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Scholarly Paper (Advanced Seminar), 2003, 26 Pages
Authors: Sonja Kolonko, Björn Bohnenkamp
Subject: Communications: Media Economics, Media Management
Details
Institution/College: University of Cologne (Medienmanagement)
Tags: Economics, Electronic, Access, Information, Business, Concepts, Internet, Publishing
Year: 2003
Pages: 26
Grade: 2,0
Language: German
ISBN (E-book): 978-3-638-29354-9
File size: 445 KB
Untersucht die ökonomischen Implikationen der Digitalisierung von wissenschaftlichen Publikationen.
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Excerpt (computer-generated)
Economics and Electronic Access to scholarly Information
von: Sonja Kolonko
8. Fachsemester
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung 4
2. Der Markt für elektronische Zeitschriften 5
2.1. Die wirtschaftliche Situation von Wissenschaftsverlagen 7
2.2. Die wirtschaftliche Situation der Bibliotheken 9
2.3. Neue Angebots- und Preisstrukturen durch elektronisches Publizieren 10
3. Die PEAK-Studie: Design und Ergebnisse 15
3.1 Experimentales Design 16
3.2 Vorläufige Ergebnisse 20
Bibliografie 23
1. Einleitung
Der Aufbruch in das Zeitalter der elektronischen Medien hat Wissenschaft und Forschung verändert. Neue Technologien eröffnen neue Möglichkeiten: Wissenschaftliche Beiträge, Forschungsergebnisse und Studien können vor ihrer Veröffentlichung in Print-Zeitschriften via Internet einem großen Kreis von Interessenten zugänglich gemacht werden. Die Anzahl von elektronischen Journalen ist innerhalb weniger Jahre rasant gestiegen. Manche erscheinen als Ergänzung zu bereits bestehenden Print-Journalen, während bereits viele sogenannte EJournale ausschließlich im Internet präsentiert werden. Die bisherige Form der Wertschöpfungskette zwischen wissenschaftlichen Cn, Verlegern, Bibliotheken und Endnutzern der Informationen verändert sich nachhaltig. Bestimmte Funktionen der einzelnen Glieder werden durch neue technische Möglichkeiten substituierbar oder müssen den neuen Anforderungen angepasst werden. Die folgende Grafik soll die einzelnen Akteure und ihre jeweiligen Beiträge zur Wertschöpfung veranschaulichen. Abbildung 1 [Abbildung in der Downloaddatei vorhanden] Beispielsweise hat die digitale Technik für eine Querschnittsfunktion wie die Distribution erhebliche Folgen, da übliche Kosten für Verpackung und Lieferung entfallen, aber neue Investitionskosten für spezielle hard- und software entstehen. Daneben besteht die Möglichkeit, weitere Stufen in die Wertschöpfungskette einzufügen: Neue value added services (‘VAS’) wie beispielsweise Vernetzungen von Informationen durch Hyperlinks und online verfügbare Foren für einen interaktiven Expertenaustausch können in das Angebot integriert werden. Veränderte Strukturen und neuen Wertschöpfungsmöglichkeiten verlangen Strategien der unterschiedlichen Akteure, die Investitions- der Content dem Endnutzer verfügbar gemacht wird kosten und neuen technische Möglichkeiten in rentable Produkt- und Preismodelle umzusetzen. Diese Arbeit wird zunächst die Tätigkeitsbereiche und neu entstandenen Probleme der einzelnen Marktakteure erläutern. Daraufhin werden wirtschaftliche Chancen des elektronischen Publizierens durch neue Produktbündelungs- und Preisdiskriminierungsstrategien genauer betrachtet. Als Fallbeispiel wird im Folgenden die Studie ’Pricing Electronic Access to Knowledge’ (PEAK)1 der Universität Michigan vorgestellt. Hier werden zunächst das Design und anschließend die vorläufigen Ergebnisse der Studie präsentiert. Im letzten Kapitel sollen zentrale Thesen und Ergebnisse der PEAKAutoren Jeffrey MacKie-Mason und Juan Riveros in einer abschließenden Analyse bewertet werden.
2. Der Markt für elektronische Zeitschriften
Auf dem Markt für wissenschaftliche Information agieren wie bereits erwähnt die zentralen Spieler Content-Producer, Wissenschaftsverlage, in manchen Fällen Agenturen, Bibliotheken und Endnutzer, wobei es sich bei Content-Producern und Endnutzern in der Regel um Wissenschaftler handelt. Dabei ist für die meisten Akteure anzunehmen, dass sie rational nach ökonomischen Kriterien handeln. Selbst Bibliotheken verhalten sich als Abteilungen ihrer Universitäten mehr und mehr nach ökonomischen Kriterien: Sie stellen eine wissenschaftliche Infrastruktur durch Einkauf von ausgewählter Information bereit, die sie an Wissenschaftler weitergeben. Je besser dieses Produkt, desto bessere Wissenschaftler zieht die Institution an und umso mehr Mittel und Renommee kann sie erhalten. Auch Content-Producer sind keine Gewinnmaximierer im klassischen Sinne: Sie erhalten keine finanzielle Vergütung für ihre Content- Erstellung, insofern sind sie an einer Verknappung ihres Produktes im Gegensatz zu den Verlagen nicht interessiert. Ihr zentrales Ziel liegt in der möglichst weiten Verbreitung ihrer Forschungsergebnisse und in der Steigerung ihres Renommees.2 Dies ist für eine ökonomische Untersuchung zumindest in seinen Einflüssen auf Präferenzstrukturen von Bedeutung.
