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Die filmische Adaption des "Herr der Ringe"

Seminararbeit, 2003, 25 Seiten
Autor: Christian Brüser
Fach: Filmwissenschaft

Details

Veranstaltung: Proseminar: The Lord of the Rings und Harry Potter; Moderne Mythen und ihre Medialisierungen
Institution/Hochschule: Universität Siegen (FB 3)
Tags: Adaption, Herr, Ringe, Proseminar, Lord, Rings, Harry, Potter, Moderne, Mythen, Medialisierungen
Kategorie: Seminararbeit
Jahr: 2003
Seiten: 25
Note: 1.0
Sprache: Deutsch
Archivnummer: V20681
ISBN (E-Book): 978-3-638-24500-5

Dateigröße: 139 KB


Textauszug (computergeneriert)

Die filmische Adaption des Herrn der Ringe

Ausarbeitung für das Proseminar
“The Lord of the Rings” und „Harry Potter”
Moderne Mythen und ihre Medialisierungen
Sommersemester 2003

Christian Brüser 

 

Inhaltsverzeichnis

I. Einleitung   3

II. Vorgehensweise   5

III.1. Die erste Begegnung mit den schwarzen Reitern  6
1.1 Die Vorgeschichte in Buch und Film   6
1.2 Vergleich der Vorgeschichten und deren Bedeutung für die Reiter-Sequenz   7
1.3 Analyse und Vergleich   9

III.2. Die Durchquerung Morias  13
2.1 Kurzzusammenfassung der Szene im Buch 13
2.2 Darstellung im Film (ausgewählte Sequenzen)  15
2.3 Versuch eines analytischen Vergleiches zweier Schlüsselszenen in Buch u. Film  19

IV. Fazit  21

V. Daten zum Film  22

Literaturverzeichnis  24

 

I. Einleitung


Es gibt einige Dinge, die Filme sehr gut können, Romane aber nicht. Filme haben eine wunderbare Eigenschaft, was das Erzählen betrifft: Sie rücken etwas in die richtige Perspektive. Roman und Film sind völlig verschiedene Kunstformen. Die einzige Ähnlichkeit zwischen ihnen besteht darin, dass sie beide oft Dialoge verwenden. Ansonsten hat die Art, wie man eine Szene in einem Film behandelt, nichts damit zu tun, wie man sie in einem Roman behandelt.1

Muß der Film sich auf der einen Seite auf eine kürzere Erzählung beschränken, hat er andererseits visuelle Möglichkeiten, die der Roman nicht hat. Was durch Beschreibung nicht vermittelt werden kann, lässt sich ins Bild übertragen. Und hier stoßen wir auf den grundlegenden Unterschied beider Erzählformen. Romane werden vom Autor erzählt. Wir sehen und hören nur, was er uns sehen und hören lassen möchte. Filme werden auch von ihren Autoren erzählt, aber wir sehen und hören sehr viel mehr als das, was ein Regisseur notwendigerweise möchte.2

Lange Zeit diskutierten Literaturliebhaber, Fans und Filmemacher über die Verfilmbarkeit des ausufernden und fantasiebeflügelnden Werkes von J.R.R Tolkien, dem „Herrn der Ringe“. Am 11. Oktober 19993 nahm Peter Jackson, ein neuseeländischer Regisseur, der bisher vor allem durch die Inszenierung billiger Horror B-Movies aufgefallen war4, das „unmöglich“ erscheinende in Angriff. Ausgestattet mit einem für seine Verhältnisse unvorstellbaren Budget von über 190 Millionen Dollar begann er im Auftrag der „New Line Cinema“ in Neuseeland mit den Dreharbeiten. Zwei Jahre später kam dann der erste Teil der -wie durch die Bücher vorgegeben- Trilogie in die Kinos.

Lange vor dem Kinostart erreichten die schon anfangs erwähnten Diskussionen immer neue Dimensionen. Vor allem die eingefleischten Fans konnten den Start kaum erwarten. Doch war das Fanlager gespalten: Auf der einen Seite waren die, die es begrüßten, ihre Fantasien auf Zelluloid gebannt und „verwirklicht“ oder doch zumindest „greifbarer“ gemacht zu sehen; auf der anderen Seite waren diejenigen Fans, die nach wie vor darauf beharrten, dass der „Herr der Ringe“ unverfilmbar sei oder eine Verfilmung höchst unzureichend bleiben müsse. Tatsächlich scheinen viele Stellen des Buc hes nur sehr schwer verfilmbar, aber vor allem die Komplexität des Werkes scheint im ersten Moment überwältigend. Moderne Film-Technik erleichtert zumindest die Lösung des ersten Problems, aber das zweite kann man mit Techniknicht lösen. Eine Verfilmung kann und darf sich in der kommerzorientierten Filmwelt Hollywoods aufgrund wirtschaftlicher Zwänge nicht ausschließlich an Fans 5 richten, sondern muss sich an dem Filmgeschmack eines breiten Publikums wenden. Diesem Zwang fallen (auch oder vor allem für Buchkenner) wichtige Buchstellen zum Opfer oder werden filmdramaturgisch geändert oder „aufgepeppt“.

In der vorliegenden Hausarbeit versuche ich anhand ausgewählter Filmstellen der Adaption des Herrn der Ringe einen analytischen Vergleich durchzuführen, sowie die beiden Eingangsthesen zu überprüfen.

II. Vorgehensweise

Diese Hausarbeit beschäftigt sich mit der Adaption eines Buches, eben des Herrn der Ringe, für das Medium Film. Dazu werden zwei Sequenzen herangezogen, zum einen die erste Begegnung Frodos mit den schwarzen Reitern und zum anderen die Ankunft in Moria, anhand derer ein Vergleich zwischen Film und Buch gezogen wird.

Aufgrund der unterschiedlichen Länge der beiden Sequenzen ergeben sich für die Analyse jeweils verschiedene Ansatzpunkte:
Die erste untersuchte Sequenz besteht aus 41 verschiedenen Einstellungen und ist 1 Minute und 36 Sekunden lang. Daher bietet sich hier eine möglichst exakte Analyse unter filmtheoretischen Gesichtspunkten an, wobei direkt mit den entsprechenden Passagen im Buch verglichen werden kann.

Außerdem ist die Vorgeschichte in Film und Buch verschieden, weshalb es sich lohnt, diese jeweils genauer zu untersuchen, um so die (unterschiedliche) Bedeutung dieser Sequenz für das Buch und den Film herauszuarbeiten.

Dies ist die Vorgehensweise für die Untersuchung der ersten Sequenz; bei der zweiten stehen weniger die filmtheoretischen Gesichtspunkte als vielmehr die inhaltlichen im Blickpunkt. Die Ankunft der Helden in Moria und dessen Durchquerung kann man sowohl im Buch wie auch im Film als Schlüsselszene ansehen.
Aufgrund ihrer Länge von nahezu 30 Minuten ist hier keine exakte Analyse möglich, ohne den Rahmen einer Hausarbeit zu sprengen. Also beschränkt sich die Analyse hier auf verschiedene Sequenzen und dabei hauptsächlich auf die inhaltlichen Aspekte. 

III.1 Die erste Begegnung mit den schwarzen Reitern

[....]


1 William Goldman, aus Howard und Mabley, Drehbuch. Technik und Grundlagen 32
2 Monaco, Film verstehen 45
3 Vgl. Servos, Film-News Herr der Ringe
4 z.B. „Braindead“, ein billig gemachter Horrorstreifen ohne größere geistige Tiefe
5 obwohl die Fangemeinde des „Herrn der Ringe“ schon immer riesig war und noch immer ist


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