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Termpaper, 2003, 31 Pages
Author: Volker Schauerhammer
Subject: Economics / Business: Business Ethics, Corporate Ethics
Details
Institution/College: University of Applied Sciences and Arts Hildesheim, Holzminden, Göttingen (Fachbereich Bauingenieurswesen / Studiengang Immobilienwirtschaft und -management)
Tags: Unternehmensethik, Anliegen, Unternehmen, Marketingstrategie, Untersucht, Einbezug, Unternehmenskodizes, Vorlesung, Wirtschaftsethik
Year: 2003
Pages: 31
Grade: 1,0
Language: German
ISBN (E-book): 978-3-638-29600-7
File size: 325 KB
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Excerpt (computer-generated)
Unternehmensethik - Ein ehrliches Anliegen der
Unternehmen oder Marketingstrategie? Untersucht
unter Einbezug von Unternehmenskodizes
von: Volker Schauerhammer
Inhaltsverzeichnis
Präambel 2
1. Unternehmensethik - Definitionen und Abgrenzungen 3
2. Notwendigkeit und Durchsetzbarkeit einer Unternehmensethik 3
2.1. Motive für eine selbständige Unternehmensethik 4
2.2. Praktikabilität einer Unternehmensethik 5
2.3. Die besondere Verantwortung international tätiger Unternehmen 6
2.3.1. Beispiele aus der Textilindustrie 7
3. Ethisches Engagement in Unternehmen – Konzeptionelle Grundlagen 9
3.1. Bedeutung der Ethik im unternehmerischen Entscheidungssystem 10
3.2. Bedeutung der Ethik in unternehmerischen Aufgabenfeldern 10
3.2.1. Konflikte einer Person (Intrapersonelle Konflikte) 11
3.2.2. Konflikte innerhalb des Unternehmens (Intra-firm-Konflikte) 11
3.2.3. Konflikte zwischen Marktpartnern (Inter-firm-Konflikte) 12
3.2.4. Konflikte mit der Gesellschaft (Extra-firm-Konflikte) 12
3.3. Implementierung eines Ethik-Managements 13
4. Unternehmensleitbilder, Strategische Entscheidungen und Instrumente 14
4.1. Unternehmenskodizes als formale Basis einer Unternehmensethik 14
4.1.1. Leitbilder und Kodizes – Mögliche Inhalte 16
4.2. Strategische Ansätze zur Einhaltung einer Unternehmensleitlinie 17
4.3. Unternehmensstruktur und -kultur als Basis ethischen Handelns 18
4.3.1. Unternehmensorganisation 18
4.3.1.1. Institutionelle Verankerung des Ethik-Managements 19
4.3.2. Unternehmenskultur 21
4.3.2.1. Ansätze zur Gestaltung eines unternehmenskultur-bewussten Managements 23
4.4. Lösungsansätze für ethische Konflikte zwischen Unternehmen und Stakeholdern 23
5. Kritische Betrachtung 24
Literaturverzeichnis 28
Präambel
In dieser Studienarbeit soll der ethische Rahmen des wirtschaftlichen Handelns in Unternehmen, die Unternehmensethik, untersucht werden. Es handelt sich hier um ein sehr interessantes und kontrovers diskutiertes Thema, das einen zunächst vor die Frage stellt worüber eigentlich schreiben: Wirtschaft oder Ethik. Was veranlasst ein Wirtschaftsunternehmen zu einer freiwilligen Selbstverpflichtung, durch die es sich selbst Werte und Normen vorgibt, die ergänzend zu geltenden Gesetzen einzuhalten sind? Was veranlasst es, verschärfte Umweltschutzbedingungen, die über geltendes Recht hinausgehen, einzuhalten? Was veranlasst es, Arbeitsbedingungen, weit über dem rechtlich vorgeschriebenen Niveau, zu gewährleisten? Oder was treibt eben ein Unternehmen an, weitgehend als ethisch richtig anerkannte Maßstäbe zu missachten? Was veranlasst es, die in Unternehmenskodizes selbst auferlegten Werte und Normen zu missachten?1
Sind die selbst gesetzten Maßstäbe, die Unternehmenskodizes, oder auch Unternehmensleitsätze genannt, wirklich ernst zu nehmen, steht hinter ihnen ein wirkliches Interesse, moralisch zu handeln, die selbst gesetzten Werte und Normen einzuhalten und sie nach außen zu tragen oder dienen sie lediglich als geschickter Teil einer ausgefeilten Marketingstrategie dazu, Kunden zu gewinnen, sie zu binden und letzt endlich Absatz, Umsatz und Gewinn zu erhöhen. Nicht zu letzt geht es um die Frage, ob die Ausprägung einer Unternehmensethik nicht sogar als Gegenpart zum Shareholder2 Value betrachtet werden kann. Ist es bei einer ernsthaften Durchsetzung aktionärs-, und damit rein dividenden- bzw. wertsteigerungsorientierter, Geschäftsführung überhaupt möglich, ethisch richtig zu handeln? Oder wird durch dieses Handeln gerade der Shareholder Value gestützt?
1. Unternehmensethik - Definitionen und Abgrenzungen
Die Unternehmensethik ist als Sektor der Wirtschaftsethik anzusehen und betrachtet insbesondere ethische Ansätze in Unternehmen. Sie ist bemüht, moralische Einstellungen, die bei Unternehmensentscheidungen zugrunde liegen, aufzuzeigen und zu erläutern. „Unternehmensethik thematisiert also moralische Fragestellungen des wirtschaftlichen Handelns von Unternehmen.“3 Es wird beobachtet, wie sich in einem marktwirtschaftlichen Umfeld moralische Grundsätze und Ideale von Unternehmen entwickeln und durchgesetzt werden. Nicht betrachtet werden hier karitative Ansätze von Unternehmen, die beispielsweise in Form von Spenden zum Ausdruck gebracht werden.
