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Ökologie und Raumplanung - Ökologischer Städtebau und 'Stadtumbau' am Fallbeispiel der Kindertagesstätte 'Sylverberg' in Hamm

Scholary Paper (Seminar), 2002, 75 Pages
Authors: Rafael Urbanczyk, Dennis Zilske, Martina Rohring
Subject: Sociology - Habitation, Urban Sociology

Details

Category: Scholary Paper (Seminar)
Year: 2002
Pages: 75
Grade: 1,0
Language: German
Archive No.: V23276
ISBN (E-book): 978-3-638-26425-9

File size: 755 KB
Notes :
Die Arbeit beschäftigt sich mit der Notwendigkeit von Partizipation im Zusammenhang mit ökologischem Städtebau und Stadtumbau. Ein besonderer Fokus liegt fallbeispielorientiert bei der Frage, inwieweit bereits bei Kindern ein ökologisches Bewusstsein durch Beteiligungsansätze beim ökologischen Umbau einer Kindertagesstätte erzeugt werden kann. Zwei weitere zentrale Fragestellungen wurden unter Anwendung von Methoden empirischer Sozialforschung untersucht, ausgewertet und bewertet.



Excerpt (computer-generated)

Universität Dortmund, Fakultät Raumplanung

Ökologie und Raumplanung – Ökologischer Städtebau und „Stadtumbau“
am Fallbeispiel der Kindertagesstätte „Sylverberg“ in Hamm

„Soziologische Grundlagen der Raumplanung“
im Wintersemester 2001/2002
28.03.2002

von

Martina Rohring, Dennis Zilske & Rafael Urbanczyk

 

 

Inhaltsverzeichnis i

Abbildungs- und Abkürzungsverzeichnis ii

1. Einleitung (Motivation und Fragestellung )1 1

2. Darstellung der angewandten Methoden 5

3. Charakteristik der Stadt Hamm 7

4. Ökologischer Städtebau und „Stadtumbau“ 8
4.1 Raumstruktur und Verdichtung in Nordrhein-Westfalen 10
4.2 Wandel der politischen Auffassung zum Thema Umweltschutz 12

5. Das Modellprojekt „Ökologische Stadt der Zukunft“ 15

6. Beispielprojekt „Förderprogramm für Gemeinschaftsinitiativen“ 17

7. Die ökologisch umgebaute Kindertagesstätte „Sylverberg" 19
7.1 Praktische und organisatorische Durchführung des Umbaus 21
7.2 Gespräche mit Betroffenen 23
7.2.1 Experteninterview im Stadtplanungsamt 24
7.2.2 Experteninterview mit der Leiterin der Kindertagesstätte 28
7.2.3 Befragung der Kinder 31
7.2.4 Befragung der Eltern (Pretest eines Fragebogens) 34

8. Bewertung und Fazit 43

9. Zusammenfassende Beurteilung der Thesen 51

Literaturverzeichnis 53

Interviewverzeichnis 54

Anhang I

Anhangverzeichnis II

Abbildungs- und Abkürzungsverzeichnis

Abbildungsverzeichnis
Abbildung Titelblatt groß: Beteiligung beim Umbau
Quelle: Stadtplanungsamt Hamm

Abbildung Titelblatt klein: Logo „Öko-Stadt“
Quelle: Stadtplanungsamt Hamm

Abbildung 1: Teichbiotop der Kindertagesstätte Seite 20
Abbildung 2: Holzhaus in traditioneller Bauweise Seite 22
Abbildung 3: Naturnah spielen im Wald der Kindertagesstätte Seite 30
Abbildung 4: Respektvoller Umgang: Schafe in der Kindertagesstätte Seite 32
Abbildung 5: Gründe für eine Beteiligung Seite 38
Abbildung 6: Wie äußert sich das gewachsene Interesse? Seite 40
Abbildung 7: Beurteilung des gesamten Umbaus (in Schulnoten) Seite 41

Abkürzungsverzeichnis
FCKW Fluorchlorkohlenwasserstoffe
LA Lokale Agenda
NEPA National Environmental Policy Act
MSV Ministerium für Stadtentwicklung und Verkehr
MURL Ministerium für Umwelt, Raumordnung und Landwirtschaft
UNCED United Nations Conference on Environment and Development
UNCHE United Nations Conference on the Human Environment

 

1. Einleitung (Motivation und Fragestellung)

Wir haben das Thema „Ökologie und Raumplanung – Ökologischer Städtebau und ,Stadtumbau’“ aus verschiedenen Gründen zum Gegenstand dieser Arbeit gemacht. Am Anfang des Entscheidungsprozesses stand die Überzeugung, dass Ökologie in der Raumplanung insbesondere in stark verdichteten, städtischen Räumen wie z.B. im Ruhrgebiet, unbedingt eine tragende Rolle spielen sollte, um eine „nachhaltige Entwicklung“ zu gewährleisten. Viele Städte innerhalb des Ruhrgebietes sind wirtschaftlich und geografisch zusammengewachsen, und somit gehört diese Region zu den am dichtesten besiedelten Industrieregionen Europas (vgl. MURL 1992: 4). Mit dieser Entwicklung stellte sich jedoch auch die für moderne, städtisch geprägte Industriegesellschaften typische Zusammenballung von Umweltproblemen ein. Deshalb halten wir es für notwendig, den genannten Problemen nunmehr nicht länger nur mit traditioneller Stadtentwicklungspolitik zu begegnen, sondern verstärkt nach ökologisch ausgerichteten Prinzipien zu verfahren, um die bereits eingetretenen Umweltschäden zu beheben. Das Hauptaugenmerk einer solchen Entwicklung sollte jedoch nicht nur auf der Schadensbehebung liegen, vielmehr müssen Schädigungen der Umwelt bereits im Vorfeld vermieden werden. Nur so kann eine Verbesserung der Umweltsituation und der Lebensbedingungen für Mensch und Natur in Städten erreicht werden.

