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Interpretation des Romans La muerte de Artemio Cruz von Carlos Fuentes

Scholarly Paper (Advanced Seminar), 2003, 28 Pages
Author: Anna Maresa Starkowski
Subject: Romance Languages - Latin American Studies

Details

Event: Einzelinterpretationen herausragender mexikanischer und brasilianischer Roman des 20. Jahrhunderts
Institution/College: University of Bremen (Fachbereich Romanistik)
Tags: Interpretation, Romans, Artemio, Cruz, Carlos, Fuentes, Einzelinterpretationen, Roman, Jahrhunderts
Category: Scholarly Paper (Advanced Seminar)
Year: 2003
Pages: 28
Grade: 1
Language: German
Archive No.: V25168
ISBN (E-book): 978-3-638-27878-2

File size: 475 KB


Excerpt (computer-generated)

Interpretation des Romans La muerte de
Artemio Cruz von Carlos Fuentes

von: Anna Maresa Starkowski

 


1 EINLEITUNG 3

2 DER AUTOR CARLOS FUENTES 4

3 STRUKTUR DES TEXTES 6

3.1 DIE ERZÄHLPERSPEKTIVE DES YO (ICH) 7
3.2 DIE ERZÄHLPERSPEKTIVE DES TÚ (DU) 9
3.3 DIE ERZÄHLPERSPEKTIVE DES ÉL (ER) 10

4 INHALTSANGABE 11

5 INTERPRETATION 18

5.1 DIE INTERPRETATIONSEBENE DER ZEIT 19
5.2 DIE INTERPRETATIONSEBENE DER GESCHICHTE 20
5.3 DIE INTERPRETATIONSEBENE DES MYTHOS 21
5.4 DIE INTERPRETATIONSEBENE DER SPRACHE 24

6 ABSCHLIESSENDE WERTUNG 26

7 LITERATURVERZEICHNIS 29


 

 

 

1 Einleitung1

Die Auswahl des 1962 veröffentlichten Romans La muerte de Artemio Cruz von Carlos Fuentes, im Deutschen auch erschienen unter dem Titel Nichts als das Leben, geht meinerseits zunächst auf das Interesse an dem international renommierten Autor und zudem Neugierde auf die, mir bekannte, extravagante Struktur des Roman zurück. Entstanden 1960/61, kurze Zeit nach der kubanischen Revolution, ist La muerte de Artemio Cruz die kritische Abrechnung des Autors mit den Ergebnissen der bürgerlichen Revolution in Mexiko, es ist die schwierige Suche nach einer mexikanischen Identität und gleichzeitig das Werk, mit dem Fuentes den Durchbruch zu weltliterarischer Anerkennung erzielte. Grund hierfür war nicht nur die Thematik, sondern vor allem auch die Struktur des Romans, die Erzählweise des Autors, der mit innovativen Techniken wie Fragmentierung, verschiedenen Perspektiven des inneren Monologes, sowie Zeit- und Sprachexperimenten etwas gänzlich Neues im Bereich der modernen Narrativik im Lateinamerika der sechziger Jahre geschaffen hat. Fuentes Werk präsentiert sich dem Leser also nicht nur in Hinsicht auf die Thematik in einer bemerkenswerten Komplexität und Vielschichtigkeit.

Aufgrund dessen gestaltet sich die Wiedergabe des Romans nicht ganz einfach. Nach einigen einführenden Erläuterungen zum Autor Carlos Fuentes, die ich für das Verständnis seines Werkes als wichtig erachte, werde ich mich daher zunächst der komplizierten Struktur des Romans widmen, um im Anschluss, gegen die Erzählchronologie des Textes, den Inhalt wiederzugeben. Im Folgenden werde ich anhand von den schon von Octavio Paz aufgebrachten vier Ebenen, der Zeit, der Sprache, dem Mythos und der Geschichte (Sauter de Maihold 1995: 97), auf die Interpretationsmöglichkeiten, derer es unzählige zu geben scheint, eingehen, um dann mit einer Bewertung des Werkes vorliegende Arbeit zu beschließen.

2 Der Autor Carlos Fuentes

Carlos Manuel Fuentes Macías wird am 11. November 1928 in Mexiko Stadt geboren.2 Seine Kindheit verbringt Fuentes aufgrund der Arbeit seines Vaters jedoch hauptsächlich im Ausland. In den Jahren 1929 bis 1943 lebt die Familie in Montevideo, Washington, Santiago de Chile und Buenos Aires. Den Eltern bedeutet die gute Ausbildung ihres Sohnes sehr viel, Fuentes besucht daher die besten Schulen, spricht mehrere Fremdsprachen und wird intellektuell stets gefördert. Um jedoch die Muttersprache sowie die eigene Kultur nicht zu vernachlässigen, verbringt der junge Fuentes jeden Sommer in seinem Heimatland.

