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Examination Thesis, 2003, 85 Pages
Author: Nina Berglmeier
Subject: Pedagogy - School System, Educational and School Politics
Details
Tags: Notwendige, Strukturveränderungen, PISA
Year: 2003
Pages: 85
Grade: 1,0
Language: German
ISBN (E-book): 978-3-638-27857-7
File size: 498 KB
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Excerpt (computer-generated)
Notwendige Strukturveränderungen nach PISA
HAUSARBEIT
zur Prüfung für das Lehramt an Grund-,
Haupt- und Realschulen an der
Universität Lüneburg
vorgelegt von
Nina Berglmeier
Lüneburg, den 09. Mai 2003
Inhalt
1. Einleitung ... 6
2. Die PISA-Studie – Portrait einer Untersuchung, die Wellen Schlug ... 8
2.1. Die Teilnehmer ... 8
2.2. PISA E – die nationale Stichprobenergänzung ... 8
2.3. Der Untersuchungsgegenstand ... 9
2.4. Ziele ... 9
2.5. Die Methode ... 11
2.6. Der Erhebungszyklus ... 12
3. Was PISA über den Bildungsstand deutscher Schüler herausfand ... 13
3.1. Lesekompetenz (reading literacy) ... 13
3.1.1. Definition der Lesekompetenz ... 13
3.1.2. Kompetenzstufen ... 14
3.1.3. Schwerpunkte des nationalen und des internationalen Testteils ... 15
3.1.4. Lesekompetenz deutscher Schüler – Ergebnisse ... 15
3.2. Mathematische Grundbildung (mathematical literacy) ... 17
3.2.1. Definition der mathematischen Grundbildung ... 17
3.2.2. Kompetenzstufen ... 18
3.2.3. Schwerpunkte des nationalen und des internationalen Testteils ... 19
3.2.4. Mathematische Kompetenz deutscher Schüler – Ergebnisse ... 19
3.2.5. Der Vergleicht mit TIMSS ... 20
3.2.6. Von welchen Faktoren mathematische Fähigkeiten beeinflusst werden ... 21
3.3. Naturwissenschaftliche Grundbildung (scientific literacy) ... 22
3.3.1. Definition der naturwissenschaftlichen Grundbildung ... 22
3.3.2. Kompetenzstufen ... 23
3.3.3. Schwerpunkte des nationalen und des internationalen Testteils ... 24
3.3.4. Naturwissenschaftliche Kompetenz deutscher Schüler – Ergebnisse ... 24
3.3.5. Der Vergleich mit TIMSS ... 25
3.4. Risikogruppen – Die Verlierer des Systems ... 26
3.4.1. Die Gruppe der Risikoschüler ... 26
3.4.2. Lehrer und Risikoschüler ... 27
3.4.3. Schulformen und Risikoschüler ... 28
3.4.4. Die Reproduktion herkunftsbedingter Ungleichheiten im deutschen Schulsystem ... 29
3.4.5. Soziale Schicht und Lesekompetenz ... 31
3.4.6. Ethnische Zugehörigkeit und Schulleistung ... 35
4. Spitzenreiter Finnland – Modell für eine deutsche Bildungsreform? ... 39
5. Eckpfeiler einer Schule der Zukunft ... 47
5.1. Eine Kultur des Lesens ... 47
5.2. Eine Kultur des Förderns ... 53
5.3. Eine Kultur des Lehrens ... 58
6. Bilanz und Einschätzung ... 62
6.1. Reformansätze im Vor- und Grundschulbereich ... 63
6.2. Förderung der Risikogruppen nach PISA ... 66
6.3. Verbindliche Standards und Evaluation ... 67
6.4. Didaktik als Instrument der Förderung ... 68
6.5. Ganztagsschule – Mehr Chancengleichheit? ... 69
7. Nach PISA – Die Hausaufgaben sind noch nicht gemacht ... 71
8. Literatur ... 75
Anhang ... ... 83
1. Einleitung
Seit der Veröffentlichung der PISA-Studie (Programme for International Student Assessment) im Dezember 2001 steht fest: deutsche Schülerinnen und Schüler sind nicht nur mittelmäßig, sie hinken im internationalen Vergleich hinterher. Die PISA-Studie bescheinigte ihnen in allen drei der untersuchten Kompetenzbereiche (Lesekompetenz, mathematische Grundbildung und naturwissenschaftliche Grundbildung) unterdurchschnittliche Leistungen. Besonders prekär ist die mangelnde Lesekompetenz deutscher Schüler: sie wurde bei rund 25% der 15-Jährigen mit ‚schwach’ bis ‚sehr schwach’ bewertet. Ein Umstand, den Arbeitgeberpräsident Dieter Hund seinerzeit als skandalös bezeichnete (Hörbst, Kranz, von Bargen, 2001, S. 1). Tatsächlich stellt sich die Frage, wie es möglich ist, dass ein Land mit einer politischen und wirtschaftlichen Bedeutung wie Deutschland ein Bildungssystem unterhält, das sich mit dem OECD-Durchschnitt nicht messen kann. Im oberen Leistungsbereich positionieren sich die deutschen Schüler zwar besser als im unteren, aber auch hier erreichen sie gerade einmal den Durchschnitt der übrigen OECD-Staaten.
