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"Il ne se passe rien en somme" - Machiavellis Verfassungszyklus im Kontext seiner antiken Vorbilder

Termpaper, 2002, 23 Pages
Author: Max Orlich
Subject: Politics - Political Theory and the History of Ideas Journal

Details

Category: Termpaper
Year: 2002
Pages: 23
Grade: 1,0
Language: German
Archive No.: V22102
ISBN (E-book): 978-3-638-25532-5

File size: 229 KB
Notes :
Nach einer einführenden Darstellung der Denkweise Machiavellis bzw. seines Staatsbegriffes und seines Modells des Verfassungszyklus wird letzteres in den Kontext der antiken Quellen und Vorbilder wie unter anderem Aristoteles, Platon, Cicero und Polybios eingeordnet. Abschließend wird Machiavellis Vorgehensweise im Kontext der Renaissance bewertet.



Excerpt (computer-generated)

„Il ne se passe rien en somme“ (Georges Perec)
Machiavellis Verfassungszyklus im Kontext seiner antiken Vorbilder

 


von: Max Orlich

INHALTSVERZEICHNIS

I. Einleitung 1

II. Problembezogene Einführung in die Argumentation Machiavellis 2

II.1. Die konstanten Elemente im Denken Machiavellis 2

II.1.1. Die Weltsubstanz 2
II.1.2. Die menschliche Natur 3
II.1.3. Die Geschichte 5

II.2. Das Modell des Verfassungszyklus bei Machiavelli  5
II.3. Einflußmöglichkeiten im Zyklusmodell und daraus abgeleitete Aufgabe des Staates bei Machiavelli 7

II.3.1. Aufgabe des Staates und Funktion der virtù 8

III. Versuch einer Rekonstruktion Machiavellis über antike Autoren 11

III.1. Verfassungslehre in der Antike 11
III.2. Zusammenfassung und die Frage nach Aufgabe und Sinn des Staates 16

IV. Schlußbetrachtung: Machiavelli und die Renaissance 18

V. Literatur 20

 

 


I Einleitung

„Es ist von der Natur den menschlichen Dingen nicht gestattet, stille zu stehen. Wie sie daher ihre höchste Vollkommenheit erreicht haben und nicht mehr steigen können, müssen sie sinken. Ebenso, wenn sie gesunken sind, durch die Unordnung zur tiefsten Niedrigkeit herabgekommen, und also nicht mehr sinken können, müssen sie notwendig steigen. So sinkt man stets vom Guten zum Übel und steigt vom Übel zum Guten.“1

„Wenn man die alten und neuen Begebenheiten betrachtet, erkennt man leicht, dass alle Städte und alle Völker von jeher dieselben Wünsche und Launen hatten, so ist es ein leichtes die zukünftigen Ereignisse vorherzusehen.“2 Das Denken Machiavellis steht seit mehreren Jahrhunderten im Mittelpunkt einer intensiven Diskussion. Dabei geht es häufig um die Frage, ob aus seinen Schriften der Machiavellismus abgeleitet werden kann, ob er als der erste Vertreter der Lehre von der Staatsraison gelten kann und wie seine Wirkungsgeschichte zu beurteilen ist. Diese Arbeit wird den Schwerpunkt auf andere Elemente des machiavellischen Denkens legen: im Mittelpunkt steht dabei die Theorie des zyklischen Verfassungswandels und die damit eng verbundenen Aspekte, sowie der Vergleich der Argumentation Machiavellis mit der seiner Vorbilder aus der griechischen und römischen Antike, vor allem Platon, Aristoteles, Polybios und Cicero. Dass Livius, der von Machiavelli in den Discorsi als Quelle verwendet wird, nicht berücksichtigt wird, ergibt sich aus der Fragestellung dieser Arbeit. Im Zentrum des Interesses steht also die im Titel3 angedeutete Frage: ‚passiert wirklich nichts in der Geschichte?‘‚passiert nur nicht unvorhersehbares bzw. neues?‘ oder ‚passiert nichts, weil die Entwicklung stets zum Ausgangspunkt zurückkehrt?‘ Es geht also nicht um eine Überprüfung seiner Quellenarbeit in bezug auf Livius, sondern vielmehr um eine Rekonstruktion der Theorie des Verfassungswandels und der damit zusammenhängenden Faktoren und um den Versuch einer Erläuterung dieser Argumentation aus den genannten antiken Denkern.

Dafür ist es nötig, problembezogen in die Argumentation Machiavellis einzuführen (II). Zuerst einmal werden hier die zugrunde liegenden Ansichten Machiavellis zu konstanten Elementen (II.1.) wie der Weltsubstanz (II.1.1.), dem Menschenbild (II.1.2.) und der Geschichte (II.1.3.) dargestellt. Auf dieser Basis kann anschließend sein Modell des Verfassungszyklus (II.2.) nachgezeichnet werden. Abschließend ist es noch von Bedeutung, die Aufgabe bzw. Einflusssphäre der Politik und des Menschen und die ihm zur Verfügung stehenden Mittel innerhalb dieses Zyklus zu skizzieren (II.3.). Dabei stehen der virtù-Begriff und die Funktion des Staates (III.3.1.), im Mittelpunkt. Im folgenden werden die für Machiavelli herausgearbeiteten Aspekte mit Hilfe der antiken Autoren untersucht (III.). Es erscheint dabei sinnvoll, zuerst (III.1.) von der unter II.2. erarbeiteten zyklischen Verfassungstheorie auszugehen, und im folgenden (III.2.) im Rahmen einer Zwischenbilanz noch auf damit verbundene Theorieelement wie Menschenbild und Aufgabe des Staates Bezug zu nehmen. Unter IV wird abschließend interessieren, inwieweit sich diese Zusammenhänge und Widersprüche zwischen Antike und Machiavelli aus dem Zeitkontext Machiavellis, d.h. der politischen Krisensituation Italiens, heraus erklären lassen. Dabei stehen wiederum Menschenbild und Zyklusmodell im Mittelpunkt, ergänzt durch die Frage, inwieweit Machiavelli als ‚Kind seiner Zeit‘ zu bewerten ist.

II Problembezogene Einführung in die Argumentation Machiavellis

[...]


1 Machiavelli zitiert in: Hans-Dieter Stell: „Machiavelli und Nietzsche- eine strukturelle Gegenüberstellung ihrer Philosophie und Politik“, Inaugural-Dissertation, München, 1987, S. 43, (im folgenden zitiert als: Stell: „Machiavelli und Nietzsche“).
2 Niccolò Machiavelli: „Hauptwerke. Vom Staate. Vom Fürsten. Kleine Schriften“, Parkland Verlag, Köln, 2000, S. 120, (im folgenden zitiert als: Machiavelli: „Hauptwerke“).
3 Georges Perec (1936-1982): französischer Soziologe, Schriftsteller und Mitglied der Gruppe ‚OuLiPo‘.


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