Für diese Weiterverbreitung von Wissen gab es bisher nur einen möglichen Weg: Der Wissenschaftler musste, um seine Leser zu erreichen, die Arbeit einem Verlag einreichen. Dieser wiederum leitete das „Peer-Review-Verfahren“ ein, in dem mit dem Verlag zusammen arbeitende, jedoch keine finanzielle Kompensation dafür erhaltende Wissenschaftler der gleichen Disziplin sich bereit erklärten, die Arbeit zu überprüfen, zu kommentieren und letztendlich abzusegnen.3 Dann erledigte der Verlag die typischen Aufgaben wie Schriftsetzung, Layout, Redigierung, Vervielfältigung, Distribution und Marketing und veröffentlichte das Dokument in der nächsten Ausgabe, - oft vier bis sechs Monate nach Entstehung und Einreichung des Werkes.4 Diese Zeitschrift, bestehend aus einem Bündel von Artikeln zu einem bestimmten wissenschaftlichen Gebiet, wurde in Folge an die Abonnenten ausgeliefert, typischerweise wissenschaftliche Bibliotheken, Forschungsinstitute und eine eher geringe Anzahl private Abonnenten. Grundsätzlich können zwei verschiedene Arten unterschieden werden: Elektronische Ausgaben von Print-Journalen und reine E-Journale. Kommerzielle Verlage wie Elsevier, Academic Press oder Springer bieten in aller Regel elektronische Äquivalente ihrer gedruckten Ausgaben an.5
Neben dieser Version der Wertschöpfungskette gibt es mittlerweile Alternativen mit anderer Akteursstruktur, von denen kurz einige Beispiele beschrieben werden. Auf Preprint- Servern wie z.B. dem des Los Alamos National Laboratory6 für den Hochenergiebereich der Physik können Wissenschaftler ihre Ergebnisse ohne vorherige Qualitätskontrolle und vor Ablauf des Review-System der wissenschaftlichen Gemeinde zugänglich machen.7 Da Fragen des Copy-Rights und hohe first-copycosts durch eine Umgehung der Verlage entfallen, ist eine hochgeschwindige Verbreitung von Ergebnissen machbar. Des Weiteren gibt es eine rapide wachsende Anzahl von E-Journalen, die oftmals auf Initiative von Universitäten oder anderen nicht kommerziellen Organisationen hin entstanden sind und betrieben werden. Aktuelle und archivierte Artikel können rund um die Uhr als full-text- Dokument auf den eigenen Computer herunter geladen werden, so z.B. die Artikel des E-Journals First Monday, dass nach Zielsetzung seiner Herausgeber „die traditionelle Bedeutung des Peer- Review mit der Veröffentlichung im WWW kombiniert“8. Neben der Funktion der Bereitstellung von aktuellem Wissen erfüllen wissenschaftliche Zeitschriften noch eine weitere: Sie archivieren dieses Wissen und machen es so für lange Zeit abrufbereit. Eine mittlerweile große Anzahl freier oder kostenpflichtiger Dokumentdatenbanken auf denen auch viele Jahre zurück reichende Veröffentlichungen jederzeit zu erhalten sind, lassen erkennbar werden, dass Papier nicht nur als Transport-, sondern auch als Archivierungsmedium substituierbar geworden ist. Ein Beispiel dafür ist das weltweit bedeutendste Projekt zur retrospektiven Digitalisierung von Zeitschriftenbeständen JSTOR9. Die ubiquitäre Verfügbarkeit elektronischer Informationen vereinfacht die Suche und Beschaffung der gewünschten Artikel und lässt den Gang in die Bibliothek oftmals überflüssig werden.
[...]
1 MacKie-Mason, Riveros, 2000.
2 Vgl. Ginsparg, 1996, S.4; Harnad, 1996, S. 105.
3 Vgl. Harnad, 1996, S.108.
4 Harnad, 1996, S.114.
5 Hutzler, 2000, S.39.
6 Im Internet zu finden unter http://arxiv.org.
7 Ball, 2000, S.25.
8 Odlyzko, 2001, S. 15; Rusch-Feja, 2000, S. 357. Man findet First Monday im Internet unter http://firstmonday.org.
9 JSTOR = Journal STORage, zu finden im Internet unter http://www.jstor.org.
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