Wir sind der Meinung, dass ökologischer Stadtumbau auch durch ein Netzwerk relativ kleiner, miteinander verknüpfter Einzelprojekte umgesetzt werden kann. Dies soll durch unsere erste These erarbeitet werden. Weiterhin sind wir der Auffassung, dass eine nachhaltige Entwicklung im Umweltbereich nur erfolgen kann, wenn die Betroffenen, also die Bürger der Region Ruhrgebiet, in diesen Entwicklungsprozess eingebunden werden. Der Regelkreis der Natur kann keinen zufriedenstellenden Sollwert erreichen, wenn er zu vielen äußeren Störfaktoren ausgesetzt ist. Aus diesem Grund muss durch Bürgerbeteiligung und Partizipation sichergestellt werden, dass ein möglichst großer Teil der Bevölkerung ökologische Entwicklungen und Maßnahmen des Städtebaus unterstützt. Diese Annahme ist gleichzeitig eine der zentralen Hypothesen, welche wir in dieser Arbeit überprüfen möchten. Es soll korrespondierend hierzu untersucht werden, inwiefern sich durch Partizipation schon im Kindesalter ein „ökologisches Bewusstsein“ erreichen lässt. Diese These versucht, besonders den Nachhaltigkeitsaspekt mit einzubeziehen, da Nachhaltigkeit für zukünftige Generationen und deren Bedürfnisse zu berücksichtigen ist.

Zusammenfassend lassen sich also folgende drei Thesen festhalten:


1) Auch ein Netzwerk relativ kleiner Einzelprojekte kann durch die Verknüpfung und Beachtung der jeweiligen Wechselwirkungen das „ökologische Gesicht“ einer Stadt nachhaltig verändern.

2) Nachhaltiger ökologischer Städtebau und Stadtumbau kann nur mit Hilfe von Bürgerbeteiligung und Partizipation durchgesetzt werden.

3) Durch Bürgerbeteiligung und Anreize aus der Politik kann bereits im Kindesalter ein „ökologisches Bewusstsein“ erzeugt werden, welches die Langfristigkeit und Nachhaltigkeit derartiger ökologischer Projekte sicherstellt.

Die Maßnahme, an welcher diese Thesen überprüft werden sollen, ist das Modellprojekt „Ökologische Stadt der Zukunft“ in Hamm/Westfalen. Dieses Projekt hat unsere Aufmerksamkeit auf sich gezogen, da es, nach seinem Beginn im Jahre 1992 bei einer zehnjährigen Laufzeit, noch in diesem Kalenderjahr beendet sein wird. Aufgrund dieser Tatsache eignet es sich unserer Meinung nach besonders gut zur Untersuchung der aufgestellten Thesen, da vor Ort vor allem die langjährigen und auf Nachhaltigkeit ausgelegten Entwicklungsaspekte eines Projekts des ökologischen Städtebaus deutlich werden. Davon konnten wir uns auch bei einem persönlichen Besuch im Stadtplanungsamt der Stadt Hamm und einer anschließenden Ortserkundung einiger beispielhafter Projekte aus dem „Förderprogramm für Gemeinschaftsinitiativen“ überzeugen. Dieses Förderprogramm hat sich zum Ziel gesetzt, Eigeninitiativen von Bevölkerungsgruppen im ökologischen Bereich finanziell zu unterstützen. Eine Maßnahme, welche mit Geldmitteln hieraus unterstützt wurde, soll uns als Fallbeispiel zur konkreten Untersuchung unserer Thesen dienen. Hierbei handelt es sich um die städtische Kindertagesstätte „Sylverberg“, deren Erzieherinnen und Kinder zahlreiche umweltgerechte Umgestaltungen des Außengeländes vorgenommen haben, welche uns bei unseren Untersuchungen sehr beeindruckt haben. Wir stellten weiterhin fest, dass auch oder gerade von kleinen Gruppen, eine deutliche ökologische Verbesserung in bestimmten Teilräumen erreicht werden kann, wenn entsprechendes Engagement von der Gruppe eingebracht wird. Aufgefallen ist uns auch, dass es sich bei dieser Maßnahme quasi um eine für uns völlig neue Interpretation des Begriffes „Bürgerbeteiligung“ handelt. Es werden hier nicht, wie sonst üblich, Bürger in Prozesse der Stadtentwicklung eingebunden, sondern sie gestalten diese Prozesse weitgehend selbstständig.

[....]


1 In dieser Seminararbeit verzichten wir auf eine ausgeschriebene Unterscheidung zwischen den beiden Geschlechtern. Wir verwenden die männliche Ausdrucksform, da wir der Ansicht sind, auf diese Weise die Arbeit leichter lesbar formulieren zu können.


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