonsten von dieser Disziplin eher vernachlässigt werden. „Aufklärung tut not, was die subjektive Seite der kulturellen Lebenswelt betrifft, das Schicksal der menschlichen Sinnlichkeit. Aufklärung muß es geben darüber, wie kulturelle Normen und individueller Lebensentwurf zueinander stehen und wie die hier aufspürbaren Reibungspunkte jene Basis betreffen, für die Freud den Begriff der `Triebschicksale´ gewählt hat. Aufzuarbeiten ist die Problematik der Kultur im Subjekt […]“ 2. Aus diesem Grunde ist die betitelte kulturtheoretische Schrift Ausgangspunkt dieser Haus- arbeit. Im Rahmen der Überlegungen von Freud, der die ethische Satzung der Menschheit und ihre historische Herleitung in Bezug zum einzelnen Individuum und der Mechanik seines Handelns setzt, die starken Einfluss auf die Weltanschauung des Einzelnen ausübt und auf seine Ziele, die er im Laufe seines Lebens zu er- reichen gedenkt, dem Streben nach Glück, einwirkt, drängt sich die Beschäftigung mit der Beziehung zwischen Kultur und Individuum geradezu auf. Aus diesem Zusammenhang ergibt sich die zentrale Fragestellung dieser Arbeit, die auf eine Beurteilung der Kultur abzielt: Inwieweit steht die Kultur mit dem Glück des Menschen im Einklang und welche s Zeugnis kann der Kultur auf Grundlage dieses Verhältnisses ausgestellt werden?

Um eine Bewertung der Kultur unter psychoanalytischen Gesichtspunkten anzustellen, ist eine Darstellung dessen, was Kultur im Hinblick auf diese Betrachtungsweise ausmacht, notwendig. Im Anfangsteil dieser Arbeit steht deshalb eine grobe Skizzierung der Kultur. Der Beschreibung der Beschaffenheit der Kultur folgt die Benennung der ethischen Grundsätze derselben. Zuerst wird von der Perspektive des Individuums ausgegangen. Anschließend folgt ein Überblick über die ethischen Prinzipien der Gesellschaft. Im dritten Teil schließt sich dem die eigentliche Analyse der Kultur an. Den Strebungen des Individuums, welche auf das Ziel des Menschen, dem Trachten nach Glück mit einwirken, wird der Bau der Kultur und ihre normativen Setzungen gegenübergestellt. Dieses geschieht ein Mal mit Hinblick auf die Liebe. Hier wird das gesellschaftliche Verständnis mit der Theorie des Erostriebes konfrontiert. Eine anderes Mal wird ein kulturell dominierendes Dogma, das Gebot der Nächstenliebe, mit einem zentralen Trieb des Menschen, der Aggressionsneigung, verglichen. Im vierten Teil findet ein Ausgleich zwischen den Gegensätzen von Kultur und Mensch statt, die zuvor, im dritten Teil der Arbeit, aufgelistet wurden. Dieser letzte Teil beinhaltet schließlich die Analyse des Konflikts zwischen Mensch und Kultur, welcher im Schuldgefühl Ausdruck findet, wobei der Blick wiederum sowohl auf die Ebene des Subjekts als auch auf den dazu entsprechenden kulturellen Überbau gerichtet wird. Die Quintessenz der zentralen Gesichtspunkte dieser Kulturbetrachtung fließen in die Schlussbetrachtung dieser Hausarbeit ein.

2. Das Wesen der Kultur

2.1. Die Beschaffenheit der Kultur

[...]


1 Freud, S. 106
2 Görlich/Lorenzer, S. 24


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