Dennoch ergeben sich für den angehenden Juristen sehr wohl Identitätsprobleme. Schon im Alter von zehn Jahren macht Fuentes in den Vereinigten Staaten von Amerika die Erfahrung, anders zu sein: Nachdem Mexiko im Jahre 1938 seine Ölvorkommen verstaatlichte, lief ein Aufschrei der Entrüstung durch die Bevölkerung der USA und Mexikaner wurden nun lautstark als nicht vertrauenswürdig beschimpft. Zu diesem Zeitpunkt, so Fuentes selbst, wurde ihm erstmals bewusst, dass er einer bestimmten Nation, einer Kultur und einer Geschichte zugehörig war.3 Doch dieses Gefühl der Zugehörigkeit war noch keineswegs gefestigt. Als Fuentes 1944 endgültig nach Mexiko zieht um zu studieren, sieht er sich erneut dem Problem des Anders-Seins ausgeliefert. Spanisch mit argentinischem und chilenischem Akzent sprechend, englische Literatur lesend und dazu ungewöhnlich gekleidet, erschwerte Fuentes seine Integration in seinem Heimatland. Der ständige Wechsel seines Wohnortes und –landes lehrte den jungen Mann schon früh, sich ständig an neue Situationen, Sprachen und Kulturen anzupassen, was für seine spätere schriftstellerische Tätigkeit von großer Bedeutung sein wird.

Die Liebe zur Literatur entwickelt sich bei Fuentes in sehr jungen Jahren. Schon im Alter von dreizehn Jahren schreibt und publiziert er erste Erzählungen, wenn auch zunächst nur in Schülerzeitungen. Besonders die moderne Literatur begeistert und begleitet den angehenden Autor, die ausländische Lektüre von Huxley, Joyce, Mann und Faulkner wird von Fuentes mit ebenso großem Interesse aufgenommen wie die der mexikanischen Werke von Novo, Yáñez, Paz und Reyes. Eine schier unglaubliche Disziplin und Arbeitswut zeichnet die folgenden Jahre Carlos Fuentes. Fuentes bildet sich in Europa weiter, wo er auch die Bekanntschaft Octavio Paz macht, mit dem ihn eine enge Freundschaft verbindet. Neben der Veröffentlichung einiger Erzählungen schreibt Fuentes zu dieser Zeit viele Artikel für Zeitungen und Zeitschriften, die vor allem ökonomische und politische Themen behandeln. 1954, zurück in Mexiko, wird seine erste Sammlung von Erzählungen Los Días enmascarados veröffentlicht. Nach nun abgeschlossenem Jurastudium widmet sich der junge Autor gänzlich der Literatur. Beeinflusst vom Zeitgeschehen, zum Beispiel der Veröffentlichung des „letzten Revolutionsromans“ Pedro Páramo (1955) von Juan Rulfo, sowie weiteren Werken mexikanischer moderner Autoren, wie Octavio Paz und dessen Suche nach einer neuen „Mexikanität“, beginnt Fuentes seine bis heute andauernde, sehr ergiebige Schaffensphase. In nur wenigen Jahren schreibt er große Romane, Erzählungen, Theaterstücke und Essays, wie La región más transparente (1958), Las buenas conciencias (1959), Aura (1962), La muerte de Artemio Cruz (1962), Cantar de ciegos (1964), Zona Sagrada (1967), Cambio de piel (1967), París: La revolución de mayo (1968) Cumpleaños (1969), La nueva novela hispanoamericana (1969), El mundo de José Luis Cuevas (1969), Todos los gatos son pardos (1970), El tuerto es rey (1970), Casa con dos puertas (1970), Tiempo mexicano (1971), Los reinos originario teatro hispanomexicano (1971), Cuerpos y ofrendas (1972), Terra Nostra (1975) und vieles mehr.4 Heute gilt Carlos Fuentes als einer der größten lebenden Erzähler und neben Octavio Paz und Gabriel García Marquez als bedeutendster und einflussreichster lateinamerikanischer Romancier. Allein La muerte de Artemio Cruz wurde schon bald nach seinem Erscheinen in zwanzig Sprachen übersetzt (Williams 1998: 57). Seine Werke decken fast alle literarischen Genres ab. Wie oben erwähnt, verfasste er neben Romanen auch Drehbücher, unter anderem für Luis Buñuel, Theaterstücke und Essays. Neben zahlreichen weiteren Auszeichnungen gewann Fuentes 1987 den dreizehnten Premio Cervantes, den angesehensten Preis der spanischsprachigen Literatur. Bis heute beschäftigt sich der Autor vornehmlich mit den politischen und sozialen Verhältnissen Mexikos vor dem Hintergrund von Mythos und Geschichte, die für ihn bezeichnend für sein Heimatland Mexiko sind. In seinen zahlreichen Büchern und Essays setzt sich Fuentes mit dem Kolonialismus und dem Schicksal Lateinamerikas auseinander. Sein literarisches Werk ist jedoch vor allem von einem zentralen Thema geprägt, das sich auch in La muerte de Artemio Cruz wiederfindet: der Suche nach einer lateinamerikanischen, insbesondere der mexikanischen Identität.

3 Struktur des Textes

[...]


1 Vorliegende Arbeit ist nach den Regeln der neuen deutschen Rechtschreibung verfasst.

2 Die Meinungen zu Fuentes Geburtsort gehen auseinander. Vgl. Ordiz (1987: 22), der Panama als Geburtsort angibt.

3 Ordiz (1987: 23).

4 Die biographischen Eckdaten Fuentes sind den Werken Ordiz (1987: 22-33) und Williams (1998: 28-63) entnommen.


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