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Scholarly Paper (Advanced Seminar), 2002, 15 Pages
Author: Lena Langensiepen
Subject: German Studies - Modern German Literature
Details
Tags: Natur, Thema, Gottfried, Keller
Year: 2002
Pages: 15
Grade: 1
Language: German
ISBN (E-book): 978-3-638-29527-7
File size: 248 KB
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Excerpt (computer-generated)
Die Natur als Thema bei Gottfried Keller
von: Lena Langensiepen
Inhaltsverzeichnis
I Einleitung Seite 3
II Hauptteil – Interpretation Seite 3
1 Regen-Sommer Seite 3
1.1 Formale Analyse Seite 3
1.1.1 Aufbau des Gedichtes Seite 3
1.1.2 Bildlichkeit/ Motivik Seite 4
1.2 Interpretation Seite 4
2 Waldlieder I Seite 7
2.1 Formale Analyse Seite 7
2.1.1 Aufbau Seite 7
2.1.2 Bildlichkeit/ Motivik Seite 7
2.2 Interpretation Seite 7
3 Waldlieder II Seite 9
3.1 Formale Analyse Seite 9
3.1.1 Aufbau Seite 9
3.1.2 Bildlichkeit/ Motivik Seite 10
3.2 Interpretation Seite 10
III Vergleich der Gedichte Seite 12
Anhang (Gedichte) Seite 13
Literaturverzeichnis Seite 15
I Einleitung
Das Gedicht Regen-Sommer und der Zyklus Waldlieder I & II, deren Interpretation und Vergleich der vorliegenden Arbeit zu Grunde liegen, entstanden im August des Jahres 1845, innerhalb Kellers erster lyrischer Schaffensperiode, in Zürich. Sie wurden erstmals, zusammen mit anderen Zeit- und Natur- sowie politischen Gedichten, in Kellers Sammelband Gedichte im Jahr 1846 veröffentlicht. Kellers Naturauffassung ist von der Strömung des Realismus deutlich geprägt. Seine Abwendung vom christlichen Jenseitsglauben führte zu einer starken Hinwendung zur gegenwärtig-realen Welt. Er sah in der Natur nicht das Göttliche bzw. Transzendentale in dem Sinne der von ihm negativ empfundenen Lehre der Kirche, sondern empfand sie auf eine ungezwungene Art geheimnisvoll und faszinierend. In der Ganzheit der Natur fand er sein religiöses Erleben; dort fühlte er sich aufgenommen und geborgen. Diese Erfahrbarkeit der irdischen Natur, deren Schönheit es zu erfassen und zu beschreiben galt, rückte in den Vordergrund seiner Naturgedichte.
II Hauptteil – Interpretation
1 Regen-Sommer
1.1 Formale Analyse
1.1.1 Aufbau
Das Gedicht ist in vier Strophen unterteilt, die jeweils sechs Verse beinhalten. Diese Verse sind auftaktlos und gekennzeichnet durch einen regelmäßig alternierenden, vierhebigen Trochäus. Die ersten beiden Verse sowie der vierte und fünfte Vers jeder Strophe weisen weibliche Kadenzen, der dritte und sechste Vers weisen männliche Kadenzen auf. Dieser Wechsel variiert den Rhythmus und gibt der Strophe eine Form. Unterstützt wird der Kadenzwechsel vom Reimschema. Vers eins und zwei sowie vier und fünf bilden jeweils einen weiblichen Paarreim; die Verse drei und sechs reimen männlich und bilden mit dem vierten und fünften den umarmenden Reim. Der Satzbau ist parataktisch. Enjambements lassen sich nur vereinzelt vorfinden.
1.1.2 Bildlichkeit/ Motivik
Zur Hervorhebung und Verdeutlichung des Gedichtinhaltes treten eine Fülle von Amplikationsfiguren auf, wie hauptsächlich die Assonanz, Alliteration, Gemination, Ellipse, Inversion, Tautologie und Apostrophe. Die Bildlichkeit entsteht vor allem durch die Personifikation, außerdem durch die Metapher, das Oxymoron, den Ver- gleich, die Synästhesie, die Negation und die Synekdoche.
1.2 Interpretation
Die Bildlichkeit der vier Strophen des Gedichtes Regen-Sommer weist drei unter- schiedliche Bereiche auf, die aber alle einen Bezug zueinander haben. Zunächst wird die durch den Regen trostlos gewordene Natur geschildert, dann die davon abhängige Situation und Stimmung der Menschen und schließlich die Möglichkeit einer Besserung durch den Glauben an Gott. Der Titel Regen-Sommer stellt eine widersprüchliche Wortkombination dar: in Verbindung mit dem Sommer, der schönen Jahreszeit, wird normalerweise der Sonnen- schein gebracht; der Re gen ist ein Naturphänomen, das meist im Herbst auftritt und einen eher negativen Charakter hat. In der ersten Strophe setzt sich dieses widersprüchliche Bild gleich zu Beginn mit dem Oxymoron Nasser Staub1(Vers 1) fort. Die Nässe des Regens verbindet sich mit dem Staub, der sich durch eine längere Trocken- zeit bildet und Bezug auf den Sommer nimmt. Diese Verbindung läßt eine schmutzige Spur auf allen Wegen (V. 1) zurück. Der Regen läßt Dorn und Distel (V. 2) nach unten hängen, wobei durch die Nennung des Dorns der negative, stechende Teil der ursprünglich schönen Rose hervorgehoben wird. Die Alliteration sowie das Hinunter- hängen der Blumen und Pflanzen verdeutlichen noch das negative, traurige Bild eines zu Ende gehenden Sommers. Im dritten Vers wird der Bach mit dem Schreien eines Kindes verglichen.
[...]
1 Alle Zitate nach: Gottfried Keller. Sämtliche Werke in sieben Bänden, hg. von Thomas Böning u.a. Frankfurt a.M. 1995, Bd. 1.
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