2. Notwendigkeit und Durchsetzbarkeit einer Unternehmensethik
Eine Auseinandersetzung mit dem Thema Unternehmensethik ist heute, gerade für multinational agierende Unternehmen, wichtiger denn je. Verstärkt werden sie heute für Missstände wie „… Massenentlassungen, Korruptionsaffären, Umweltskandale, Waffenlieferungen in Krisengebiete oder Missachtung der Menschenrechte in Entwicklungsländern“4 verantwortlich gemacht. Unternehmensethik ist somit nicht nur eine Aktion, sondern ebenfalls eine Reaktion auf Krisenerfahrungen. Wäre die Unternehmensethik lediglich Reaktion auf äußere Einflüsse, wäre eine andauernde Reflexion ethischer Handlungen nicht möglich, vielmehr wäre es nur ein Instrument in moralischen Krisen und Mittel zu Beruhigung öffentlicher Interessengruppen. Nachhaltigkeit wäre allerdings nicht zu erwarten.
Grundlegend sind die Fragen zu klären, warum ein Unternehmen ethische Verantwortung, über den moralischen Rahmen geltender Gesetze hinaus, übernehmen sollte und in wie weit ein Unternehmen in einem marktwirtschaftlichen Umfeld ethisch richtig handeln kann. In der Marktwirtschaft gibt es nur eine einzige vertretbare Forderung an ein Unternehmen, die Maximierung des Gewinnes. Ziel muss es sein, die knappen Ressourcen möglichst gewinnbringend einzusetzen und das Unternehmen unter dem Ansatz der größtmöglichen Profitabilität zu führen. Ein Unternehmen ist unter dem herrschenden Konkurrenzdruck gezwungen, die Effizienz, nicht die Moral, in den Fordergrund seines Handelns zu stellen. Seine einzige soziale Verantwortung ist es, die Gewinne zu erhöhen. Auch wenn ein ethisches Handeln möglich wäre, würde dieses nur zu einer Schwächung des Wettbewerbsmechanismus´ führen und die Lenkungsmechanik der Preise beeinflussen5. Aus der Sicht des homo oeconomicus heraus ist die Unternehmensethik überflüssig.6 Unter dem Einbezug unseres heutigen, wesentlich vielschichtigeren, wirtschaftlichen Umfeldes, kann man dieser These sicherlich nicht vollständig zustimmen. Welche Zielsetzung sollte Unternehmensleitung verfolgen? Sicherlich ist die Gewinnmaximierung aus Sicht eines Eigenkapitalgebers (Shareholder) legitim, anderseits stehen hier nur die Wünsche einer Interessengemeinschaft im Fordergrund, alle anderen Gruppen, die in irgendeiner Form einen Beitrag zum Erfolg des Unternehmens leisten (Stakeholder7) haben ebenso einen Anspruch auf entsprechende Würdigung.
Bei richtigem Verständnis beider Ansätze harmonieren diese. Der Anteilseigner möchte Residualgewinn erhalten; das Unternehmen arbeitet jedoch umso erfolgreicher, je zufriedener die Mitarbeiter, Kunden und Lieferanten sind. Allerdings muss dem Shareholder nach wie vor ein gewichtiger Part bei Entscheidungen eingeräumt werden, denn hätte jede Stakeholder-Gruppe ein absolutes Mitbestimmungsrecht, käme es sehr wahrscheinlich zu ständigen Grundsatzdiskussionen und die Entlastung durch allgemeine Regeln (z.B. Unternehmenskodizes) könnte nicht wahrgenommen werden. Die Kontrolle über das Management würde durch die Vielzahl von Interessen schwieriger werden. Eigenkapitalgeberinteressen würden eingeschränkt und damit würde die Grundlage für das Interesse an unternehmerischen Engagement entzogen werden; der Wettbewerbsmechanismus würde tatsächlich dauerhaft gehemmt werden.8 In Deutschland wird durch den Gesetzgeber der Ansatz des Stakeholder Value, bsp. durch geltendes Aktienrecht, Mitspracherecht der Arbeitnehmer, Tarifbindung etc., unterstützt.
2.1. Motive für eine selbständige Unternehmensethik
[...]
1 vgl. Kempka, Günther; http://www.gkempka.de/Fachliches/Global/Global3.htm, 28.04.2003
2 Shareholder = Anteilsbesitzinhaber, im engeren Sinn: Aktionär
3 Noll, Bernd; Wirtschafts- und Unternehmensethik in der Marktwirtschaft; Stuttgart 2002, S. 105
4 Noll, Bernd, a. a. O., S.87
5 Dieser Aussage liegt die These von Adam Smith, dass sich Angebot und Nachfrage auf dem Markt selbst regeln, und jegliches wirtschaftliches Handeln den Naturgesetzen folgt und somit nicht reglementiert werden muss, zugrunde.
6 vgl. Zitat M. Friedman in Noll, Bernd, a. a. O., S. 88
7 Stakeholder = Interessengruppe, bsp. Arbeitnehmer, Aktionäre, Kunden, Lieferanten, Gläubiger, Schuldner, Staat, Kommunen, Verbände, politische Interessengruppen
8 ausführlich hierzu: Wenger, Ekkehard, Knoll, Leonard, Shareholder Value, in Korff, Wilhelm (Hrsg.) Handbuch der Wirtschaftethik, Gütersloh 1999, Band 4, S. 439 ff.
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