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Scholary Paper (Seminar), 2001, 19 Pages
Author: Wolfgang Arbter
Subject: Film Science
Details
Institution/College: University of Education Ludwigsburg (Institut für Sprachen)
Tags: Merkmale, Thriller, Thrillerelemente, Filmen, Alfred, Hitchcocks, Filmanalyse
Year: 2001
Pages: 19
Grade: 1,5
Bibliography: ~ 7 Entries
Language: German
ISBN (E-book): 978-3-638-11341-0
File size: 204 KB
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Excerpt (computer-generated)
PH Ludwigsburg
Seminar: Filmanalyse
SS 2001
Merkmale des Thriller
und
Thrillerelemente in Filmen Alfred Hitchcocks
Seminararbeit von
Wolfgang Arbter
2. Sem. Sonderpädagogik
Inhalt
1. Einleitung 3
2. Der Thrill 4
2.1 Zuschauer und Thrillerheld 4
2.2 Der Reiz des Ausbrechens 5
2.3 Gefühle und Gefahr 6
2.4 Verbrechen als Auslöser 6
3. Die Werkzeuge des Thriller 8
3.1 MacGuffin 8
3.2 Suspense 9
3.3 Überraschung 10
3.4 Wiederkehrende Bilder und Motive 11
4. Thrillerelemente in verschiedenen Filmen Hitchcocks 12
4.1 The 39 Steps 12
4.2 Psycho 14
5. Schluss 17
6. Anlage: Filmausschnitte auf der beiliegenden Videokassette 18
7. Literaturverzeichnis 19
1. Einleitung
Das Genre des Thriller im Film ist beinahe so alt wie der Film selbst. Seit rund hundert Jahren begeben sich Menschen in Filmvorführungen, um sich die Geschichten über Mord und Verbrechen anzusehen und um den Weg der Thrillerhelden über die unterschiedlichsten Hürden zu teilen. Und sie teilen ihn nicht nur durch reine Betrachtung irgendeines Geschehens auf der Leinwand, sondern sie lassen sich mitreißen, lassen sich entführen, liefern sich mit ihren Gefühlen dem Film aus. Denn Thriller sind Fallstricke, Maschinen zur Lenkung von Publikumsreaktionen1.
Der wohl bedeutendsten Macher solcher Filme, Alfred Hitchcock, träumte von Zeiten, da man vielleicht gar keine Filme mehr machen bräuchte, sondern das Publikum einfach an Elektroden anschließen könnte, um die gewünschten Reaktionen hervorzurufen und auf ihnen zu spielen wie auf einer gigantischen Orgel.2
Aber warum lassen Menschen das mit sich machen? Was macht den Reiz einer solchen Entführung für den Zuschauer aus? Warum und wie schafft es der Film immer wieder, dass sich die Zuschauer freiwillig diesem Thrill ausliefern? Die vorliegende Seminararbeit will versuchen, Antworten auf diese Fragen zu finden. Dazu muss sie zum einen die Wirkung des Thrill auf den Zuschauer aufzeigen und dessen Motivation, sich diesem auszuliefern, und zum anderen muss sie auf die wichtigsten Werkzeuge eingehen, derer sich der Thriller bedient, um die erwünschte Wirkung zu erzielen.
Wenn man sich mit den oben formulierten Fragen beschäftigt liegt es nahe, dass man v.a. die Arbeit der Menschen betrachtet, welche die Entwicklung des Genre Thriller entscheidend mitgeprägt haben. Einer der wichtigsten auf diesem Gebiet war Alfred Hitchcock. Er war wegweisend in der Entwicklungsgeschichte des Thriller, weshalb seine Filme in dieser Arbeit auch als Beispielwerke zur näheren Betrachtung der vorher besprochenen Punkte dienen sollen. Leider kann im gegebenen Rahmen nur auf einige Abschnitte zweier seiner Filme eingegangen werden, doch eine Übertragung der Ergebnisse auf weitere seiner und auch anderer Werke liegt dank der Beispielhaftigkeit von ,,The 39 Steps" und ,,Psycho" nicht fern.
2. Der Thrill
Der Thriller ist ein Filmgenre, das durch Verwendung verschiedener Effekte beim Zuschauer Angst und die daraus resultierende Spannung erzeugen will. Doch anders als bei den verwandten Genres Kriminal-, Horror- oder Actionfilm geht der Thriller über die Erzeugung rein emotional gesteuerter Spannung hinaus. Der Zuschauer soll nicht mehr nur objektiver Beobachter einer unterhaltendenden Handlung sein; Ziel ist die vollständige Einbeziehung des Zuschauers, die bis zur Erzeugung physischer Reaktionen der Erregung reichen kann. Das ist dann der Nervenkitzel, der Schauer, im Englischen der Thrill, von dem das Genre seinen Namen hat.
2.1 Zuschauer und Thrillerheld
Diese Einbeziehung des Zuschauers geschieht auf mehreren Ebenen. Zuerst sind die Parallelen der Situation des Zuschauers zur Ausgangssituation des Thriller bzw. des Thrillerhelden zu nennen. Der Thriller zeigt am Anfang meist Personen, die einen geordneten Weg gehen und mit beiden Beinen fest im Leben stehen, oder vielleicht besser: sich in die Gesellschaft eingefügt haben. Erst im Lauf der Geschichte werden sie aus dieser Sicherheit herausgerissen und müssen sich in einer fremden und bedrohlichen (oft unbewusst selbstverschuldeten) Situation zurechtfinden.
Der Thrillerheld ist ein „Durchschnittsmensch“ mit uneingestandenen Wünschen, weit von seiner Selbstverwirklichung entfernt, doch mit einer nahezu perfekten gesellschaftlichen Rolle ausgestattet, [der] gezwungen [wird], sich mit seiner Angst auseinanderzusetzen und sie zu überwinden, indem ihm durchs Schicksal und durch den Zufall eben jene Rückzugsmöglichkeiten auf die gesellschaftliche Stellung genommen werden.3
Das heißt, dem Zuschauer wird zu Beginn des Films eine starke Identifikation mit dem Helden ermöglicht, weshalb er sich dann später auch viel leichter und mit einem großen Anteil persönlicher Beteiligung in den Strudel der Ereignisse hineinziehen lässt. Denn genau wie der Thrillerheld ist der „Durchschnittszuschauer“ kein Mensch, der sich freiwillig in wirkliche Gefahr begeben würde, sich allerdings insgeheim, vielleicht auch um des damit verbundenen Stücks Freiheit Willen, doch danach sehnt.
2.2 Der Reiz des Ausbrechens
Ein anderer Aspekt, bei dem sowohl die Angst, als auch die Sehnsucht nach Freiheit bedient wird, ist die Wandlung, die der Held wegen der neuen unbekannten Situation durchläuft. Er muss sich ihr anpassen bzw. sich ihr stellen, muss, um sie zu bestehen, Rollen spielen und Masken aufsetzen.
[...]
1 Taylor (1980), S. 276
2 Taylor (1980), S. 276
3 Seesslen (1995), S. 28
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