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Aggression und Gewalt bei Kindern und Jugendlichen - Was die Schule tun kann

Scholarly Paper (Advanced Seminar), 2003, 44 Pages
Authors: Géraldine Haller, Michele Corbi
Subject: Psychology - Learning Psychology, Intelligence Research

Details

Event: Hauptseminar: Gewaltprävention an der Schule
Institution/College: University of Education Heidelberg
Tags: Aggression, Gewalt, Kindern, Jugendlichen, Schule, Hauptseminar, Gewaltprävention, Schule
Category: Scholarly Paper (Advanced Seminar)
Year: 2003
Pages: 44
Grade: 1
Language: German
Archive No.: V23665
ISBN (E-book): 978-3-638-26744-1

File size: 566 KB


Excerpt (computer-generated)

Aggression und Gewalt bei Kindern und Jugendlichen –
Was die Schule tun kann

 


von: Géraldine Haller

Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung S.1

2 Zur begrifflichen Bestimmung des Gegenstandes S.1

2.1 Der Aggressionsbegriff S.1
2.2 Der Gewaltbegriff S.2

3 Diagnostik und Entwicklungsverlauf S.3

3.1 Diagnostische Klassifizierung aggressiven Verhaltens S.3
3.2 Entwicklung aggressiven Verhaltens S.4

4 Ausdrucksformen von Aggression und Gewalt S.5

4.1 Aggressionsarten S.5
4.2 Formen menschlicher Aggression S.5
4.3 Äußerlich-formale Einteilung S.6
4.4 Inhaltlich-motivationale Einteilung S.6

5 Klassische psychologische Erklärungsansätze für Aggression und Gewalt S.7

5.1 Die Triebtheorien S.7

5.1.1 Die dualistische Triebtheorie nach Sigmund Freud S.8
5.1.2 Jüngere Triebkonzepte S.8
5.1.3 Die ethologische Triebtheorie S.9

5.2 Die Frustrations-Aggressions-Hypothese nach Dollard et al. S.10
5.3 Das lerntheoretische Modell: Aggression als gelerntes Verhalten S.12

5.3.1 Lernen am Modell S.12
5.3.2 Lernen am Erfolg bzw. Misserfolg S.12
5.3.3 Kognitives Lernen S.13

6 Bedingungen von Gewalt und Aggression S.14

6.1 Außerschulische Einflussfaktoren auf das Gewaltniveau S.14
6.2 Innerschulische Einflussfaktoren auf das Gewaltniveau S.16

7 Gewalt an Schulen S.17

8 Präventions- und Interventionsmöglichkeiten der Schule S.18

8.1 Verminderung aggressiven Verhaltens nach Nolting S.20

8.1.1 ‚Aggressionen abreagieren’ –geht das? S.20
8.1.2 Die Anreger verändern S.21
8.1.3 Die Anreger anders bewerten S.21
8.1.4 Aggressionshemmungen fördern S.21
8.1.5 Alternatives Verhalten lernen S.21

8.2 Der Präventionsrat S.22
8.3 Das Interventionsprogramm ‚Was wir gegen Gewalt tun können‘ nach Olweus S.23

8.3.1 Maßnahmen auf der Schulebene S.23
8.3.2 Maßnahmen auf der Klassenebene S.25
8.3.3 Maßnahmen auf der persönlichen Ebene S.27

8.4 Mediation oder Streitschlichtung S.29

8.4.1 Was ist Mediation und wie funktioniert sie? S.29
8.4.2 Bedingungen des Mediationsverfahrens S.30
8.4.3 Schritte des Mediationsverfahrens S.31

8.4.3.1 Vorphase S.31
8.4.3.2 Das Mediationsgespräch S.31
8.4.3.3 Umsetzungsphase S.32

8.4.4 Die Rolle des Mediators S.33
8.4.5 Grundlegende Methoden der Mediation S.34

8.5 Weitere Präventions- und Interventionsmodelle/-konzepte S.36
8.6 Zusammenfassung der Vorschläge zur Gewaltprävention und –intervention S.38

9 Persönliche Stellungnahme /Schlussbetrachtung S.38

10 Literatur- und Quellenverzeichnis S.40


 

 

 

 

