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Krankheit und Heilung

Scholary Paper (Seminar), 2003, 16 Pages
Author: Ulrike Caspari
Subject: Ethnology / Cultural Anthropology

Details

Event: Kultur und Gesellschaft auf der Halbinsel Yucatán im 20. Jahrhundert
Institution/College: Free University of Berlin (Lateinamerikainstitut)
Tags: Krankheit, Heilung, Kultur, Gesellschaft, Halbinsel, Yucatán, Jahrhundert
Category: Scholary Paper (Seminar)
Year: 2003
Pages: 16
Grade: 2
Language: German
Archive No.: V22695
ISBN (E-book): 978-3-638-25969-9

File size: 191 KB
Notes :
Der Gebrauch von Medizinalpflanzen spielte im Leben der alten Maya eine wichtige Rolle. Bis heute hat sich vor allem in den ländlichen Gemeinschaften ein traditionelles Medizinwesen erhalten. Traditionelle Gesellschaften, vergangene und heutige, haben ihre Methoden auf einer anderen Ebene, als die moderne westliche Medizin, in der Krankheiten lange als ein rein biologisches Problem angesehen wurden . Bei traditionellen Gesellschaften hat die Medizin einen einheitlichen Charakter und ...



Excerpt (computer-generated)

Krankheit und Heilung

 


von: Ulrike Caspari

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung 3

2. Methoden und Aufgabenfelder der Heiler 3

3. Die Beziehung zwischen Heiler und Patient 5

4. Vorstellungen von Krankheiten und ihren Ursachen 6

4.1. Schlechte Winde 6
4.2. Der böse Blick 8
4.3. Heiß und kalt 9
4.4. Kex-Rituale 10

5. Empfängnis, Schwangerschaft, Geburt 12

6. Aktuelle Situation und Zukunft der Heiler 13

7. Gesundheitszustand der ärmeren Bevölkerung Yucatáns 14

8. Quellen 16


 

 

 

 

1. Einleitung

Der Gebrauch von Medizinalpflanzen spielte im Leben der alten Maya eine wichtige Rolle. Bis heute hat sich vor allem in den ländlichen Gemeinschaften ein traditionelles Medizinwesen erhalten.

Traditionelle Gesellschaften, vergangene und heutige, haben ihre Methoden auf einer anderen Ebene, als die moderne westliche Medizin, in der Krankheiten lange als ein rein biologisches Problem angesehen wurden1. Bei traditionellen Gesellschaften hat die Medizin einen einheitlichen Charakter und unterscheidet nicht zwischen mentaler und körperlicher Krankheit. Es wird geglaubt, dass einige Krankheiten auf natürliche Ursachen zurückgehen, während andere von übernatürlichen Kräften verursacht werden. Ist die Behandlung einer Krankheit nicht wirkungsvoll, so wird die Situation von der metaphysischen Ebene betrachtet2. Schon die Spanier waren von der Fähigkeit der Indios zu heilen beeindruckt, da es keine Krankheit gab wofür sie nicht eine medizinische Pflanze hatten. Bereits 1508 haben die Spanier ein Extrakt einer Pflanze in die alte Welt gebracht, welches später zur Heilung von Syphilis verwendet wurde3. Es gab Spezialisten, die für die Heilung von Krankheiten zuständig waren und die mit Zauberern gleichgestellt wurden. Die Spanier sagten ihnen eine Verbindung mit dem Teufel nach und verfolgten sie lange Zeit, so dass viele ihre Aktivitäten geheim halten mussten. Von den Heilern wurde angenommen, dass sie Krankheiten heilen aber auch verursachen konnten und auch noch heute wird die Fähigkeit für das Gute und Böse mit ihnen verbunden4.

2. Methoden und Aufgabenfelder der Heiler

Heute gibt es männliche und weibliche Heiler auf der mexikanischen Halbinsel Yucatán, die ihre Funktion als medizinische Spezialisten fortsetzen. Bezeichnungen für sie sind „curandero“ oder „yerbatero“ aus dem Spanischen und „h’men“ aus dem Maya. Ihre Aufgabenfelder sind vielseitig. Sie treiben böse Winde aus, reinigen oder schützen ihre Patienten vor schlechten Einflüssen und Hexerei. Sie führen den Aderlass und Massagen durch und benutzen das Schröpfen (engl. „cupping“), in dem sie erhitzte Gläser auf die Haut setzen, was auch in Verbindung mit dem Aderlass durchgeführt werden kann5. Es gibt medizinische Spezialisten, wie die sogenannten Knochensetzer, die die Spezialisten für das Richten von Knochen sind6, sowie Hebammen, die für die Empfängnis, Schwangerschaft und Geburt zuständig sind. Es werden spezielle Zeremonien abgehalten, um Häuser, Felder und Vieh zu schützen und die landwirtschaftliche Fruchtbarkeit sicherzustellen. Diese landwirtschaftlichen Rituale werden allerdings nur von männlichen Heilern durchgeführt und Frauen dürfen auch nicht dabei anwesend sein7.

Die Heiler prophezeien auch, manchmal mit Hilfe des „sastun“ oder durch die Flamme einer Kerze oder im Dialog mit hilfreichen Geistern während sie in Trance sind8. Der „sastun“, ein murmelartiges quarzähnliches Objekt oder auch göttlicher Kristall, ist das Hauptwerkzeug eines Heilers. In anderen Quellen wird er auch als „zactun“ bezeichnet, was wörtlich übersetzt weißer Edelstein bedeutet9. Er wird bei einer Heilungszeremonie manchmal in Kräutern, auf den Kopf oder in die Nähe des Patienten platziert.

[...]


1 Gubler, Ruth; Traditional Medicine in Yucatán. What of its Future? In: Gubler, Ruth und Ueli Hostettler (Hrsg.), 1995: 63
2 Gubler 1995: 63
3 Gubler 1995: 64
4 Gubler 1995: 64-65
5 Redfield, Robert und Margaret Park Redfield, Disease and Its Treatment in Dzitas, Yucatán. Carnegie Institution of Washington Publication 523. Contributions to American Anthropolgy and History, Vol. 6 (32). Washington, D.C., 1940: 71
6 Gubler 1995: 68
7 Redfield 1940: 55
8 Gubler 1995: 65
9 Rätsch, Christian (Hrsg.), Chactun. Die Götter der Maya. Quellentexte, Darstellung und Wörterbuch. München, 1986: 236


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