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Subtitle: Ein Vergleich der Sender ARD, ZDF und Eurosport
Diploma Thesis, 2001, 209 Pages
Author: Heike Vanselow
Subject: Sport - Media and Communication
Details
Tags: Analyse, Live-Kommentierung, Tour, France
Year: 2001
Pages: 209
Grade: 2,3
Language: German
ISBN (E-book): 978-3-638-28640-4
ISBN (Book): 978-3-638-70237-9
File size: 941 KB
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Abstract
In Frankreich steht ein Ereignis seit Jahrzehnten im Mittelpunkt des sportlichen, des nationalen und sogar internationalen Interesses – die Tour de France. Auch von einem Großereignis wie der Fußball-Weltmeisterschaft 1998, die in Frankreich stattfand, ließ sich die Tour nicht in die zweite Reihe verdrängen. Seit 90 Jahren steht die Tour de France für Triumphe, Tragödien und höchste körperliche und mentale Leistungen aller Teilnehmer. Sie ist das berühmteste Radrennen der Welt. Von Beginn an begleiteten die Medien die Tour de France. War es anfangs nur die schreibende Zunft, kam in den 50er Jahren das Fernsehen hinzu. Die Franzosen boten die Bilder von der Tour an, und auch das deutsche Fernsehen stieg in das Geschäft ein. Seit 1969 berichtet der Saarländische Rundfunk regelmäßig von der Tour de France. Nachdem in den 80er Jahren - nach Didi Thurau - das Publikumsinteresse etwas nachgelassen hatte, stiegen die Zuschauerzahlen mit den Leistungen des Teams Telekom in den letzten Jahren sprunghaft an. Seit dem 2. Platz von Jan Ullrich 1996 und erst recht nach seinem Sieg ein Jahr später setzte in Deutschland ein Radsportboom ein. Während der Privatsender Eurosport seit 1989 in Live-Sendungen über die Tour informierte, wurde in den öffentlich-rechtlichen Sendeanstalten meist in einem Tagesresümee von der Tour de France berichtet. 1998 wurde erstmals die Tour „live“ in der ARD übertragen. Drei Wochen lang sendet das Fernsehen täglich Tour de France. An einigen Tagen wird fünf Stunden nonstop live berichtet. Dutzende von Leuten sorgen hinter den Kulissen für einen reibungslosen Ablauf. Auf Sendung schließlich sind nur zwei Kommentatoren. Zwar sitzen sie nicht mehr im Straßengraben wie einst Werner Zimmer, sondern in Kabinen im Zielraum, ihre Aufgabe ist die gleiche geblieben. Sie müssen das Produkt Tour de France den Zuschauern nahe bringen, auf das aktuelle Geschehen genauso eingehen wie auf Hintergründe. Der folgenden Untersuchung liegen Beiträge der drei Sendeanstalten zugrunde, die über die Tour de France 2000 berichten. ARD und ZDF haben sich die Berichterstattung im Wechsel aufgeteilt. Eurosport berichtete täglich über einen Zeitraum von drei Wochen. Die vorliegende Arbeit soll sich vor allem mit der Qualität der Berichterstattung bei der Tour de France 2000 befassen. Diese Untersuchung soll erstmals aufzeigen, „wie“ und „was“ die Kommentatoren im Zuge der Tour de France präsentieren.
Excerpt (computer-generated)
Deutsche Sporthochschule Köln
Analyse der Live-Kommentierung der Tour de France 2000 -
Ein Vergleich der Sender ARD, ZDF und Eurosport
Diplomarbeit
von
Heike Vanselow
Köln 2001
Inhaltsverzeichnis
Inhaltsverzeichnis ... I
Abbildungsverzeichnis ... IV
Tabellenverzeichnis ... V
TEIL I: THEORIE UND KONZEPTION
1. EINLEITUNG ... 1
2. THEMA ... 3
2.1. IDEE UND INTERESSE ... 3
2.2. PROBLEMBEZUG UND RELEVANZ DES THEMAS ... 5
3. KOMMUNIKATIONSWISSENSCHAFTLICHER HINTERGRUND ... 7
3.1. Systematik der Massenkommunikationsforschung ... 7
3.2. Der Bereich der Aussagen- und Inhaltsforschung ... 8
3.3. Der Bereich Medienforschung ... 9
4. MEDIENSYSTEM FERNSEHEN ... 11
4.1. Die Entstehung des Fernsehens ... 11
4.2. Die Entwicklung des öffentlich-rechtlichen Rundfunks in Deutschland ... 12
