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Diploma Thesis, 2000, 161 Pages
Author: Kai Cornelius
Subject: Agrarian Studies
Details
Tags: Spinnen, Agrarbiotope, Aufbau, Auswertung, Datenbank
Year: 2000
Pages: 161
Grade: 1,7
Language: German
ISBN (E-book): 978-3-638-26142-5
File size: 1000 KB
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Excerpt (computer-generated)
Universität Hannover
Institut für Pflanzenkrankheiten und Pflanzenschutz
-Abteilung Entomologieder
Spinnen deutscher Agrarbiotope:
Aufbau und Auswertung einer Datenbank.
Diplomarbeit im wissenschaftlichen Studiengang Gartenbauwissenschaften
an der Universität Hannover,
Fachbereich Gartenbauwissenschaften
Prüfungsfach: Ökologie und Umweltschutz
vorgelegt von
Kai Cornelius
Abgabetermin: 26. April 2000
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung ... 1
2. Biologie und Ökologie der Spinnen ... 4
3. Material und Methoden ... 6
3.1 Quellen und Datenumfang ... 6
3.2 Aufnahme der Arten ... 6
3.3 Versuchsstandorte ... 6
3.4 Aufbau der Datenbank „Spider“ ... 7
3.4.1 Codes ... 10
3.4.2 „Spiders-Untersuchung“ ... 11
3.4.3 „Spiders-Arten Untersuchungen“ ... 16
3.4.4 „Spiders-Arten 2“ ... 16
3.4.5 „Spiders-Arten“ ... 18
3.4.6 Abfragen ... 21
3.5 Statistische Auswertung und Ökologische Indizes ... 22
3.5.1 Aktivitätsdominanz ... 22
3.5.2 SHANNON-Index ... 23
3.5.3 Evenness ... 24
3.5.4 Statistik ... 24
4. Ergebnisse ... 25
4.1 Zusammensetzung der Spinnenfauna ... 25
4.1.1 Gefährdung ... 27
4.2 Spinnenfauna verschiedener Habitate ... 28
4.2.1 Hackfruchtanbau ... 29
4.2.2 Erbsenanbau ... 34
4.2.3 Wirtschaftsgrünland ... 38
4.2.4 Rapsanbau ... 44
4.2.5 Getreideanbau ... 49
4.2.6 Obstanbau ... 59
4.2.7 Weinanbau ... 64
4.2.8 Weinbergsbrache ... 71
4.2.9 Ackerbrache ... 77
4.2.10 Randstrukturen ... 86
4.3 Vergleich der Spinnenfauna über verschiedene Habitate ... 94
4.4 Einfluß der Erfassungsintensität auf Arten und Individuen ... 98
4.4.1 Einfluß der Artenlisten auf die Artenzahlen ... 99
4.4.2 Zusammenhang zwischen Fallenzahl und gefangenen Arten ... 100
4.4.3 Zusammenhang zwischen Fallenzahl und gefangenen Individuen ... 101
4.4.4 Verhältnis von Arten und Individuen über alle Habitate ... 102
4.4.5 Verhältnis von Arten und Individuen im Getreide ... 103
4.4.6 Einfluß der Untersuchungsdauer auf das Artenspektrum ... 104
4.4.7 Vergleich der Erfassungsmethoden ... 105
4.5 Einfluß von Insektizidapplikationen auf Araneen ... 105
4.6 Klimatische und geographische Parameter ... 106
4.6.1 Klimatische Bedingungen ... 106
4.6.1.1 Arten ... 106
4.6.1.2 Individuen ... 107
4.6.2 Geographische Lage ... 108
4.6.2.1 Arten ... 108
4.6.2.2 Individuen ... 108
5. Diskussion ... 110
5.1 Artenspektrum der Araneae ... 110
5.1.1 Annuelle Ackerkulturen ... 110
5.1.2 Dauerkulturen ... 115
5.1.3 Refugialräume ... 116
5.2 Einfluß von Insektizidapplikationen auf die Spinnen ... 118
5.3 Erfassungsmethoden ... 119
5.4 Methodenkritik ... 121
5.5 Abschließende Bewertung ... 122
6. Zusammenfassung ... 126
7. Literaturverzeichnis ... 128
8. Anhang ... 143
1. Einleitung
Infolge der Modernisierung der Landwirtschaft wandelte sich das Bild der landwirtschaftlich genutzten Flur in den vergangenen Jahrzehnten grundlegend (MEßLINGER 1997). Durch die einsetzende Intensivierung der Landwirtschaft traten im zunehmenden Maße im abiotischen und biotischen Bereich Umweltprobleme auf (RUTHSATZ 1985, ROTH 1994). Dies galt besonders für den biotischen Bereich, da hier eine Zunahme an Pflanzenschutzmittelapplikationen, Düngegaben und eine intensivere Bodenbearbeitung zu einer Abnahme der Pflanzen- und Tierarten auf den Äckern führte (MEISEL 1983, HEYDEMANN & MEYER 1983, BLAB 1986, BASEDOW 1989, ELLENBERG 1989, JEDICKE 1994, ROTH 1994). Grundlage für die Intensivierung waren Flurbereinigungen, die die Landschaftsstruktur an den neuen technischen Entwicklungen anpaßten (HABER & SALZWEDEL 1992, BAEUMER 1996) und damit zu einer Veränderung der Habitatvielfalt in der Agrarlandschaft führten. Nach DIERCKS (1984) „kann heute kein Zweifel über die kausalen Zusammenhänge dieser synchron verlaufenden Entwicklungen mehr bestehen“.
