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Termpaper, 2003, 25 Pages
Author: Master of Arts in Social Science Kerstin Wittmütz
Subject: Sociology - Work, Profession, Education, Organisation
Details
Institution/College: Ruhr-University of Bochum (Sozialwissenschaftliches Institut)
Tags: Frauenerwerbsarbeit, Dienstleistungsgesellschaft
Year: 2003
Pages: 25
Grade: 2,0
Language: German
ISBN (E-book): 978-3-638-28103-4
ISBN (Book): 978-3-638-73827-9
File size: 225 KB
Neben den Wandel in der Erwerbsarbeit unter Einbezug der Drei-Sektoren-Theorie (Fourastie, Baumol,etc.) die den Frauen einen Weg in die (unter-) bezahlte Erwerbsarbeit ermöglicht haben wird besonders auf die Chancen und Probleme der Tätigkeiten in den PERSONENBEZOGENEN DIENSTLEISTUNGEN eingegangen, in denen Frauen zu über 80% beschäftigt sind.
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Abstract
Differenzierung, Pluralisierung und Individualisierung, das sind nur einige Stichworte, die den gesellschaftlichen und soziokulturellen Wandel der Gesellschaften des 20. und 21. Jhd. beschreiben. Vor dem Hintergrund der Tertiarisierung, dem “Wandel zur Dienstleistungsgesellschaft“, sind langfristige Umbruchprozesse in der Erwerbsarbeit festzustellen. Besonders Frauen betrifft der Wandel, für sie sind neue Beschäftigungsmöglichkeiten, mit vielfältigen Chancen in der Frauenerwerbsarbeit, entstanden. Die Dienstleistungsgesellschaft wird ganz allgemein als Weg bezeichnet, die Frauen von ihren traditionellen Aufgaben zu lösen und sie in das System von Markt und Staat zu überführen. Mit dem Wandel in der Arbeitswelt, dessen historische Hintergründe in Kapitel 2 beschrieben werden, hat die traditionelle geschlechtsspezifische Rollenverteilung im Erwerbsbereich an Selbstverständlichkeit verloren. Die Entwicklung der Dienstleistungsgesellschaft ist, ökonomisch betrachtet, vor allem unter der Frage nach den Wachstumschancen für die Arbeitsmärkte - besonders für die weiblichen - interessant. Jean FOURASTIÈ hat bereits 1949 in ihr einen Weg zur Vollbeschäftigung gesehen. Kapitel 2.1 erläutert einen Teilaspekt seiner Theorie, die davon ausgeht, dass in den so genannten „verbrauchs- bzw. personenbezogenen Dienstleistungen“ unbegrenzte Wachstumspotentiale liegen. Kapitel 3 erläutert den sozialen Wandel in der Stellung der Frau und wie es zu Veränderungen in der weiblichen Erwerbsarbeit gekommen ist. Es wird gezeigt, dass Frauen auf dem Arbeitsmarkt massiv benachteiligt werden und man weltweit von geschlechtlich segregierten Arbeitsmärkten sprechen kann. Weibliche Erwerbsarbeit findet zu einem hohen Anteil in den „personenbezogenen Dienstleistungen“ statt. Gerade dieser Bereich wurde aber lange Zeit wirtschafts- arbeitsmarkt- und bildungspolitisch vernachlässigt, da er keinen ökonomischen Wachstum verspricht. Die Folgen dieser Vernachlässigung sind vielfältig. Diese Arbeit soll einen kritischen Blick auf die Dienstleistungsgesellschaft werfen. Besonders soll der Bereich der „personenbezogenen Dienstleistungen“ betrachtet werden, um zu klären, ob er eine wirkliche Chance zur Beseitigung der Benachteiligung von Frauen auf dem Arbeitsmarkt darstellt.
Excerpt (computer-generated)
Frauenerwerbsarbeit in der Dienstleistungsgesellschaft
von: Kerstin Wittmütz
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung 1
2. Die Dienstleistungsgesellschaft 5
2.1 Ausgangslage: Strukturelle Veränderungen in der Erwerbsarbeit 5
2.2 Unterscheidungen in den Dienstleistungen 7
3. Frauenerwerbsarbeit 10
3.1 Die Erwerbsarbeit der Frau im sozialen Wandel 10
3.2 Geschlechtliche Segregierung der Arbeitsmärkte 12
3.3 Frauenerwerbsarbeit im Dienstleistungssektor 15
3.3.1 Ausbildung 17
3.3.2 Beschäftigungsverhältnisse 18
3.3.3 Erwerbstätige Migrantinnen 19
3.3.4 Die ehrenamtliche Beschäftigung 20
4. Fazit 21
5. Literaturverzeichnis 24
1. Einleitung
Differenzierung, Pluralisierung und Individualisierung, das sind nur einige Stichworte, die den gesellschaftlichen und soziokulturellen Wandel der Gesellschaften des 20. und 21. Jahrhunderts beschreiben. Vor dem Hintergrund der Tertiarisierung, dem “Wandel zur Dienstleistungsgesellschaft“, sind langfristige Umbruchprozesse in der Erwerbsarbeit festzustellen. Besonders Frauen betrifft der Wandel, für sie sind neue Beschäftigungsmöglichkeiten, mit vielfältigen Chancen in der Frauenerwerbsarbeit, entstanden. Die Dienstleistungsgesellschaft wird ganz allgemein als Weg bezeichnet, die Frauen von ihren traditionellen Aufgaben zu lösen und sie in das System von Markt und Staat zu überführen.