1 Einleitung

„Zwei Jahre lang war Johnny, ein stiller 13jähriger, für einige seiner Klassenkameraden ein menschliches Spielzeug. Die Teenager setzten Johnny zu, um an sein Geld zu kommen, sie zwangen ihn, Unkraut zu schlucken und Milch, die mit Waschmittel vermengt war, zu trinken. Sie verprügelten ihn in den Toiletten und legten ihm einen Strick um den Hals, mit dem sie ihn wie ein «Tier an der Leine» herumführten.“ (Olweus, 1996, S.21)

Mit derartigen, oft aber auch subtileren Manifestationen aggressiven Verhaltens werden Lehrer im Schulalltag immer wieder konfrontiert. In unserer dreijährigen Lehrerausbildung in Luxemburg wurde die Problematik „Gewalt an Schulen“ nicht ausreichend thematisiert. Da dieses Thema aber in letzter Zeit immer mehr ins öffentliche Interesse gerückt ist und weil wir den Eindruck haben, dass wir in diesem Bereich eine regelrechte Wissenslücke haben, ist es unser Anliegen, uns durch diese Hausarbeit einen Gesamtüberblick über die Thematik zu verschaffen, selbstverständlich ohne Anspruch auf Vollständigkeit. Die vorliegende Arbeit zeigt die theoretischen Erklärungsansätze für Aggression bzw. die verschiedenen Formen von Gewalt auf, fasst den Forschungsstand psychologischer Aggressions- und Gewaltforschung zusammen und beinhaltet wirksame, im schulischen Kontext einfach realisierbare Ansatzpunkte und Handlungsmöglichkeiten zur Prävention, Intervention und Kontrolle schulischer Gewalt.

2 Zur begrifflichen Bestimmung des Gegenstandes

Die Aggressionsforschung ist in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts entstanden und hat all jene Arten aggressiven Verhaltens, denen wir in unserem täglichen Leben begegnen zum Gegenstand und Ziel ihrer Untersuchungen gemacht.

2.1 Der Aggressionsbegriff

Wenn wir uns mit der Thematik ´Aggression und Gewalt bei Kindern und Jugendlichen´ auseinandersetzen, muss zunächst eine terminologische Abgrenzung vorgenommen werden. Es muss u.a. geklärt werden, was unter ´Gewalt´ und ´Aggression´ genau verstanden wird, denn beide Begriffe werden in zunehmendem Maße synonym verwendet.

In der Fachliteratur wird der Begriff der Aggression unterschiedlich weit gefasst. Im engeren Sinne beschränkt sich Aggression auf die zielgerichtete, direkte physische Schädigung. Bei diesem engeren Definitionstyp geht man also davon aus, dass Aggression mit Schädigung und Schmerzzufügung zu tun hat, und dass aber auch die Absicht dabei eine entscheidende Rolle spielt. Im Folgenden wollen wir einige enger gefasste Definitionen des Aggressionsbegriffs geben: - „Aggression umfasst jene Verhaltensweisen, mit denen die direkte oder indirekte Schädigung eines Individuums, meist eines Artgenossen, intendiert wird.“ (Merz, 1965, zitiert nach Nolting, 2002, S.22) - „Unter aggressiven Verhaltensweisen werden hier solche verstanden, die Individuen oder Sachen aktiv und zielgerichtet schädigen, sie schwächen oder in Angst ve rsetzen.“ (Fürntratt, 1974, zitiert nach Nolting, 2002, S.22) - „Aggression besteht in einem gegen einen Organismus oder ein Organismussurrogat gerichteten Austeilen schädigender Reize.“ (Selg, 1988, zitiert nach Nolting, 2002, S.23) Wie bereits oben erwähnt, gibt es noch einen anderen, wesentlich weiter gefassten Aggressionsbegriff, welcher für die vorliegende Arbeit jedoch nicht besonders ergiebig ist. „Er [der weiter gefasste Aggressionsbegriff] geht meist vom lateinischen Ursprung des Wortes (aggreddi = herangehen) aus.“ (Nolting, 2002, S.24). „Mit Aggression ist jedes Verhalten gemeint, das im Wesentlichen das Gegenteil von Passivität und Zurückhaltung darstellt.“ In dieser weiter gefassten Definition von Bach & Goldberg (1974)1 werden die Begriffe ´Aggression´ und ´Aktivität´ gleichgesetzt. Man könnte von dieser Definition ableiten, dass alles, was man in Angriff nimmt (d.h. jede gerichtete offensive Aktivität) zu aggressivem Verhalten neigt. Tatkraft und Destruktion werden somit in einen Topf geworfen.

2.2 Der Gewaltbegriff

[...]


1 zitiert nach Nolting, 2002, S.24


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