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Franz Kafka: Die Verwandlung. Versuch einer Analyse unter psychoanalytischen Aspekten

Hauptseminararbeit, 2001, 15 Seiten
Autor: Katharina Cufar
Fach: Germanistik - Neuere Deutsche Literatur

Details

Veranstaltung: Psychoanalyse und Literaturwissenschaft
Institution/Hochschule: Freie Universität Berlin (Philosophie und Geisteswissenschaften)
Tags: Franz, Kafka, Verwandlung, Versuch, Analyse, Aspekten, Psychoanalyse, Literaturwissenschaft
Kategorie: Hauptseminararbeit
Jahr: 2001
Seiten: 15
Note: gut und besser (1,7)
Sprache: Deutsch
Archivnummer: V25852
ISBN (E-Book): 978-3-638-28365-6

Dateigröße: 197 KB


Textauszug (computergeneriert)

Hauptseminar der Neueren deutschen Literatur
Der Freien Universität Berlin
10. Semester

Franz Kafka: Die Verwandlung. Versuch einer Analyse
unter psychoanalytischen Aspekten

von: Katharina Cufar

 


Inhaltsverzeichnis

Einleitendes  S. 01

1. „Die Verwandlung“ – zur Erzählung selber  S. 02
2. Die ‚verwandelte‘ Position Gregors  S. 04
3. Die „Verwandlung“ als masochistische Klagephantasie  S. 07
4. Zusammenfassende Betrachtung  S. 11

Literaturverzeichnis  S. 13

 

 


Einleitendes

Das Thema dieser Ausarbeitung behandelt den Text „Die Verwandlung“ von Franz Kafka unter psychoanalytischen Aspekten.
Der erste Teil der Arbeit bietet zunächst einen Abriss über den Verlauf der Erzählung. Danach werden die vorher darlegten Geschehnisse erläutert und ansatzweise in einen psychoanalytischen Kontext gesetzt.

2. „Die Verwandlung“- zur Erzählung selber

Der fiktionale Text Franz Kafkas, „Die Verwandlung“ erzählt den Leidensweg von Gregor Samsa, der sich in einen Käfer verwandelt und stirbt. Der Text selber ist in drei Teile gegliedert, von denen jeder damit endet, daß der Käfer das Zimmer verläßt und wieder zurückgetrieben wird. Die beiden ersten Male wird er verwundet, beim letzten und dritten Mal stirbt er. Alle drei Abschnitte sind Stationen des Leidenswegs vom Menschen übers Ding zum Tier.

Im ersten Teil wacht Gregor Samsa nach unruhigen Träumen als Ungeziefer verwandelt auf. Die Verwandlung ist hier schon eine vollendete Tatsache (87). Gregor nimmt die Veränderungen allmählich war und muß feststellen, daß er nicht träumt. Dieses Ungeziefer ist wie ein Käfer von der Größe eines erwachsenen Menschen. Der Rücken ist hart und panzerartig und gewölbte braune, bogenförmige Versteifungen unterteilen den Bauch. Trotz der gravierenden körperlichen Veränderung will Gregor seine Arbeit in gewohnten Maße aufnehmen und versucht seiner Familie und dem Firmenmitarbeiter, der sich bei ihm eingefunden hat, gegenüber zu treten. Es kommt zur Eskalation. Die Reaktion ist ablehnend und er wird vom Vater mit einem Stoß zurück in sein Zimmer verbannt. Im zweiten Teil erwacht der Verwandelte aus einem ohnmachtsähnlichen Schlaf. Beängstigt und beschämt versteckt er sich im weiteren Verlauf der Erzählung unter einem Kanapee und sein Zimmer wird zur „Höhle“ (120). Er verschmäht frische Nahrung und frißt nur noch Abfälle und man bezeichnet ihn als „alten Mistkäfer“ (133). Ein weiteres Mal unternimmt er den Versuch das Zimmer zu verlassen und erneut wird er unter Attacken, und sich eine schmerzhafte Verwundung zuziehend, von seinem Vater, zurückgetrieben. Im dritten Teil ist Samsas Zimmer schon zur Rumpelkammer verkommen. Er selbst bewegt sich kaum noch, ißt nicht mehr und wird zu einem staubigen ‚Ding‘. Die Schwester bezeichnet ihn als „Untier“ (140) und betont das „es“ weg-muß (140). Als ihn die Bedienerin tot auffindet ruft sie mit lauter Stimme: „[...] es ist krepiert; da liegt es, ganz und gar krepiert!“ (143). Erlebt wird dies fast alles durch die Augen der Hauptperson, bis auf ein im Druckbild nicht abgesetztes Nachspiel, indem sich die Erzählhaltung ändert und die Züge von Allwissenheit annimmt. Hier erfährt der Leser, was die anderen Familienmitglieder fühlen, nämlich ihre tiefe Erleichterung über das Verschwinden des störenden Ungeziefers. Mit dem erwünschten Tod des Käfers, ist die innere Wahrheit der Verwandlung, Gregors Entmenschlichung, endgültig verwirklicht. Ein Auflehnen gegen diese Entwicklung, ist in seinen Versuchen, das Zimmer zu Verlassen, zu sehen. Beim erstenmal will er, trotz der Tiergestalt, den beruflichen Pflichten nachgehen, beim zweitenmal „das gänzliche Vergessen seiner menschlichen Vergangenheit“ (120) und die Verwandlung seines Zimmers in eine Höhle, verhindern. Das dritte Mal lockt ihn das Geigenspiel der Schwester erneut heraus. Doch jeder dieser Ausbrüche um menschliche Ansprache zu bekommen, wird mit Schmerzen, Verstoßung und Erniedrigung beantwortet. Die ambivalente Situation bezogen auf Gregors Zimmer, erscheint in der Erzählung auf verschiedenen Handlungsebenen und spitzt sich in ihrem Fortgang immer weiter zu. So repräsentiert das Zimmer auch in Analogie zur Körpergestalt den Doppelaspekt von Schutzraum vor Gefahr und Gefängnis ohne Fluchtmöglichkeit.

[...]


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