4.3. Die Entwicklung des Dualen Rundfunksystems in Deutschland ... 14
4.4. Die Mediensituation heute ... 17
4.5. Die Live-Übertragung ... 19
5. Entstehung und Geschichte des Radsports ... 20
5.1. Die Anfänge des Fahrrads ... 20
5.2. Die Anfänge des Radsports ... 21
5.3. Die aktuelle Situation des Radsports ... 23
6. DIE TOUR DE FRANCE ... 25
6.1. Geschichte und Entwicklung ... 25
6.2. DIE TOUR DE FRANCE IM DEUTSCHEN FERNSEHEN ... 28
7. Radsport und medien ... 32
7.1. Radsport im Hörfunk ... 32
7.2. Radsport in den Printmedien ... 33
7.3. Radsport im Internet ... 35
7.4. Radsport im Fernsehen ... 37
TEIL II: ANALYSE UND INTERPRETATION
8. UNTERSUCHUNGSDESIGN UND METHODISCHES VORGEHEN ... 39
8.1. Forschungsleitende Fragen ... 39
8.2. HYPOTHESEN ... 40
8.3. Methodik ... 43
8.4. KATEGORIENSYSTEM ... 46
8.5. Pretest ... 49
8.6. UNTERSUCHUNGSOBJEKTE ... 51
8.6.1. Der öffentlich-rechtliche Sender ARD ... 53
8.6.2. Der öffentlich-rechtliche Sender ZDF ... 58
8.6.3. Der Spartenkanal Eurosport ... 62
8.6.4. Die Reporter der Tour de France ... 69
8.7. UNTERSUCHUNGSVERLAUF ... 73
8.8. Schwierigkeiten im Verlauf der Inhaltsananlyse ... 75
9.1. Formale Analyse ... 78
9.2. Die Sprache der Tour de France-Berichterstattung ... 82
9.2.1. Superlative und Hyperbolik ... 83
9.2.2. Metaphorik und idiomatische Redewendungen ... 86
9.2.3. Fremdwörter ... 88
9.2.4. Ich – Wir – Kollege - Zuschauer ... 90
9.2.5. Sprachtypische Besonderheiten ... 95
9.2.6. Zusammenfassung ... 98
9.3. Themen in der Tour de France-Berichterstattung ... 100
9.3.1. Standard- und Hintergrundthemen ... 100
9.3.2. Zusammenfassung ... 116
9.4. Haupthandlungsträger ... 119
9.4.1. Fahrer und Mannschaften ... 119
9.4.2. Zusammenfassung ... 125
9.5. Fachwissen ... 126
9.5.1. Zusammenfassung ... 144
9.6. Fachliche Fehler ... 146
9.7. Vergleich der Kommentierung bei Berg- und Flachetappen sowie Zeitfahren ... 148
9.8. Bewertungen der Sportler ... 152
9.8.1. Zusammenfassung ... 159
9.9. Prognosen und Spekulationen ... 160
9.9.1. Zusammenfassung ... 164
10. VERIFIZIERUNG ODER FALSIZIERUNG DER HYPOTHESEN ... 165
11. ERGEBNISZUSAMMENFASSUNG ... 168
12. FAZIT ... 172
13. LITERATUR ... 175
14. Anhang ... 182
14.1. Codebuch ... 183
14.2. CODEBOGEN ... 186
14.3. Definitionen der Kategorien ... 187
TEIL I: THEORIE UND KONZEPTION
1. EINLEITUNG
In Frankreich steht ein Ereignis seit Jahrzehnten im Mittelpunkt des sportlichen, des nationalen und sogar internationalen Interesses – die Tour de France. Auch von einem Großereignis wie der Fußball-Weltmeisterschaft 1998, die in Frankreich stattfand, ließ sich die Tour nicht in die zweite Reihe verdrängen. Seit 90 Jahren steht die Tour de France für Triumphe, Tragödien und höchste körperliche und mentale Leistungen aller Teilnehmer. Sie ist das berühmteste Radrennen der Welt.
Von Beginn an begleiteten die Medien die Tour de France. War es anfangs nur die schreibende Zunft, kam in den 50er Jahren das Fernsehen hinzu. Die Franzosen boten die Bilder von der Tour an, und auch das deutsche Fernsehen stieg in das Geschäft ein.
„Es war im Jahre 1963. Ich war gerade erst seit zwei Jahren Mitarbeiter der Sportredaktion des Saarländischen Rundfunks, als ich zum ersten Mal zur Tour de France durfte. [...] Für uns Radio- und Fernsehleute waren die 60er Jahre noch die Pionierzeit. Vier Autos inklusive Hörfunkübertragungswagen sowie Materialwagen, keine eigene Kamera; das Team unter Sportchef Hopen bestand aus gerade mal zehn Mann; meinen ersten Bericht sprach ich in einem Straßengraben, einer vom Team drehte die Antenne mit der Hand in die richtige Richtung.“ (WERNER ZIMMER, In: MAXEN 1998, 84).