Dieser Rückgang der Arten und ihrer Lebensräume führte zu einer Beeinträchtigung der natürlichen Regulationsmechanismen, was langfristig gesehen wiederum die Funktionsfähigkeit und Stabilität von Agrarökosystemen gefährdet (NENTWIG 1995). Die immer intensiver werdende Landwirtschaft mit ihrem hohen Pflanzenschutzmitteleinsatz warf die Frage auf, inwieweit das natürliche Potential an Nützlingen durch diese Entwicklung beeinträchtigt und dadurch neuen Schädlingskalamitäten und einer weiteren Intensivierung Vorschub geleistet wird (EDWARDS & THOMPSON 1973). So kann z.B. eine prophylaktische und routinemäßige Applikation von Insektiziden durch die weitgehende Ausschaltung der Antagonisten als Begrenzungsfaktoren zu einem erneuten Anstieg von Blattlauspopulationen führen (POWELL et al. 1985). Aus ökologischer Sicht sind nach HALLEY et al. (1996) Insektizidbehandlungen je nach Toxizität und Anzahl der Anwendungen generell bedenkliche Eingriffe in das Agrarökosystem.
Um eine Schädigung der Antagonisten zu vermeiden, werden seit Ende 1992 alle zugelassenen Pflanzenschutzmittel seitens der Biologischen Bundesanstalt bezüglich der Auswirkungen auf Nutzarthropoden gekennzeichnet (FORSTER 1999). Viele Untersuchungen wurden in den letzten Jahren im Winterweizen durchgeführt, wobei die Auswirkungen von Insektiziden auf Spinnen von Interesse waren. Denn den polyphagen Araneen wird neben andern polyphagen Räubern (z.B. Carabiden und Staphyliniden) und stenophagen Nützlingen (z.B. Syrphiden und Coccinelliden) eine wichtige Rolle in der Begrenzung des Populationswachstums von Getreideaphiden zugewiesen (DE CLERCQ & PIETRASZKO 1982; SUNDERLAND et al. 1982, CHAMBERS et al. 1986, GROEGER 1993). Sie stellen in Agrarökosystemen eine der arten- und individuenreichsten Gruppe polyphager Prädatoren dar (BASEDOW 1973, BRASSE 1975, NENTWIG 1982, DINTER & POEHLING 1992), die ganzjährig in Getreidefeldern anzutreffen sind (THOMAS 1992, DINTER 1995a). So konnten Araneen in Besiedlungsdichten mit teilweise mehr als 100 Individuen/m2 über das gesamte Jahr im Getreide gefunden werden (NYFFELER & BENZ 1981a, SUNDERLAND et al. 1982, DINTER & POEHLING 1992, DINTER 1995a, LEMKE 1999). Durch die hohe Abundanz über diesen langen Zeitraum können Spinnen sowohl überwinternde als auch die ersten zufliegenden Blattläuse im Frühjahr dezimieren (CHIVERTON 1987). Dennoch können zwischen den Jahren erhebliche Abundanzschwankungen auftreten (LUCZAK 1979, COSTELLO & DAANE 1998, POLIS et al. 1998, LEMKE 1999), wobei diese von diversen biotischen Faktoren wie Vegetationsstruktur, Witterung und Jahreszeit abhängen. Aber auch abiotische Faktoren können die Siedlungsdichte beeinflussen, wie z.B. Insektizidapplikationen (STIPPICH 1994), Bodenbearbeitung, (HASKINS & SHADDY 1986) oder Erntemaßnahmen (KRAUSE 1987). Auch sollte bei der Interpretation der Abundanz beachtet werden, daß die Ergebnisse nicht selten von der Erfassungsmethode abhängig sind. So werden z.B. durch Bodenfallenfänge lediglich Daten über den variierenden Anteil laufaktiver Tiere an der Gesamtpopulation geliefert (ADIS 1979), wobei Aussagen über die tatsächliche Dichteänderung nicht möglich sind.
Grundlage der vorliegenden Arbeit waren Publikationen mit Artenlisten, die in der deutschen Agrarlandschaft erhoben wurden. Die Auswertung erfolgte in der eigens entworfene Datenbank „Spider“. Ziel war, über die Verarbeitung der Daten die Verteilung der einzelnen Artenspektren auf den verschiedenen Habitaten, insbesondere zwischen bewirtschafteten und unbewirtschafteten, aufzuzeigen und mögliche Unterschiede herauszuarbeiten.
Folgende Fragen standen im Vordergrund:
- Welche Arten kommen in der Agrarlandschaft vor?
- Welche Unterschiede gib es zwischen den Artenspektren der Habitate der Agrarlandschaft?
- Wie wirken sich Pflanzenschutzmaßnahmen, insbesondere Insektizide, auf die Artenvielfalt aus?
- Welchen Einfluß haben Erfassungsmethoden und -intensitäten auf das Artenspektrum?
2. Biologie und Ökologie der Spinnen
Das Agrarökosystem ist nur einer von vielen Lebensräumen den Spinnen besiedelt haben. Infolge ihres Artenreichtums von 34000 Arten (FOELIX 1992) und ihrer Anpassungsfähigkeit gelang es ihnen fast alle ökologischen Nischen im terrestrischen Bereich zu besiedeln (TURNBULL 1973, RIECHERT & LOCKLEY 1984).
[...]
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