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Max Webers Protestantismusthese - eine Darstellung unter Berücksichtigung ausgewählter Kritiker

Termpaper, 2004, 24 Pages
Author: Martin Vesely
Subject: Sociology - Classics, Basics and Theoretical Directions

Details

Category: Termpaper
Year: 2004
Pages: 24
Grade: 1
Language: German
Archive No.: V24185
ISBN (E-book): 978-3-638-27113-4

File size: 243 KB
Notes :
Webers Protestantismusthese wird zunächst umfassend dargestellt und anschließend mit Hilfe der Kritiken von Felix Rachfahl und Malcolm H. MacKinnon diskutiert.



Excerpt (computer-generated)

Max Webers Protestantismusthese –eine Darstellung unter
Berücksichtigung ausgewählter Kritiker

 


 von: Martin Vesely

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung 03

2. Zum Inhalt von Max Webers Protestantismusthese 04

2.1. Kapitalismusbegriff und die Besonderheit des modernen rationalen Kapitalismus 04
2.2. Traditionalismus vs. „Geist des Kapitalismus“  06
2.3. Die innerweltliche Askese des Protestantismus und die Folgen für die gesellschaftlichen Bedingungen 08
2.4. Die „protestantische Ethik“ als Wegbereiter für die Entstehung des „kapitalistischen Geistes“  10

3. Webers These im Fadenkreuz der Kritik 12

3.1. Die Kritik von Felix Rachfahl und seine Auseinandersetzung mit Max Weber 12

3.1.1. Kritik an der idealtypischen Konstruktion des „Geist des Kapitalismus“  13
3.1.2. Rachfahls Prüfung der Protestantismusthese in den einzelnen Ländern 15

3.2. Die Einwände von Malcolm MacKinnon 18

3.2.1. Ein doppelter Widerspruch?  19
3.2.2. Der Calvinismus im 16. und 17. Jahrhundert – eine Neubewertung 20

4. Schluss 22

5. Literaturverzeichnis 23

 

 



 

1. Einleitung

Es liegt bereits fast 100 Jahre zurück, dass Max Weber seinen Artikel „Die protestantische Ethik und der Geist des Kapitalismus“ im Archiv für Sozialwissenschaft und Sozialpolitik veröffentlichte. Weber suchte nach den Gründen für die Entstehung des modernen Kapitalismus und glaubte, sie in den Veränderungen der Lebensführung, als direkte Folge des Protestantismus gefunden zu haben. Das war vor 100 Jahren. Inwieweit ist dies heute im 21. Jahrhundert noch relevant? Hat seine These heute noch bestand? Der heutige Kapitalismus hat sicherlich ein größeres Ausmaß angenommen, als noch zu Webers Zeiten - er hat sich nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion Anfang der 1990er Jahre globalisiert. Doch trägt der heutige neoliberale Kapitalismus nicht noch denselben spezifischen Geist, den Weber bereits vor 100 Jahren ausmachte? Allein schon wegen Webers tiefgründiger Beschreibung des modernen Kapitalismus ist seine Studie über die protestantische Ethik und den kapitalistischen Geist auch heute im 21. Jahrhundert noch von Bedeutung. Darüber hinaus ist auch Webers Beschreibung der Vorform des kapitalistischen Wirtschaftssystems, des Traditionalismus, bis heute hilfreich. So schreibt auch Pierre Bourdieu: „Zunächst hatte ich Weber in Algerien kennengelernt, die Protestantische Ethik, ich hatte dort viele Dinge gefunden, die mir sehr dabei halfen, solche traditionelle Gesellschaften zu verstehen“ (Bourdieu 2000: 117, Herv. i.O.). Heute scheint die Annahme weit verbreitet, es gebe keine Alternative zum neoliberalen Kapitalismus und die Frage nach Alternativen wird oftmals gar nicht mehr gestellt. Doch auch der Widerstand gegen den Neoliberalismus hat sich globalisiert und auf der Suche nach den Alternativen zum Neoliberalismus, der verantwortlich ist für soziale Ungleichheit, Ausgrenzung und Ausbeutung, kann es hierbei hilfreich sein, zunächst den modernen Kapitalismus zu verstehen. Und eben dazu gehört auch die Frage nach den gesellschaftlichen Voraussetzungen, die für dessen Entstehung notwendig waren. Hierin liegt also die heutige Bedeutung von Webers Studie. Das Ziel dieser Arbeit ist folglich, den Inhalt von Webers Studie wiederzugeben, um anschließend zwei ausgewählte Kritiker und ihre Einwände gegen Weber zu diskutieren. Die Auseinandersetzung mit der Kritik an Webers Studie hilft, die Hintergründe seiner Arbeit besser beleuchten und die Reichweite seiner Thesen erkennen zu können.

Bei der Wiedergabe des Inhalts von Webers Studie geht es zunächst um die Darstellung von Webers Kapitalismusbegriff und die Besonderheiten, die den modernen Kapitalismus von allen zuvor bekannten Formen kapitalistischer Wirtschaft unterscheidet (Kapitel 2.1), um dann traditionalistische Wirtschaft und modernen Kapitalismus voneinander abzugrenzen (Kapitel 2.2). In den folgenden Kapiteln (2.3 und 2.4) wird der Einfluss des asketischen Protestant ismus auf die Entstehung des Kapitalismus beschrieben, der zentrale Kern der Weberschen Argumentationskette. Hierauf folgt dann im dritten Kapitel die Auseinandersetzung mit zwei ausgewählten Kritikern von Webers These. Zunächst ist dies Felix Rachfahl, ein Zeitgenosse Webers. Dabei gehe ich auf dessen Kritik an der idealtypischen Konstruktion des „Geist des Kapitalismus“ (Kapitel 3.1.1) und seine Prüfung der Protestantismusthese in den einzelnen Ländern, die unter der Herrschaft des Protestantismus standen, ein (Kapitel 3.1.2).1 Nach der Bewertung der Rachfahlschen Kritik wird das Augenmerk auf der Kritik von Malcolm MacKinnon liegen, die dieser 1988 veröffentlichte. Hier wird zum Einen der Vorwurf behandelt, Weber habe in Bezug auf die calvinistische Glaubenslehre die Quellen falsch gedeutet (Kapitel 3.2.1) und zum Anderen wird die Neubewertung des Calvinismus im 16. und 17. Jahrhundert, wie MacKinnon diese aus einer kritischen Quellenanalyse gewinnt, betrachtet (Kapitel 3.2.2). Der Schluss fasst noch einmal die zentralen Gedanken zusammen und reflektiert den Zusammenhang der beiden Kritiken.

2. Zum Inhalt von Max Webers Protestantismusthese

[...]


1 Rachfahls Kritik bezieht sich auch auf Teile der Werke von Ernst Troeltsch. Dies und auch die Antikritik Troeltschs auf Rachfahls Aufsätze finden in dieser Arbeit leider keinen Raum.


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