Seit 1969 berichtet der Saarländische Rundfunk regelmäßig von der Tour de France. Nachdem in den 80er Jahren - nach Didi Thurau - das Publikumsinteresse etwas nachgelassen hatte, stiegen die Zuschauerzahlen mit den Leistungen des Teams Telekom in den letzten Jahren sprunghaft an. Seit dem 2. Platz von Jan Ullrich 1996 und erst recht nach seinem Sieg ein Jahr später setzte in Deutschland ein Radsportboom ein.
Die oben geschilderten Pionierzeiten sind längst vorbei. Die Planungen für die Übertragung einer Tour de France erfolgen schon Jahre im Voraus. Die Fernsehteams bestehen nicht mehr nur aus zehn Mitarbeitern, sondern aus mehreren Dutzend Bild- und Tontechnikern, MAZ-Redakteuren, Produktionshelfern sowie Reportern, Kommentatoren und Moderatoren. Während der Privatsender Eurosport bereits seit 1989 in Live-Sendungen über die Tour informierte, wurde in den öffentlich-rechtlichen Sendeanstalten meist in einem Tagesresümee – mal am frühen, mal am späten Abend, mal zehn Minuten, mal länger – von der Tour de France berichtet. 1998 wurde erstmals die Tour „live“ in der ARD übertragen.
Drei Wochen lang sendet das Fernsehen täglich über die Tour de France. An einigen Tagen wird fünf Stunden nonstop live berichtet. Dutzende von Leuten sorgen hinter den Kulissen für einen reibungslosen Ablauf. Auf Sendung schließlich sind nur zwei Kommentatoren. Zwar sitzen sie nicht mehr im Straßengraben wie einst Werner Zimmer, sondern in Kabinen im Zielraum, ihre Aufgabe ist die gleiche geblieben. Sie müssen das Produkt Tour de France den Zuschauern nahe bringen, auf das aktuelle Geschehen genauso eingehen wie auf Hintergründe.
Der folgenden Untersuchung liegen Beiträge der drei Sendeanstalten zugrunde, die über die Tour de France 2000 berichten. ARD und ZDF haben sich die Berichterstattung im Wechsel aufgeteilt. Eurosport berichtete täglich über einen Zeitraum von drei Wochen.
Die vorliegende Arbeit soll sich vor allem mit der Qualität der Berichterstattung bei der Tour de France 2000 befassen. Diese Untersuchung soll erstmals aufzeigen, „wie“ und „was“ die Kommentatoren im Zuge der Tour de France präsentieren.
2. THEMA
2.1. IDEE UND INTERESSE
Die Sportpublizistik beschäftigt sich schon seit Jahren mit der Frage, wie Sport in den Medien bzw. im Fernsehen gezeigt wird.1 Untersuchungen über die Kommentierung einzelner Sportarten und ihrer mediengerechten Aufbereitung gibt es bisher nur vereinzelt.2
Die Überlegung, eine Diplomarbeit über die Live-Kommentierung der Tour de France anzufertigen, basiert auf einem wissenschaftlichen Projekt, das im Rahmen eines Seminars an der Deutschen Sporthochschule Köln stattfand. Unter der Leitung von Dr. Michael SCHAFFRATH3 wurde die Reportersprache in den Sportarten Fußball und Formel 1 auf verschiedenen Sendern analysiert. Untersucht wurden dabei sowohl vorproduzierte Beiträge als auch Live-Kommentare. Daraus entstand die Idee, eine eigene ähnliche Untersuchung durchzuführen. Als freie Mitarbeiterin in der Redaktion „Radsport“ des Deutschen Sportverlags und interessierte Zuschauerin von Radsportberichten entschied ich mich für eine Studie im Bereich Radsport. Ich legte mich auf die Tour de France fest, da es die einzige Radsportveranstaltung ist, bei der drei Sender über einen längeren Zeitraum gleichzeitig Bericht erstatten und somit ein Sendervergleich möglich ist.
Eine Untersuchung über Radsport bzw. speziell über die Tour de France im Fernsehen stand im publizistischen Untersuchungsinteresse bisher außen vor. Dagegen findet doch der Radsport, wie schon erläutert, bei den Sendeanstalten große Beachtung. So rangiert dieser Sportbereich im Angebot der öffentlich-rechtlichen Fernsehanstalten ARD und ZDF jeweils auf Rang vier. Auch bei den privaten Fernsehanstalten (SAT.1) sind es immerhin noch vier Prozent des Gesamtanteils am Sport und damit ebenfalls Rang vier.4
[...]
1 Vgl.: SEIFERT (1990, 75 ff).
2 Vgl.: NIET (1992) / SAUER (1993).
3 Dr. Michael Schaffrath ist seit Oktober wissenschaftlicher Mitarbeiter am Lehrstuhl für Sport, Medien und Kommunikation der Technischen Universität München.
4 Vgl.: RÜHLE (2000, 506).
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