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Handel bei den Azteken - gesellschaftlicher Aufstieg der Kaufmannsschicht

Scholary Paper (Seminar), 2004, 10 Pages
Author: Martina Pelz
Subject: Ethnology / Cultural Anthropology

Details

Event: Einführung in die Archäologie Mesoamerikas
Institution/College: LMU Munich (Ethnologie)
Tags: Handel, Azteken, Aufstieg, Kaufmannsschicht, Einführung, Archäologie, Mesoamerikas
Category: Scholary Paper (Seminar)
Year: 2004
Pages: 10
Grade: 2,0
Language: German
Archive No.: V27682
ISBN (E-book): 978-3-638-29661-8

File size: 224 KB


Excerpt (computer-generated)

Ludwig-Maximilians-Universität München
Institut für Völkerkunde und Afrikanistik
Proseminar: Einführung in die Archäologie Mesoamerikas

Handel bei den Azteken –
gesellschaftlicher Aufstieg der Kaufmannsschicht

von: Martina Pelz

 


Inhaltsverzeichnis

Einleitung 3

Handel bei den Azteken – Gesellschaftlicher Aufstieg der Kaufmannsschicht 3

1. Tribut und Handel 3

1.1. Der Tribut 3
1.2. Der Handel 5

1.2.1. Der lokale Handel 5
1.2.2. Der Fernhandel 6

2. Die Klasse der Kaufleute 7

Zusammenfassung und Ausblick 8

Literaturverzeichnis 9


 

 

I. Einleitung

Unter dem Begriff Azteken wird heutzutage die im Becken von Mexiko ansässige Bevölkerung verstanden, die im Jahre 1519 von den Spaniern erobert wurde. Das aztekische „Reich“ war ein mehr oder weniger politisches Gebilde unter der Führung der Dynastie von Tenochtitlan, der Hauptstadt. Der Begriff „Reich“ sollte allerdings mit Vorsicht angewandt werden, da in keiner Weise von einem einheitlichen Volk gesprochen werden kann und auch die Grenzen des Herrschaftsgebietes schwer auf einer Karte festzumachen sind.1 Die vom Zentrum aus agierenden Azteken ( oder Mexi’ca’, wie sie sich selbst nannten) unternahmen kaum Versuche, die von ihnen eroberten Gebiete ethnisch, sprachlich oder kulturell zu vereinigen und zu einem einheitlichen Staat zusammen zu schmelzen. Vielmehr überließen sie die politische Führung den lokalen Herrschern. 2

Das religiöse und wirtschaftliche Zentrum Tenochtitlan jedoch war zur Versorgung mit Lebensmitteln sowie Luxusgütern auf Einfuhr angewiesen, so dass eine Unterwerfung entlegener Gebiete notwendig war, weniger zur Erweiterung der Machtposition der Herrscher, als vielmehr zur Nutzung dieser Gebiete zum Wohlgefallen des Zentrums. Hierbei spielten zwei grundsätzlich unterschiedliche, aber dennoch vielfältig miteinander verbundenen Systeme eine enorme Rolle: der Handel und der Tribut.3 In der folgenden Arbeit sollen die wirtschaftlichen Zustände innerhalb des aztekischen „Reiches“ ausführlicher dargelegt werden, sowie im Besonderen die Klasse der Kaufleute näher betrachtet werden. 4

II. Handel bei den Azteken – Gesellschaftlicher Aufstieg der Kaufmannsschicht

1. Tribut und Handel

1.1. Der Tribut

Grundsätzlich waren die Herrschaftsstrukturen der Azteken innerhalb eines Dreibundes zwischen Tetzcoco, Tlacopan und Tenochtitlan verteilt, die alle relativ unabhängig voneinander waren. Letztere nahmen jedoch eine dominantere Stellung ein als die beiden anderen. 5 Trotz eines ausgefeilten Kanalsystems, das auf den um die Stadt herum angelegten Feldern (Chinampas) mehrere Ernten und Erträge pro Jahr zuließ, war die auf einer Insel im Tetzcoco See errichtete Stadt mit seinen deutlich mehr als 150000 Einwohnern nicht imstande sich selbst ausreichend zu versorgen. Sie war auf ständige Lieferungen vom Festland angewiesen, welche hauptsächliche in Form von Tribut erfolgten. 6 Das Grundprinzip des Tributes war eine mehr oder weniger willkürliche Definition eines Überschusses landwirtschaftlicher und handwerklicher Produktion einer eroberten Bevölkerung, welche diese zu festgelegten Zeitpunkten und in regelmäßigen Abständen auf der Grundlage eines Abhängigkeitsverhältnisses an die zentralen Instanzen der Azteken abzuliefern hatte. Der wesentliche Teil des Tributes diente zur Versorgung des Herrscherhauses und wurde an verschiedene Amtsträger des Staates als Entschädigung für dauernde oder fallweise geleistete Dienste gezahlt. Die somit geschaffene Abhängigkeit zum Herrscher sicherte diesem in weiten Bereichen die Loyalität seiner Funktionäre und das Funktionieren der Verwaltungsinstanzen. Des weiteren fanden Tributgüter Verwendung bei Zeremonien im Rahmen religiöser Rituale, wurden als Belohnung an Krieger und Gefolgsleute weitergegeben und weniger Spektakulär zur Entlohnung von Handwerkern oder zur Verpflegung für Arbeitskräfte bei öffentlichen Arbeitseinsätzen verwendet. Auch die Anlage von Vorräten für Notzeiten wurde mittels der Tributzahlungen der umgebenden sowie entlegenen Gebieten gewährleistet. Für die weitere Arbeit ist außerdem der Aspekt erwähnenswert, dass gewisse Tributgüter als Investition für den Fernhandel eine Rolle spielten. 7

Die Höhe der Tributzahlungen bzw. die Anforderungen der zu leistenden Produktionen wurde vom zentralen Herrscher nach Belieben festgelegt und war nicht selten von übertriebenem Ausmaß. Zudem geschah es nicht selten, dass Tributforderungen beträchtlich angehoben wurden, in wenigen Fällen fanden aber auch Verringerungen statt.8

[...]


1 Vgl. Prem, Hanns J. 1999: 10

2 Vgl. Prem, Hanns J. 1999: 40

3 Vgl. Prem, Hanns J. 1999: 41

4 Um Verwirrung vor zu beugen werde ich im weiteren Verlauf bei der Bezeichnung der im Becken Mexikos lebenden Bevölkerung ausschließlich von Azteken schreiben und die gleichbedeutende Bezeichnung Mexikaner vermeiden.

5 Vgl. Prem, Hanns J. 1999: 23ff

6 Vgl. Prem, Hanns J. 1999: 34

7 Vgl. Prem, Hanns J. 1999: 42

8 Vgl. Prem, Hanns J. 1999: 42


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