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Sexuelle Gewalt - Vergewaltigung und Sexueller Mißbrauch

Termpaper, 2004, 17 Pages
Author: Henning Finis
Subject: Law - Criminal process, Criminology, Law Enforcement

Details

Category: Termpaper
Year: 2004
Pages: 17
Grade: 12 Punkte
Language: German
Archive No.: V23139
ISBN (E-book): 978-3-638-26322-1

File size: 81 KB


Excerpt (computer-generated)

Hausarbeit
im Rahmen des Faches Kriminologie
Studiengruppe 2/01/03
an der Verwaltungsfachhochschule in Wiesbaden,
Fachbereich Polizei, Studienstandort Kassel

Sexuelle Gewalt
Vergewaltigung & Sexueller Mißbrauch

Henning Finis
 25.02.2004

 

Inhaltsverzeichnis

1. Sexuelle Gewalt 3
1.1 Sexuelle Nötigung; Vergewaltigung 3
1.2 Tätertypen und ihre Motive 3
1.3 Die drei Stufen der Viktimisierung 6

2. Sexueller Mißbrauch 7
2.1 Allgemeine Fakten 7
2.2 Die besondere Situation sexuell missbrauchter Kinder 8

3. Aspekte aus der Poenologie 11

4. Problemfeld: Statistische Erhebungen 14

5. Prävention 16

6. Literaturverzeichnis 17

 

 

1 Sexuelle Gewalt

Unter sexueller Gewalt versteht man jeden sexuellen oder sexualisierten Angriff gegen eine andere Person. Bei einer weiten Auslegung dieser Definition fallen auch verbale Angriffe mit sexuellem Hintergrund darunter.

1.1 Sexuelle Nötigung; Vergewaltigung

Eine sexuelle Nötigung liegt in der Regel dann vor, wenn eine körperliche Kraftentfaltung, eine Drohung mit gegenwärtiger Lebensgefahr oder eine Zwangslage dazu ausgenutzt wird, um eine andere Person gegen deren Willen zu sexuellen Handlungen zu zwingen. Der Begriff der “sexuellen Handlung“ ist weit auszulegen.

Vollziehen Täter und Opfer den Beischlaf, so spricht man von einer Vergewaltigung. Die Vergewaltigung stellt den schwersten Angriff gegen das Recht auf sexuelle Selbstbestimmung dar.1

1.2 Tätertypen und ihre Motive

Wenn man die Motive für eine Vergewaltigung verstehen will, bietet es sich an, die Einteilung in verschiedene Tätertypen nach Groth zu betrachten. Groth unterscheidet zwischen drei verschiedenen Typen, welche aus einem jeweils anderen Antrieb heraus Straftaten gegen die sexuelle Selbstbestimmung begehen.

a) Der wütende Vergewaltigungstäter (anger rape)

Dieser Tätertyp begeht Sexualstraftaten, um damit bewusst seinem Ärger, seiner Wut und seiner Frustration freien Lauf zu lassen. Aufgestaute Aggressivität wird in sexueller Form abgelassen. Das Ziel besteht darin, das Opfer zu verletzen und zu erniedrigen. 

Der “wütende Vergewaltiger“ plant seine Tat nicht; es kommt nur sporadisch zur Vergewaltigung, wenn sich genug Ärger angesammelt hat. Er wendet während der Vergewaltigung mehr Gewalt an, als eigentlich nötig wäre, um den Widerstand des Opfers zu überwinden. Darüber hinaus wendet er Praktiken an, die er für das Opfer als besonders erniedrigend hält. Ebenso hegt der wütende Vergewaltigungstäter keine Phantasien. Die sexuelle Befriedigung steht bei dieser Tat nicht im Vordergrund.

Der Täter sucht sein Opfer in der Regel nach dem Zufallsprinzip aus; er nimmt eine Person, welche ihm gerade dann zur Verfügung steht, wenn er zwanghaft Frust loswerden will.

Typische Vorstrafen für Menschen, welche ihre Taten nach dem “anger rape“-Muster verüben, beinhalten durchgängig aggressive Komponenten. Hierzu gehören zum Beispiel Nötigung im Straßenverkehr, tätliche Beleidigungen, Ruhestörung, aber auch Trunkenheitsdelikte.

b) Der machtbesessene Vergewaltigungstäter (power rape) 

Diese Tätertypen nutzen Vergewaltigungen als eine Chance, um ihre Macht und Potenz zu demonstrieren. Sie wollen das Opfer kontrollieren und sich selbst damit beweisen, dass sie jederzeit alles im Griff haben. Die Vergewaltigung stellt zwar eine aggressive Unterwerfung des Opfers dar, es wird aber meistens nicht mehr Gewalt angewendet, als unbedingt nötig erscheint, um die erwartete Gegenwehr zu brechen. Körperliche Kraft wird hier nicht zum Verletzen des Gegenübers eingesetzt.

[....]


1 Vgl. StGB, 2001, §§ 174 ff.


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