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Marokko - Eine Tourismusdestination

Hausarbeit, 2003, 21 Seiten
Autor: Christoph Knoll
Fach: Geowiss. / Geographie - Wirtschaftsgeographie

Details

Veranstaltung: Globale Raumstrukturen: Die Subtropen
Institution/Hochschule: Leopold-Franzens-Universität Innsbruck (Institut für Geographie)
Tags: Marokko, Eine, Tourismusdestination, Globale, Raumstrukturen, Subtropen
Kategorie: Hausarbeit
Jahr: 2003
Seiten: 21
Note: sehr gut
Sprache: Deutsch
Archivnummer: V20867
ISBN (E-Book): 978-3-638-24629-3

Dateigröße: 149 KB


Textauszug (computergeneriert)

Marokko
Eine Tourismusdestination

Christoph Knoll

 

INHALT 2

1. EINLEITUNG 4

2. DEFINITION DES TOURISMUS 6

3. EINIGE ZAHLEN ZUM VERGLEICH 6

4. MASSEN- UND INDIVIDUALTOURISMUS 6

5. VORAUSSETZUNGEN FÜR DIE ENTWICKLUNG TOURISTISCHER STRUKTUREN IN ENTWICKLUNGSLÄNDERN 7

6. DER TOURISMUS IN ENTWICKLUNGSLÄNDERN UND SEINE VORTEILE 8
6.1. Der Deviseneffekt 8
6.2. Der Beschäftigungs- und Einkommenseffekt 8
6.3. Der Ausgleichseffekt 9
6.4. Wirkungen auf den Ausbau der Infrastruktur 9
6.5. Der Demonstrationseffekt 9
6.6. Anpassung der Kulturen 10
6.7. Völkerverständigungseffekte 10

7. TOURISMUS IN DEN ENTWICKLUNGSLÄNDERN UND SEINE NACHTEILE 11
7.1. Ökonomische Aspekte 11
7.2. Beschäftigung 11
7.3. Zahlungsbilanz 12
7.4. Einkommen 12
7.5. Planungsaspekte 13
7.6. Ökologische Aspekte 13
7.7. Soziokulturelle Aspekte 14

8. DIE ENTWICKLUNG DES TOURISMUS IN MAROKKO 15
8.1. Das Freizeitverhalten in vorkolonialer Zeit (bis 1912) 15
8.2. Tourismus in der Protektoratszeit (1912 – 1956) 15
8.3. Fremdenverkehr und Freizeitverhalten seit der Unabhängigkeit (ab 1956) 15

9. TENDENZEN IN DEN LETZTEN JAHREN 16

10. TOURISTISCHE ANGEBOTE IN MAROKKO 16
10.1. Wüstentourismus 16
10.2. Trekking- oder Gebirgstourismus 16
10.3. Skitourismus 17
10.4. Strandtourismus 17
10.5. Golftourismus 18
10.6. Kultur- und Städtetourismus 18

11. DIE INSZENIERUNG UND VERMARKTUNG DER BERBERKULTUR IN MAROKKO 19

12. ZUKÜNFTIGE VISIONEN FÜR DEN MAROKKANISCHEN TOURISMUS 20

13. LITERATUR 21

 

1. Einleitung

Hier ist es, das Paradies, in dem ich einst lebte: Meer und Gebirge. Davon bleibt etwas ein ganzes Leben, noch vor der Wissenschaft, der Zivilisation und dem Bewusstsein. Und vielleicht werde ich dorthin zurückkehren, um in Frieden zu sterben“. (Chraibi 1992) Driss Chraibi, einer der bekanntesten nordafrikanischen Schriftsteller schrieb diesen Satz und spricht dabei von seiner Heimat: Marokko.

Wer nach Marokko kommt, hat Bilder im Kopf, nicht jeder dabei unbedingt paradiesische. Zauber, Mystik, Schätze... all das sind Assoziationen, die sich mit Marokko verbinden — aber auch Urlaub, Sonne, Meer. Das Land ist so vielfältig, dass es schwer fällt, sich ihm auf nur einer Ebene nähern zu wollen. So viele Gegensätze prallen aufeinander, Gegensätze, die das Leben in Marokko bestimmen. Das moderne Casablanca lächelt milde über das „rückständige“ Marrakesch (Chraibi 1992), die saftigen Wiesen des Nordens spotten der Wasserarmut im Süden. Orthodoxer Islam vermischt sich mit Heiligenglauben, islamische Baukunst mit Berberburgen.

