Die politische Identität Europas

Flash Player und JavaScript werden für eine verbesserte Ansicht des Dokuments benötigt. Bitte installieren Sie den Flash Player und aktivieren Sie Javascript.
Install Flash Player
Details
Autor: Clara La Terra
Fach: Politik - Int. Politik - Thema: Europäische Union
Veranstaltung: Proseminar - Das politische System der Europäischen Union
Institution/Hochschule: Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn (Hochschule)
Jahr: 2004
Seiten: 18
Note: 2
Sprache: Deutsch
Dateigröße: 201 KB
ISBN (E-Book): 978-3-638-27007-6
ISBN (Buch): 978-3-638-78888-5
Zusammenfassung / Abstract
„Europäische Identität“ gehört zu jener Gattung politischer Begriffe, über deren Nützlichkeit erheblich abweichende Auffassungen bestehen. Eine skeptische Sicht versteht eine derartige Kategorie als eine Modeerscheinung, mit deren Hilfe man bekannte Beobachtungen und Analysen neu etikettiert, ohne einen Erkenntnisgewinn zu erreichen. Die Häufigkeit der Verwendung des Substantivs »Identität«, nicht nur in der Alltagssprache, sondern auch im politikwissenschaftlichen Diskurs, lässt auf eine selbstverständliche Übereinkunft schließen, was denn damit überhaupt gemeint ist. Doch ist hinter der Chiffre „Identität“ weder ein abgrenzbares Thema noch eine identifizierbare theoretische Orientierung erkennbar, vielmehr scheint es sich um einen Schlüsselbegriff zu handeln, dessen Nutzen gerade in seiner Polyvalenz und seiner spezifischen Appellqualität liegt. Wer sich auf die Suche nach der europäischen Identität begibt, stößt auf eine breite und dichte Debatte, welche ein gleichzeitig konturenreiches wie diffuses Bild von Europäischer Identität entstehen lässt. Ähnlich ist es bei einem Definitionsversuch von „Europa“. Zu kompliziert und zu widersprüchlich sind die historischen Entwicklungslinien, zu vielschichtig sind die Ergebnisse, zu vielfältig die politischen und kulturellen Faktoren, als dass man dies alles auf einfache, plakative Formeln verkür-zen könnte. Das Leitmotiv „Einheit in der Vielfalt“ musste immer wieder über Einwände und Widersprüche hinweghelfen. Die Fragen sind geblieben und angesichts der aktuellen Entwicklungen haben sie eine neue Form angenommen. Man beschränkt sich nicht mehr auf die geographische Prüfung, sondern sucht nach der politischen, kulturellen und geistigen Identität Europas. Allerdings scheinen sich die Fragen bei dieser Suche nicht gerade zu erschöpfen: Brauchen wir denn eine spezielle „Europäische Identität“? Welche Instrumente sind geeignet, „Europäische Identität“ zu entwickeln und zu stärken? Soll europäische Identität die nationale ersetzen, oder kommt europäische Identität hinzu, ohne bestehende Identitäten aufzulösen? Diese Hausarbeit versucht diesen Fragen nachzugehen und einen Einblick in die aktuelle Forschungslage zur Europäischen Identität zu vermitteln. Dabei soll zudem untersucht werden, inwieweit eine „politische Identität“ Europas definierbar ist.
Textauszug (computergeneriert)
Die politische Identität Europas
von: Clara La Terra
Inhaltsverzeichnis
Einleitung 1
1. Anwendung des Begriffs „Europäische Identität“ 2
2. Wissenschaftliche Definitionsansätze 4
2.1 Begriffsbestimmung: „Identität“ 5
2.2 „Politische Identität“ 6
3. Die politische Identität Europas 7
3.1 Das gemeinsame Herkunftsbewusstsein 8
3.2 Die gegenwärtige Ortsbestimmung 10
3.3 Die gemeinsamen Zielprojektionen 11
Zur Definierbarkeit der politischen Identität Europas (Schlussbetrachtung) 13
Literatur 15
Einleitung
„Europäische Identität“ gehört zu jener Gattung politischer Begriffe, über deren Nützlichkeit erheblich abweichende Auffassungen bestehen. Eine skeptische Sicht versteht eine derartige Kategorie als eine Modeerscheinung, mit deren Hilfe man bekannte Beobachtungen und Analysen neu etikettiert, ohne einen Erkenntnisgewinn zu erreichen. Die Häufigkeit der Verwendung des Substantivs »Identität«, nicht nur in der Alltagssprache, sondern auch im politikwissenschaftlichen Diskurs, lässt auf eine selbstverständliche Übereinkunft schließen, was denn damit überhaupt gemeint ist. Doch ist hinter der Chiffre „Identität“ weder ein abgrenzbares Thema noch eine identifizierbare theoretische Orientierung erkennbar, vielmehr scheint es sich um einen Schlüsselbegriff zu handeln, dessen Nutzen gerade in seiner Polyvalenz und seiner spezifischen Appellqualität liegt.
Wer sich auf die Suche nach der europäischen Identität begibt, stößt auf eine breite und dichte Debatte, welche ein gleichzeitig konturenreiches wie diffuses Bild von Europäischer Identität entstehen lässt. Ähnlich ist es bei einem Definitionsversuch von „Europa“. Zu kompliziert und zu widersprüchlich sind die historischen Entwicklungslinien, zu vielschichtig sind die Ergebnisse, zu vielfältig die politischen und kulturellen Faktoren, als dass man dies alles auf einfache, plakative Formeln verkürzen könnte. Die pauschale Erklärung „Einheit in der Vielfalt“ musste immer wieder über Einwände und Widersprüche hinweghelfen. Die Fragen sind geblieben und angesichts der aktuellen Entwicklungen haben sie eine neue Form angenommen. Man beschränkt sich nicht mehr auf die geographische Prüfung, sondern sucht nach der politischen, kulturellen und geistigen Identität Europas.
Allerdings scheinen sich die Fragen bei dieser Suche nicht gerade zu erschöpfen: Brauchen wir denn eine spezielle „Europäische Identität“? Reichen die nationalen Identitäten nicht aus? Was ist denn eigentlich mit Identität gemeint? Wie kann Identität geschaffen werden? Welche Instrumente sind geeignet, „Europäische Identität“ zu entwickeln und zu stärken? Soll europäische Identität die nationale ersetzen, oder kommt europäische Identität hinzu, ohne bestehende Identitäten aufzulösen? Gilt also auch hier Vielfalt in der Einheit? Doch was kann und soll unter „nationaler“ und „europäischer“ Identität verstanden werden?
Diese Hausarbeit versucht diesen Fragen nachzugehen und einen Einblick in die aktuelle Forschungslage zur Europäischen Identität zu vermitteln. Dabei soll untersucht werden, inwieweit eine „politische Identität“ Europas definierbar ist. Kapitel eins gibt zunächst einen Überblick über die verschiedenen Bemühungen der Europäischen Union (EU), ihrer Identität Ausdruck zu verleihen, und untersucht die Anwendung des Begriffs in den Verträgen. Im zweiten Kapitel werden die unterschiedlichen Definitionsansätze vorgestellt, die in der wissenschaftlichen Diskussion zur Klärung von „Identität“, speziell „politischer Identität“, herangezogen werden. Unter Einbezug der dargestellten Herangehensweisen zur Beschreibung von „Identität“, wird im darauf folgenden dritten Kapitel versucht, die Europäische Identität zu bestimmen.
1. Anwendung des Begriffs „Europäische Identität“
[...]
Kommentare
Dieser Text kann über folgende URL aufgerufen und zitiert werden: