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Albert Bandura und seine soziale Lerntheorie - Die Abkehr vom orthodoxen Behaviorismus

Termpaper, 1998, 24 Pages
Author: Dipl.-Psych. Adelheid Kühn
Subject: Psychology - Learning Psychology, Intelligence Research

Details

Category: Termpaper
Year: 1998
Pages: 24
Grade: 1
Language: German
Archive No.: V21073
ISBN (E-book): 978-3-638-24779-5
ISBN (Book): 978-3-638-78864-9
File size: 150 KB
Notes :
Sehr umfangreiche Hausarbeit über das Leben und die Theorie von Albert Bandura. Albert Bandura sagt in seiner Sozialen Lerntheorie aus, daß ein Erwachsener ein Verhalten oder eine Einstellung durch bloßes Beobachten eines Modells erlernen kann. Mit Modell ist nicht nur ein Mensch gemeint, sondern alles das zeigt, wie etwas gemacht wird - also auch Bücher, Fernsehen, Betriebsanleitungen etc. Welches Verhalten gelernt wird, hängt von verschiedenen Faktoren ab.


Abstract

Albert Bandura sagt in seiner Sozialen Lerntheorie aus, daß ein Erwachsener ein Verhalten oder eine Einstellung durch bloßes Beobachten eines Modells erlernen kann. Mit Modell ist nicht nur ein Mensch gemeint, sondern alles das zeigt, wie etwas gemacht wird - also auch Bücher, Fernsehen, Betriebsanleitungen etc. Welches Verhalten gelernt wird, hängt von verschiedenen Faktoren, wie den Eigenschaften des Modells, der Aufmerksamkeit des Beobachters und der Situation ab. Um das im Gedächtnis gespeicherte Modellverhalten nachahmen zu können, braucht der Beobachter verschiedene körperliche und psychische Fähigkeiten, wie z.B. genaue Beobachtungsgabe, Fähigkeit zur Nachbildung der Handlung, Symbolisierungsfähigkeit, Fähigkeit zur Selbstreflektion u.a. Ob das gelernte Verhalten dann tatsächlich gezeigt wird, hängt von der Motivation des Beobachters ab, z.B. von seien bisher mit diesem Verhalten gemachten Erfahrungen, seinen Einschätzungen der eigenen Kompetenz und der Aussicht auf Selbstbekräftigung. In jüngster Zeit hat sich Bandura vor allem mit der Selbstwirksamkeit beschäftigt - das ist einerseits die Einschätzung der eigenen Kompetenz und andererseits die Abschätzung der Wirksamkeit des eigenen Verhaltens. Die Effekte und Folgen der Selbstwirksamkeitseinschätzungen sind besonders für die Klinische Psychologie und Therapie, aber auch für die Arbeits- und Organisationspsychologie sehr interessant, da sie Aussagen über die Möglichkeiten der Verhaltensmodifikation machen. Zum Abschluß meiner Arbeit möchte ich die Vor- und Nachteile der Sozialen Lerntheorie diskutieren und einen Ausblick auf den Einsatz in Forschung und Anwendung geben.


Excerpt (computer-generated)

Albert Bandura und seine Soziale Lerntheorie
Die Abkehr vom orthodoxen Behaviorismus



Adelheid Kühn

Inhaltsverzeichnis

1 Albert Bandura

2 Soziale Lerntheorie

2.1 Beobachtungslernen

2.1.1 Verhaltensabbilder
Aufmerksamkeitsprozesse
Behaltensprozesse
Unterscheidung zwischen Aneignung und Ausführung
2.1.2 Motorische Fähigkeiten
2.1.3 Psychische Fähigkeiten
Fähigkeit zur Symbolisierung
Fähigkeit zur Selbstregulation
Fähigkeit zur Selbstreflektion
2.1.4 Reziproke Interdependenz von Verhalten und Umwelt
2.1.5 Motivation
Erfolgserwartungen - direkte externe Bekräftigung Selbstbekräftigung
Erwerb von Standards - stellvertretende Selbstbekräftigung
Effekte der stellvertretenden externen Bekräftigung

2.2 Selbstwirksamkeit

2.2.1 Verhaltenskontrolle durch Kompetenzerwartungen
Erwerb von Kompetenzerwartungen
Folgen von Kompetenz- gepaart mit Erfolgserwartungen auf Handeln und Erleben:
2.2.2 Hauptquellen, die Wirksamkeitserwartungen erzeugen bzw. modulieren
2.2.3 Modifikation der Selbstwirksamkeit
2.2.4 Effekte der Selbstwirksamkeit
2.2.5 Gruppenwirksamkeit

