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Presentation (Elaboration), 2001, 14 Pages
Author: Yvonne Löcke
Subject: English Language and Literature Studies - Culture and Applied Geography
Details
Institution/College: University of Münster (Englisches Seminar)
Tags: Lollarden, Bücher, English, Libraries, Middle, Ages
Year: 2001
Pages: 14
Grade: 2,0
Language: German
ISBN (E-book): 978-3-638-25709-1
File size: 303 KB
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Excerpt (computer-generated)
Die Lollarden und ihre Bücher:
Die Auswirkungen der Lollardenbewegung
auf die mittelalterliche Buchproduktion
von: Yvonne Hewer
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung 4
2. Zusammenkünfte der Lollarden 4
2.1. Geheimtreffen 4
2.2. Schulen 6
3. Die Lollarden und ihre Bücher 7
3.1. Buchproduktion 7
3.2. Buchbesitz 9
4. Die Glaubensdoktrin der Lollarden und deren Rezeption als Häresie 10
4.1. Der Glaube der Lollarden 10
4.2. Maßnahmen gegen die Ausbreitung der Häresie 11
5. Resümee 13
Literaturverzeichnis 14
1. Einleitung
Zurückgehend auf den gelehrten Theologen John Wyclif, der mit seinem Angriff der Sakramentenlehre zum ersten großen Kirchenkritiker des Mittelalters wurde, formierte sich noch zu seinen Lebzeiten im ausgehenden 14. Jahrhundert eine Laienbewegung, die abwertend unter dem Namen Lollarden bekannt wurde. Spätestens seit 1395, mit dem Anschlagen der Twelve Conclusions1 an die Türen von Westminster Hall und St. Paul’s Cathedral, konnte die Tatsache, dass die Lehre Wyclif’s den universitären und gelehrten Bereich verlassen hatte und nun zu einer Angelegenheit von immenser Bedeutung für eine Gruppe von Exoterikern geworden war, niemandem mehr verborgen sein.2 Obwohl von Kirche und Staat gleichwohl als Ketzer geächtet und verfolgt, schafften es die Lollarden, bis in das beginnende 16. Jahrhundert hinein einen großen Einfluss auf das englische Gedankengut auszuüben und dabei einen wertvollen Beitrag zur mittelalterlichen Buchproduktion zu leisten. Im Folgenden sollen nun die Organisation der Lollardenbewegung, Aspekte der Buchproduktion und die Reaktion der Kirche auf diese als häretisch verschrieene Gruppe beleuchtet werden.
2. Zusammenkünfte der Lollarden
2.1. Geheimtreffen
Die Lollardenbewegung organisierte sich sowohl in formellen und fast rituellen Zusammenkünften, die zumeist in Privathäusern stattfanden, als auch durch flüchtige Konversationen zwischen Nachbarn auf der Straße.3 Die formellen Treffen fanden in verschiedenen geschlechterspezifischen Gruppen statt, die sich aus verheirateten Paaren auf der einen und aus alleinlebenden Männern auf der anderen Seite zusammensetzten. 4 Hieran wird deutlich, dass alleinlebende Frauen bei diesen formellen Treffen nicht akzeptiert wurden oder zumindest benachteiligt waren. Eine Ausnahme davon bildet Coventry, wohl der einzige Ort, in dem auch verwitwete oder allein lebende Frauen eigene Zusammenkünfte veranstaltet haben.5 Als berühmteste dieser Frauen ist die Witwe Alice Rowley zu nennen, deren Engagement von Männern wie von Frauen gleich geschätzt wurde.6
Das ursprüngliches Ziel der Lollarden, das Christentum von nicht-biblischen Ablagerungen zu befreien, um zu einer reineren, auf der Schrift basierenden Religion zurückzukehren, zeigte sich während der formellen Zusammenkünfte in dem hohen Stellenwert, den das Lesen von Büchern und deren Auslegung hatte.7 Da das Predigen laut orthodoxem Handbuch nur in der Kirche oder an öffentlichen Orten erlaubt war und in Privathäusern als ketzerisch galt, war große Geheimhaltung geboten, die die Lollarden aber eher in ihren Überzeugungen zu bestärken schien, verglichen sie sich doch mit den Jüngern aus der Apostelgeschichte, die sich aus Angst vor den Juden ebenfalls hinter verriegelten Fenstern und Türen getroffen hatten.8
[...]
1 Der Inhalt der Twelve Conclusions wird in Kapitel 4.1. „Der Glaube der Lollarden“ noch näher erläutert
2 vgl. Aston M., Richmond C. (Hrsg.), Lollardy and the Gentry in the Later Middle Ages, Sutton Publishing Limited, Gloucestershire 1997. 1.
3 vgl. Mc Sheffrey (1995). 47.
4 vgl. ebd. 25.
5 vgl. ebd. 29.
6 vgl. ebd. 30.
7 vgl. ebd. 142.
8 vgl. Hudson (1988). 156
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