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Illustrierte und Fotomagazine der zwanziger bis vierziger Jahre des zwanzigsten Jahrhunderts

Termpaper, 2003, 16 Pages
Author: Angela Schmidt
Subject: Art - Photography / Film

Details

Category: Termpaper
Year: 2003
Pages: 16
Grade: 2
Language: German
Archive No.: V20715
ISBN (E-book): 978-3-638-24529-6

File size: 186 KB


Excerpt (computer-generated)

Fotografiegeschichte
Wintersemester 2002 / 2003
Technische Universität Dresden
Kunstgeschichte
13. Mai 2003

DIE ILLUSTRIERTEN UND FOTOMAGAZINE DER
ZWANZIGER BIS VIERZIGER JAHRE
DES ZWANZIGSTEN JAHRHUNDERTS

- Die Arbeiter Illustrierte Zeitung-
-die neue linie -

Angela Schmidt

 

GLIEDERUNG

1. Einleitung 1

2. Die Entstehung der illustrierten Presse und deren Entwicklung 2

3. Die Arbeiter Illustrierte Zeitung 5
3.1 John Heartfield 6

4. Die neue Linie 9
4.1 Laszlo Moholy- Nagy 11

5. Resümee 13

6. Literaturverzeichnis 14

 

1. EINLEITUNG

Die vorliegende Arbeit untersucht die Bildpresse der zwanziger bis vierziger Jahre des 20. Jahrhunderts in Deutschland in Hinblick auf deren dominierende Aussageträger der Fotografie.

Die „Illustrierte ist der wichtigste Typ der modernen Publikumszeitschrift. Der Inhalt der Illustrierten ist vornehmlich durch Illustrationen (Bilder) bestimmt. [...] Hierzu gehören als äußere Merkmale die reine Bildberichterstattung, die weitgehend auf den schriftlichen Text verzichtet, und die Bebilderung von Texten. Letzteres soll das Interesse am Text wecken oder ihn gleichsam kommentieren, indem sie ihn ‚illustriert’. Die Illustrationen lenken nicht nur das Verständnis des Textes; sie prägen sogar Texte, die sich zumeist an die Eindringlichkeit, zugleich aber Einfachheit und Informationsarmut bildlicher Informationsübermittlung anpassen. Vereinfachung und Verminderung von Information unterscheiden daher die Illustriertentexte von den Zeitungen. Andererseits arbeiten die Illustrierten auch im Textteil mit größeren Reizen [...]. Solche Reize erzielen sie einmal technisch: durch die fotografische Technik oder Qualität der Bilder sowie durch die Gestaltung der einzelnen Textseiten (Layout). Vor allem das Titelblatt, das oft keine Beziehung zu ihrem Inhalt hat, soll einen Reiz auf den Käufer ausüben. Auf seine Gestaltung und die Auswahl des betreffenden Bildes verwendet die Illustriertenredaktion große Sorgfalt. [...]“1

Um die Vielseitigkeit des damals erschienen Spektrums von Magazinen zu verdeutlichen, werden zwei Illustrierte gegenübergestellt, die jeweils ein völlig unterschiedliches Publikum ansprachen.
Die Arbeiter Illustrierte Zeitung (AIZ) mit ihrem politisch-propagandistischen Anspruch als ein bedeutsames Medium der Arbeiterbewegung steht thematisch wie auch formal an einem anderen Ende des Pressespektrums als die neue linie. Die in Leipzig erschienene Illustrierte die neue linie richtete sich, mit ihrer Gestaltung und ihrer Themenwahl, vor allem an gutsituierte bürgerliche Haushalte.

Auf welche Weise und zu welchem Zweck findet die Fotografie Eingang in die Illustrierten? Wie drücken sich die künstlerischen, gesellschaftlichen und politischen Ideen in der Gestaltung von Text und vor allem Bild aus? Nach einem kurzen Abriss des inhaltlichen Konzeptes der genannten Magazine werden einige fotografische Beispiele von JohnHeartfield (AIZ) und Laszlo Moholy-Nagy (die neue linie) auf die genannten Fragestellungen hin untersucht.

2. DIE ENSTEHUNG DER ILLUSTRIERTEN PRESSE UND IHRE ENTWICKLUNG

Die Erfindung der Fotografie durch Louis Jacques Mandé Daguerre im Jahr 1839 bedeutete nicht den Beginn der Pressefotografie.
Die Illustrierte entstand als neuer Pressetypus Mitte des 19. Jahrhunderts. Die drei bekanntesten Illustrierten wurden dabei fast zeitgleich gegründet: die Illustrated London News 1842 in London, die L’Illustration 1843 in Paris sowie die Illustrirte Zeitung im selben Jahr in Leipzig.2

Obwohl zu diesem Zeitpunkt noch kein Verfahren entwickelt worden war, welches es ermöglichte, die zweidimensionalen Fotografien sofort auf den dreidimensionalen Druckstock zu übertragen, legten die Herausgeber dennoch großen Wert auf die Bebilderung ihrer Zeitschriften. Mit Hilfe des Holzstichs wurden die Fotografien in den Seitensatz der Illustrierten eingefügt. Der Reporter fertigte die Fotografien (in einigen Fällen auch Zeichnungen) von den Ereignissen selbst an und schickte diese an die Verleger. Daraus fertigte ein Graveur dramatisierte Holzstiche an. Aktualität und Detailgenauigkeit waren dabei kaum von Bedeutung. Diese Methode der Bebilderung erwies sich auf Dauer als zu kostspielig, so dass vor allem ökonomische Gründe zur Weiterentwicklung der Wiedergabeverfahren von Fotografien in den Illustrierten führten.

Tim N. Gidal zitiert dazu die illustrierte Bostoner Wochenschrift Gleason`s Illustrated Weekly von 1853: “Wir wissen, dass das Publikum im allgemeinen keine Ahnung von den Kosten bildlicher Verzierung hat [...]. Das Holz für das Titelblatt dieser Nummer allein kostet zwei Dollar, die Zeichnung vierzig Dollar [...]. Wir können uns solche Ausgaben nur wegen der hohen Auflage unserer Zeitschrift leisten.“ 3
Das Konzept der Bebilderung wurde international erfolgreich, da sich das lesende Publikum schnell an die Illustration zeitgeschichtlicher Ereignisse gewöhnt hatte.

[....]


1 Alphons SILBERMANN: Handwörterbuch der Massenkommunikation und Medienforschung. Bd. 1. Berlin 1982, S. 84f.

2 Die folgenden Darlegungen zur Geschichte der Illustrierten stützen sich auf: Robert LEBECK, Bodo von DEWITZ (Hg.): Kiosk. Ausstellungskatalog. Göttingen 2001, S. 20-192.

3 Tim N. GIDAL: Chronisten des Lebens. Die moderne Fotoreportage. Berlin 1993, S. 20.


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