3 Menschenbild der Sozialen Lerntheorie

4 Bewertung der Sozialen Lerntheorie Banduras

4.1 Lob
4.2 Kritik

5 Resumé und Ausblick

 

 

 

 

 

Zusammenfassung

Albert Bandura sagt in seiner Sozialen Lerntheorie aus, daß ein Erwachsener ein Verhalten oder eine Einstellung durch bloßes Beobachten eines Modells erlernen kann. Mit Modell ist nicht nur ein Mensch gemeint, sondern alles das zeigt, wie etwas gemacht wird - also auch Bücher, Fernsehen, Betriebsanleitungen etc. Welches Verhalten gelernt wird, hängt von verschiedenen Faktoren, wie den Eigenschaften des Modells, der Aufmerksamkeit des Beobachters und der Situation ab. Um das im Gedächtnis gespeicherte Modellverhalten nachahmen zu können, braucht der Beobachter verschiedene körperliche und psychische Fähigkeiten, wie z.B. genaue Beobachtungsgabe, Fähigkeit zur Nachbildung der Handlung, Symbolisierungsfähigkeit, Fähigkeit zur Selbstreflektion u.a. Ob das gelernte Verhalten dann tatsächlich gezeigt wird, hängt von der Motivation des Beobachters ab, z.B. von seien bisher mit diesem Verhalten gemachten Erfahrungen, seinen Einschätzungen der eigenen Kompetenz und der Aussicht auf Selbstbekräftigung.

In jüngster Zeit hat sich Bandura vor allem mit der Selbstwirksamkeit beschäftigt - das ist einerseits die Einschätzung der eigenen Kompetenz und andererseits die Abschätzung der Wirksamkeit des eigenen Verhaltens. Die Effekte und Folgen der Selbstwirksamkeitseinschätzungen sind besonders für die Klinische Psychologie und Therapie, aber auch für die Arbeits- und Organisationspsychologie sehr interessant, da sie Aussagen über die Möglichkeiten der Verhaltensmodifikation machen.
Zum Abschluß meiner Arbeit möchte ich die Vor- und Nachteile der Sozialen Lerntheorie diskutieren und einen Ausblick auf den Einsatz in Forschung und Anwendung geben.

1 Albert Bandura

Albert Bandura wurde 1925 in Alberta (Kanada) geboren. Er studierte Psychologie an der Universität von Britisch Columbia. Für seinen Studienschwerpunkt Klinische Psychologie wechselte er nach dem Examen an die Universität von Iowa, welche damals ganz dem Behaviorismus in der Tradition von Hull verschrieben war. Als erstes großes Projekt erforschte er zusammen mit Richard Walters die familiären Interaktionsprozesse, die bei Kindern zu aggressiven Verhaltensweisen führen. Dabei fiel ihm die Bedeutung von Lernprozessen auf, die auf bloßer Beobachtung von anderen Personen basieren.
Beginnend mit seiner Antrittsrede als Präsident der APA (American Psychological Association) 1974 wandte sich Bandura in jüngster Zeit in erster Linie dem Selbstsystem zu, hier vor allen Dingen der Selbstwirksamkeit. In dieser 1976 veröffentlichten Rede ("Verhaltenstheorie und die Modelle des Menschen") machte Bandura seine Abkehr vom orthodoxen Behaviorismus deutlich. Im Gegensatz zu diesem geht Banduras Menschenbild von einer wechselseitigen Beeinflussung von Person und Umwelt aus ("reziproker Determinismus" s. u.).
Weitere Forschungsinteressen: Anwendung lernpsychologischer Konzepte auf klinisch-psychologische Phänomene, Imitation, Identifikation, soziale Verstärkung, Selbstverstärkung, Selbstsystem, Selbstwirksamkeit, Techniken zur Verhaltensmodifikation.

Banduras Publikationen:

Bandura, A. & Walters, R.H. (1959( Adolescent aggression. New York: Ronald Press.
Bandura, A. & Walters, R.H. (1963) Social learning and personality developement. New York: Holt, Rinehart & Winston.
Bandura, A. (1969) Principles of behavior modification. New York: Holt, Rinehart & Winston.
Bandura, A. (1973) Aggression. A social learning analysis. Englewood Cliffs. New York: Prentice-Hall.
Bandura, A. (1979a) Aggression. Stuttgart: Klett-Cotta.
Bandura, A. (1976) Lernen am Modell. Stuttgart: Klett-Cotta.
Bandura, A. (1977a) Social learning theory. Englewood Cliffs. New York: Prentice-Hall.
Bandura, A. (1979b) Sozial-kognitive Lerntheorie. Stuttgart: Klett-Cotta

2 Soziale Lerntheorie

[...]


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