Darüber hinaus ist der Zusammenhang zwischen Schülerleistung und sozialer Herkunft in keinem anderen Staat der OECD so signifikant wie in Deutschland, wo die Chance, ein Hochschulstudium abzuschließen, bei Kindern von Akademikern dreimal so groß ist wie bei Kindern von Nichtakademikern (vgl. Schleicher, 2002, S. 3). Folglich reproduziert das deutsche Schulsystem sozial-ökonomische Benachteiligungen, statt sie zu kompensieren; von Chancengleichheit kann vor diesem Hintergrund nicht die Rede sein. Der stellvertretende Vorsitzende der Kultusminister-Konferenz (KMK) und Bremer Kultursenator Willi Lemke bezeichnete das Festschreiben sozialer Benachteiligung durch das deutsche Schulsystem als eines der „schlimmsten Ergebnisse der Studie“ (Hörbst, Kranz, von Bargen, 2001, S. 1).
Angesichts der Ergebnisse der PISA-Studie schien ein Festhalten am alten System unmöglich. Es war an der Zeit, einschneidende Reformen in die Wege zu leiten. „Wir haben Probleme, das ist ganz offensichtlich“ (Hörbst, 2001, S. 4), konstatierte Bildungsexpertin Petra Stanat und verstand die Ergebnisse der PISA-Studie als „ein Signal zum Aufbruch“ (Hörbst, 2001, S. 4). Tatsächlich folgte der Veröffentlichung der Studie eine breite Bildungsdebatte. Politiker und Wissenschaftler versuchten, die Ursachen für das schlechte Abschneiden deutscher Schüler aufzudecken. Die Forderungen und Versprechen der Politiker klangen vielversprechend. Bundesbildungsministerin Edelgard Bulmahn beispielsweise kündigte „eine grundlegende Veränderung der Schule – vor allem der Grundschule“ (Spoerr, 2001, S. 4) an. Die baden-württembergische Bildungsministerin Annette Schavan forderte „neue Fortbildungsprogramme für Lehrer und zusätzliche Lernangebote für lernschwache Schüler“ (Brendlin, 2001, S. 3). Nun, mehr als ein Jahr nach Veröffentlichung der PISA-Ergebnisse, muss geprüft werden, welche Versprechen und Vorhaben tatsächlich eingelöst wurden und welche nicht.
Die vorliegende Arbeit geht der Frage nach, wo der Schwerpunkt für künftige Veränderungen des deutschen Bildungssystems liegen sollten. Die PISA-Studie liefert eine Fülle von Anregungen und Konzepten. Sie sollen ausgewertet und auf ihre Übertragbarkeit auf Deutschland überprüft werden. Kapitel 3 setzt sich mit den wichtigsten Ergebnissen auseinander, dokumentiert und bewertet sie. Im Anschluss folgt eine knappe Darstellung des finnischen Schulsystems, das modellhaft für einen zukunftsfähigen Umbau des deutschen Schulsystems stehen könnte. Finnland hat schon vor Jahren nach heftig geführten Diskussionen um den institutionellen Umgang mit Bildung Reformen durchgeführt, die offenbar höchst erfolgreich waren. Aus diesem Beispiel versucht die Arbeit als zwingend erscheinende Konsequenzen abzuleiten und darzustellen. Es folgt eine Übersicht in Kapitel 6 zu den strukturellen Veränderungen, die in den deutschen Bundesländern nach der PISA-Studie angekündigt, geplant oder angegangen wurden.
2. Die PISA-Studie – Portrait einer Untersuchung, die Wellen Schlug
Die PISA-Studie (Programm for International Assessment) ist eine repräsentative Schulleistungsstudie. Sie wurde von den Mitgliedsstaaten der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) in Auftrag gegeben. Ein Überblick über die nationalen Bildungssysteme sollte ausgearbeitet werden. Aufgaben und Fragen konzipierte eine internationale Expertengruppe. Auf diese Weise sollte gewährleistet werden, dass die Studie wissenschaftlichen Standards genügt und die politischen und kulturellen Schwerpunkte der Einzelländer berücksichtigt.
Die Koordination des Projektes oblag einem internationalen Konsortium unter dem Vorsitz des Australian Council for Educational Research (ACER). Für die Durchführung der Studie in Deutschland war das IEA Data Processing Center (DPC) in Hamburg zuständig. In Absprache mit der Projektleitung des Max-Planck-Instituts für Bildungsforschung setzte es die internationalen Vorgaben um.
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