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Klaus Mann, das enfant terrible des Olymps

Essay, 2003, 6 Pages
Author: Martine Schreiber-Bleurvacq
Subject: German - Literature, Works

Details

Event: Seminar
Institution/College: University of Potsdam (Germanistik)
Tags: Klaus, Mann, Olymps, Seminar
Category: Essay
Year: 2003
Pages: 6
Grade: 2
Language: German
Archive No.: V22627
ISBN (E-book): 978-3-638-25912-5

File size: 191 KB


Excerpt (computer-generated)

Klaus Mann, das enfant terrible des Olymps

 

 

 


von: Martine Schreiber-Bleurvacq

"Man hat mich wieder sehr herzlich nach Prag eingeladen. Vielleicht fahren wir dorthin gemeinsam, Erika - im Automobil? zu Tito möchte ich lieber nicht... alles Liebe, Treue, Schöne dem Papa und Euch vom lieben, treuen, schönen K.", schreibt Klaus Mann (1906-1949) an seine Familie vierundzwanzig Stunden vor seinem Tod.
Selbstmord?

Klaus Mann - sagt man - wurde von seinem mächtigen berühmten Vater, Thomas Mann, erdrückt und war leicht verletzbar.
Sicher, der schreib- und drogensüchtige Mensch Klaus Mann wurde ausgebürgert, die deutsche Staatsbürgerschaft wurde ihm aberkannt und seine Werke wurden verboten. Sicher, er war von Unruhe getrieben, homosexuell und führte ein exzessives Leben. Ja, er war schockiert sein Elternhaus nach dem zweiten Weltkrieg in Trümmern vorzufinden und noch mehr schockiert zu erfahren, dass das Haus für das Projekt ‚Lebensborn′ in der SS-Zeit missbraucht wurde. Er und seine Schwester hatten sich immer vorgestellt in das andere ehrbare Deutschland Goethes und Schillers zurückzukehren.
Seine Lieblingsthemen: Liebe, Homosexualität, Drogen, Suizid, Todessehnsucht waren nicht gerade Themen, die Schreie vor Begeisterung nach sich brachten oder das Herz wärmten.

ABER: waren diese Lebensart und Themen nicht zeitgemäß? Betrafen sie nicht alle Menschen, Schriftsteller und Künstler zwischen und während der Zeit des Expressionismus und der Weimarer Republik, besonders jene, die zwei Weltkriege erleben mussten? Der Glauben an die Menschen war erloschen. Innenwelt, Mitmenschen, Sinnfrage, Wahnsinn, Verfall, Tod, Selbstmord, Wunsch nach Aktion, Vater-Sohn-Konflikt waren die beherrschenden Themen dieser Epochen.
Nichts Außergewöhnliches.
Natürlich waren die Menschen in diesen Zeiten besonders verletzbar, natürlich waren sie, die Emigranten, Außenseiter. War Klaus Mann ein besonderer Außenseiter unter den Außenseitern?
Auf die Frage (1930): "Kann der Künstler die Welt ändern?" schrieb Klaus Mann: "Ich antworte mit einem dreifachen Ja." Hat er doch nichts ändern können? Hat er wirklich Selbstmord begehen wollen oder war der Tod ein unglücklicher Zufall? Müssen seine Selbstmordversuche wirklich als Mordabsichten gedeutet werden? Steckte nicht vielmehr die Absicht dahinter, es bei Versuchen zu lassen, um, neben den Worten, einen schweigsamen Appell zur Vernunft und Besinnung den Menschen zukommen zu lassen? Beabsichtigte er wirklich seine Ziele aufzugeben und zu sterben?

[...]


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