Autor: Ralph Horstkötter
Fach: Politik - Didaktik, politische Bildung
Details
Institution/Hochschule: Universität Duisburg-Essen (Institut für Poltikwissenschaften)
Jahr: 2004
Seiten: 15
Note: 1,0
Sprache: Deutsch
Dateigröße: 81 KB
ISBN (E-Book): 978-3-638-28730-2
Textauszug (computergeneriert)
Einsichten zum Elementaren - Überlegungen zu den
grundlegenden didaktischen Zielen
von: Ralph Horstkötter
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung 4
2 Zieldimensionen und ihre Umsetzung 5
2.1 Die Verflechtung von Elementarem und ihrer Einsichten 6
2.2 Emanzipation – FISCHERs Bild des homo politicus 11
3 Resümee 13
Literaturverzeichnis 14
1 Einleitung
Die Überzeugung, dass politische Bildung als ein Teil der allgemeinen Persönlichkeitsbildung – mit der impliziten Aufgabe der Ausbildung demokratisch denkender und handelnder Staatsbürger dieser Gesellschaft – notwendig ist, hat sich bereits in der politikdidaktischen Diskussion der 1950er Jahre durchgesetzt.1 So kommt der Schule als institutioneller Rahmen dieses Lernvorganges eine Schlüsselrolle zu. Die Forderung nach bildungspolitischer Gleichbehandlung2, die in der Bildungsexpansion ihren Ausdruck fand, „führte auf inhaltlicher Ebene zu einer Diskussion über die Stofffülle der Lehrpläne, zur Kritik an ihrem Enzyklopädismus, zur Forderung nach exemplarischem Lernen sowie nach einer Beschränkung auf das Wesentliche.“3 Auf eine kurze Formel gebracht subsumieren die Tübinger Beschlüsse von 1951 denn auch: „Verba docent, exempla trahunt.“4
Mit Kurt Gerhart FISCHER als einem Vertreter der „hessischen Didaktiker“, der sich mitverantwortlich für die so genannte „didaktische Wende“ zeigte – nicht zuletzt durch das 1960 veröffentlichte Buch „Der Politische Unterricht“5, welches von Walter GAGEL als erste Fachdidaktik des politischen Unterrichts (!) gewürdigt wurde6 – fanden die Begriffe der Einsichten und Erkenntnisse Eingang in die breitere politikdidaktische Betrachtung. Anhand ihrer Implikationen werden im Folgenden Ziel- und Inhaltskomponenten FISCHERs Didaktik des politischen Unterrichts7 betrachtet und im heutigen gesellschaftlichen Kontext kritisch hinterfragt.
2 Zieldimensionen und ihre Umsetzung
Als ein Ziel des politischen Unterrichts ergibt sich aus der nicht vermittelbaren Vollständigkeit und Komplexität eines Kanons politischer Kenntnisse8, dass elementare politische Einsichten zu wecken und „derart verständlich bewusst zu machen sind, dass sie als Maßstäbe zukünftiger politischer Meinungs- und Willensbildung und als Grundlage politisch-vernünftigen Handelns der Staatsbürger dienen können.“9 Den Erwerb von Einsichten, das Elementar-Politische betreffend, stellt FISCHER vor den Erwerb von Sachkenntnissen, die lange Zeit vorher als Gemeinschaftskunde die politische (Un-)Bildung bestimmt haben. So stellt sich zunächst die Frage, was das Elementare der politischen Bildung beinhaltet und welche Einsichten über dieses erzielt werden soll, um dem Bild des zoon politicis bzw. homo politicus10 gerecht zu werden. Abb. 1: Zieldimensionen Fischers Didaktik der politischen [Abbildungen in der Downloaddatei vorhanden]
2.1 Die Verflechtung von Elementarem und ihrer Einsichten
[...]
1 vgl. Tielking 1998, 57
2 d.h. der Minderung der starken Selektivität des Bildungssystems und der Verbesserung der Zugangschancen zu den Sekundarstufen für bildungsferne soziale Schichten
3 Tielking 1998, 57
4 vgl. Tübinger Beschlüsse, zitiert nach Fischer 1999, 167
5 Fischer et al 1965, 1960
6 vgl. Gagel, Menne 1988, 18
7 Wenngleich Fischer die politische Bildung nicht als exklusive Aufgabe des Unterrichtsfaches Politik verstanden hat, sondern vielmehr als eine Bildungsaufgabe per se in allen Bereichen – wie später noch gezeigt wird.
8 So erfasst ELLWEIN das Dilemma in dem sich das neu orientierende Unterrichtsfach der politischen Bildung befand: „Es herrscht das Gefühl, mit der politischen Bildung werde eine neue, unübersehbare Stoffmasse in den Unterricht eingebracht, die man kaum bewältigen kann.“ (Ellwein 1955, 282)
9 Fischer et al 1965, 30
10 Eine genauere semantische Analyse dieser Begriffe im Sinne Fischers folgt in Kapitel 2.2
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