Mit dem Wandel in der Arbeitswelt, dessen historische Hintergründe in Kapitel 2 beschrieben werden, hat die traditionelle geschlechtsspezifische Rollenverteilung im Erwerbsbereich an Selbstverständlichkeit verloren. Die Entwicklung der Dienstleistungsgesellschaft ist, ökonomisch betrachtet, vor allem unter der Frage nach den Wachstumschancen für die Arbeitsmärkte - besonders für die weiblichen - interessant. Jean FOURASTIÈ hat 1949 in ihr einen Weg zur Vollbeschäftigung gesehen. Kapitel 2.1 erläutert einen Teilaspekt seiner Theorie, die davon ausgeht, dass in den so genannten „verbrauchs- bzw. personenbezogenen Dienstleistungen“ unbegrenzte Wachstumspotentiale liegen. Dieser Bereich bietet vor allem Frauen die Möglichkeit, dort erwerbstätig zu werden, denn es sind ihre traditionellen Aufgaben als Hausfrau und Mutter, die in den „personenbezogenen Dienstleistungen“ beruflich organisiert sind. Kapitel 3 erläutert den sozialen Wandel in der Stellung der Frau und wie es zu Veränderungen in der weiblichen Erwerbsarbeit gekommen ist. Es wird gezeigt, dass Frauen auf dem Arbeitsmarkt massiv benachteiligt werden und man weltweit von geschlechtlich segregierten Arbeitsmärkten sprechen kann. Weibliche Erwerbsarbeit findet zu einem hohen Anteil in den „personenbezogenen Dienstleistungen“ statt. Gerade dieser Bereich wurde aber lange Zeit wirtschafts- arbeitsmarkt- und bildungspolitisch vernachlässigt, da er keinen ökonomischen Wachstum verspricht. Die Folgen dieser Vernachlässigung sind vielfältig. Diese Arbeit soll einen kritischen Blick auf die Dienstleistungsgesellschaft werfen. Besonders soll der Bereich der „personenbezogenen Dienstleistungen“ betrachtet werden, um zu klären, ob er eine wirkliche Chance zur Beseitigung der Benachteiligung von Frauen auf dem Arbeitsmarkt darstellt. So wird am Ende dieser Arbeit ersichtlich sein, dass die Entwicklung zur Dienstleistungsgesellschaft differenziert betrachtet werden muss.
2. Die Dienstleistungsgesellschaft
Die Dienstleistungsgesellschaft wird - spätestens seit Jean Fourastiés 1949 erschienenem Buch mit dem gleichnamigen Titel - als die „große Hoffnung des 20. Jahrhunderts“ charakterisiert. Seine These war, dass nach zwei Weltkriegen und der Industrialisierung Europas, mit der fortschreitenden Technologisierung die Ära der Dienstleistungsgesellschaft beginnen würde. Damit wäre die Zeit der wirtschaftlichen, politischen und sozialen Unstabilität vorbei, denn laut Fourastié sei der „Hunger nach Tertiärem“ unstillbar, weswegen die Vollbeschäftigung gesichert wäre. Seine Prognose versprach, dass allen, die aufgrund der Umbrüche in der industriellen Produktion ihre Arbeitsplätze verloren hätten, in den Dienstleistungsberufen neue und veränderte berufliche Tätigkeiten angeboten würden. (vgl. FOURASTIÈ 1963, S.217, HÄUSSERMANN/SIEBEL 1995, S.10) Diese „Tertiarisierung der Beschäftigung“ beruht auf der „Drei-Sektoren-Theorie“. Sie besagt, dass „[...] im Laufe der Wirtschaftsgeschichte eine Verschiebung der Schwergewichte der Beschäftigung zunächst vom primären zum sekundären und dann weiter zum tertiären Sektor zu beobachten ist.“1 (HÄUSSERMANN/SIEBEL 1995, S.23). Um diese Entwicklung zu erläutern, wird im nächsten Kapitel auf den historischen Wandel in der Erwerbsarbeit eingegangen.
2.1 Ausgangslage: Strukturelle Veränderungen in der Erwerbsarbeit
[...]
1 Der primäre Sektor bezeichnet den landwirtschaftlichen Bereich, der sekundäre Sektor den industriellen Bereich und der tertiäre Sektor den Bereich der Dienstleistungen.
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