Marokko besticht durch seine Gegensätze, im Positiven als auch im Negativen. Der Reisende kann in den Genuss der großartigen Gastfreundschaft kommen, oder aber entnervt von penetranten Bazarhändlern und falschen Stadtführern den Urlaub frühzeitig abbrechen. Mit diesen Gegensätzen wird man konfrontiert und es ist oft gar nicht so einfach, richtig damit umzugehen. Dazu gehört nicht zuletzt auch die Einsicht, dass Marokko, trotz aller zur Schau gestellten Moderne, ein Entwicklungsland ist. Rund ein Drittel der Bevölkerung lebt unterhalb der Armutsgrenze. Diese Armut prägt das Leben. Der Konkurrenzkampf ist hart, gerade im Tourismusgeschäft.

Wer sich in ein fernes Land begibt, hat sich meist ein wenig in die (Reise-) Literatur des Landes eingelesen und/oder sich von Freunden und Bekannten Erlebtes und Geschichten erzählen lassen. Und dann kommt man an, die ersten Eindrücke legen sich auf vorgefertigte Bilder, oft ganz anders als erwartet. Wer aus der klimatisierten, geregelten Atmosphäre des Flughafens, der Reisebusse oder der Autofähren ins quirlige Marokko stößt, fühlt sich leicht überfordert: von der Hitze, dem Staub, den Geräuschen und Gerüchen. Und schon ist man mitten drin, in einer Art Kulturschock. Das, was auf einen einströmt, stellt alles bisher Geglaubte in Frage. Vieles, was einem lieb und vertraut ist, wird bezweifelt. Erlernte und anerzogene Umgangsformen werden mit einem Handstreich weggefegt. Woher das kommt? Zum Einen liegt es daran, dass man sich nie vollständig von bestimmten Ideen, Vorstellungen und Gefühlen lösen kann. Zum Anderen ist Marokko in seiner ganzen Vielfältigkeit eine wahre Attacke auf europäische Ideale und Vorstellungen. Denn: Marokko ist anders!

Natürlich kann man es unterlassen, dem Land zu begegnen. Manch ein Reiseveranstalter weiß den Kontakt des Urlaubers mit dem „wirklichen“ Land zu verhindern. Viele Gruppen, die von Sehenswürdigkeit zu Sehenswürdigkeit hetzen, können nur erahnen, was sich wirklich in Marokko verbirgt. Exotik wird zum Schauspiel. Marokko aber ist mehr, viel mehr als diese für Touristen geschaffene Kulisse. Der wirkliche Reichtum Marokkos sind seine Menschen, und wer bereit ist, diese kennen zu lernen, wird reichlich beschenkt.

2. Definition des Tourismus

Unter dem Begriff Tourismus werden sehr unterschiedliche Sachverhalte verstanden, so einfach die Definition auch klingen mag: Tourismus umfasst alle Erscheinungen, die mit dem Aufenthalt von Menschen an einem Ort, der nicht ihr Wohnsitz ist, zusammenhängen, einschließlich der Reisen zu bzw. von diesem Ort.

3. Einige Zahlen zum Vergleich

Seit den 1980ern hat die Bedeutung der Entwicklungsländer im internationalen Reiseverkehr sehr stark zugenommen. Dies Belegen die Zahlen des World Tourism Organisation, kurz WTO, von 1997, danach gab es ca. 613 Mio. internationale Ankünfte, wobei 25% von diesen auf die Entwicklungs- und Schwellenländer entfielen. Die Anteile des internationalen Tourismus am globalen Bruttosozialprodukt betrugen damals 5,5 %, womit der Tourismus als bedeutendster Wirtschaftssektor der Automobil- und Erölindustrie den Rang abgelaufen hat. Der sich daraus ergebende Gesamtumsatz betrug ca. 3,4 Billionen US $, dabei entfielen 24 % auf den Tourismus in Entwicklungsländern. Diese Zahlen beziehen sich auf die direkt, und indirekt, durch den Tourismus entstanden Einnahmen, und bedeuten keineswegs, dass diese auch zwangsläufig in den Destinationsländer entstanden sind (Tourismus in der technischen Zusammenarbeit). Dabei ist das wirtschaftliche Wachstumspotential des Tourismus noch lange nicht erschöpft und es ist zu erwarten, dass die Zahlen der Reiseankünfte noch weiter steigen werden.

 

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