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Wenn Zeugen Jehovas die Bluttransfusion verweigern - Ethische Standpunkte

Scholarly Research Paper,  2003, 14 Pages
Price: 5,99 EUR (E-Book), 10,99 EUR (Book)
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Description

Archive No.:
V21696
ISBN (E-book):
978-3-638-25256-0
ISBN (Book):
978-3-638-78869-4
DOI:
10.3239/9783638252560
File size:
209 KB

Category:
Scholarly Research Paper
Year:
2003
Pages:
14
Grade:
1,3
Language:
German

Tags:

Abstract

„Die religiösen Lehren sind sämtliche Illusion, unbeweisbar, niemand darf gezwungen werden, sie für wahr zu halten, an sie zu glauben. Einige von ihnen sind so unwahrscheinlich, so sehr in Widerspruch zu allen, was wir mühselig über die Realität der Welt erfahren haben, dass man sie - mit entsprechender Berücksichtigung der psychologischen Unterschiede – mit Wahnideen vergleichen kann.“ Sigmund Freud, Psychoanalytiker (1856-1939) Dieses Zitat von Freud macht deutlich, dass Glauben auf keine Lehren aufbaut, die real belegbar sind. Diese Tatsache führt zu Problemen zwischen einer weltlichen und einer vom Glauben bestimmten Lebensauffassung. Denn die Verhaltensweisen der Menschen basieren auf unterschiedlichen Wertvorstellungen, nach denen sie ihr eigenes Tun und das Handeln ihrer Mitmenschen als „gut“ oder „böse“, „richtig“ oder „falsch“ bewerten, was wiederum zu Widersprüchen führt. In der Medizin spitzt sich dieser Konflikt oft zu, wenn die Behandlungsmethoden des Arztes nicht mit dem Glauben des Patienten vereinbar sind. Ich möchte diesen Konflikt am Beispiel der Zeugen Jehovas darstellen, die aus Glaubensgründen eine zum Teil lebensnotwendige Bluttransfusion ablehnen. Meine Studienarbeit enthält sowohl medizinische und rechtliche Daten zur Blutübertragung, als auch Informationen zur Glaubensgemeinschaft der Zeugen Jehovas. Weiterhin stelle ich die Medizinische Ethik und die Glaubensethik, als Richtungen der Ethik vor, um auf moralische Fragen bezüglich der Verweigerung von Blutübertragungen bei den Zeugen Jehovas einzugehen. Mir liegt es jedoch fern, die Glaubensgemeinschaft in dieser Studienarbeit zu verurteilen oder deren Lehren, wie Sigmund Freud es nennt, als „Wahnideen“ darzustellen.

Excerpt (computer-generated)

Wenn Zeugen Jehovas die Bluttransfusion verweigern -
Ethische Standpunkte

 


von: Doreen Hunger

Inhaltsverzeichnis

Einleitung 1

1. Definition des Begriffs der Bluttransfusion 2

2. Verweigerung der Bluttransfusion bei den Zeugen Jehovas 3

2.1 Die Glaubensgemeinschaft der Zeugen Jehovas 3
2.2 Gründe für die Ablehnung der Bluttransfusion 4
2.3 Gesetzliche Grundlagen für die behandelnden Ärzte 5

3. Ethische Ansätze 6

3.1 Medizinische Ethik als Teil der Berufsethik 6
3.2 Glaubensethik 7

4. Standpunkte zu ethischen Fragen bezüglich der Bluttransfusion bei den Zeugen Jehovas 7

4.1 Wie ist das Unterlassen einer lebenswichtigen Bluttransfusion, auf Wunsch des Patienten, ethisch zu rechtfertigen? 7
4.2 Ist es ethisch vertretbar, gegen den Willen des Patienten, eine Bluttransfusion durchzuführen? 9
4.3 Werden Eltern der Verantwortung des Sorgerechtes gerecht, wenn sie eine Bluttransfusion bei ihren minderjährigen Kindern ablehnen? 10

Schlussteil 11

Literaturverzeichnis

 

 

 

 


Einleitung

„Die religiösen Lehren sind sämtliche Illusion, unbeweisbar, niemand darf gezwungen werden, sie für wahr zu halten, an sie zu glauben. Einige von ihnen sind so unwahrscheinlich, so sehr in Widerspruch zu allen, was wir mühselig über die Realität der Welt erfahren haben, dass man sie - mit entsprechender Berücksichtigung der psychologischen Unterschiede – mit Wahnideen vergleichen kann.“ Sigmund Freud, Psychoanalytiker (1856-1939) Dieses Zitat von Freud macht deutlich, dass Glauben auf keine Lehren aufbaut, die real belegbar sind. Diese Tatsache führt zu Problemen zwischen einer weltlichen und einer vom Glauben bestimmten Lebensauffassung. Denn die Verhaltensweisen der Menschen basieren auf unterschiedlichen Wertvorstellungen, nach denen sie ihr eigenes Tun und das Handeln ihrer Mitmenschen als „gut“ oder „böse“, „richtig“ oder „falsch“ bewerten, was wiederum zu Widersprüchen führt.

In der Medizin spitzt sich dieser Konflikt oft zu, wenn die Behandlungsmethoden des Arztes nicht mit dem Glauben des Patienten vereinbar sind. Ich möchte diesen Konflikt am Beispiel der Zeugen Jehovas darstellen, die aus Glaubensgründen eine zum Teil lebensnotwendige Bluttransfusion ablehnen. Meine Studienarbeit enthält sowohl medizinische und rechtliche Daten zur Blutübertragung, als auch Informationen zur Glaubensgemeinschaft der Zeugen Jehovas. Weiterhin stelle ich die Medizinische Ethik und die Glaubensethik, als Richtungen der Ethik vor, um auf moralische1 Fragen bezüglich der Verweigerung von Blutübertragungen bei den Zeugen Jehovas einzugehen. Mir liegt es jedoch fern, die Glaubensgemeinschaft in dieser Studienarbeit zu verurteilen oder deren Lehren, wie Sigmund Freud es nennt, als „Wahnideen“ darzustellen.

1. Definition des Begriffs der Bluttransfusion

Die Bluttransfusion ist die Übertragung von Vollblut oder Blutbestandteilen (z.B.: Erythrozyten-, Leukozyten-, Thrombozytenkonzentrat) eines Blutspenders, mittels Venenkanüle direkt in die Blutbahn des Empfängers. Die Vollblutübertragung, auch Austauschtransfusion genannt, bildet heutzutage eher eine Ausnahme. Sie kommt nur zum Einsatz, um massiven Hämolysen (Zerstörung der körpereigenen roten Blutkörperchen), zum Beispiel bei Transfusionszwischenfällen, bei hämolytischen Krisen der Sichelzellanämie, bei der Blutgruppenunverträglichkeit zwischen Mutter und Neugeborenem, vorzubeugen und bei starken Blutungen nach einem Unfall. Hierfür wird Frischblut verwendet, das nicht älter als 72 Stunden sein darf. Ansonsten werden nur Blutbestandteile transfundiert.

[...]


1 Moral: „ Eine Moral ist der Inbegriff jener Normen und Werte, die durch gemeinsame Anerkennung als verbindlich gesetzt worden sind und in der Form von Geboten (Du sollst…; es ist deine Pflicht…) oder Verboten (Du sollst nicht…) an die Gemeinschaft der Handelnden appellieren. …“ (Annemarie Pieper, Einführung in die Ethik, 2000, S.32)

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