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Hausarbeit, 2004, 12 Seiten
Autor: Nicole Günther
Fach: Ethnologie / Volkskunde
Details
Tags: Arnold, Genneps
Jahr: 2004
Seiten: 12
Note: 2,0
Sprache: Deutsch
ISBN (E-Book): 978-3-638-29766-0
Dateigröße: 225 KB
Diese arbeit habe ich für ein Religionswissenschaft- Seminar geschrieben, allerdings ist van Gennep eher für Ethnologen interessant (er ist ja auch einer!).
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Arnold van Gennep: Übergangsriten
von: Nicole Günther
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Der Ethnologe Arnold van Gennep
2.1. Lebenslauf
2.2. Umfeld
3. „Übergangsriten“
3.1. Inhalt des Buches
3.2. Klassifikations- und Abfolgemodell nach van Gennep
4. Zwischen Verachtung und hohem Lob
4.1. Van Gennep- ein Revolutionär?!
4.2. Kritisches
5. Schlussbemerkungen
1. Einleitung
Arnold van Gennep war einer der bedeutendsten Ethnologen des 20. Jahrhunderts, sein Buch „Les rites de passage“ wird viel zitiert aber selten wirklich gelesen. Dieses Referat soll nun das Buch, seine wichtigsten Aussagen und ihren bahnbrechenden Charakter kurz beleuchten und auch die Kritik nicht vernachlässigen. Ich werde mich, außer auf die angegebene Lektüre, auch auf einen Lektürekurs von Professorin Schlesier (WS 2003/04) beziehen, welcher sich mit „Übergangsriten“ von van Gennep im speziellen befasste.
2. Der Ethnologe Arnold van Gennep
2.1. Lebenslauf
Charles-Arnold Kurr van Gennep, 1873 in Württemberg geboren als Sohn eines Dänen und einer FranzösinI, war eine Ausnahmeerscheinung in vielen Gebieten, ein „Zwischenwesen“, wie ihn Victor Turner einmal bezeichnete1. Er verbrachte nahezu sein ganzes Leben in Frankreich und studiert dort u.a. Ethnologie, Volkskunde und Egyptologie. Seinen Lebensunterhalt verdiente er mit dem Schreiben von Artikeln, Übersetzungen und Vorträgen, war für sieben Jahre Leiter der Übersetzungsabteilung im französischen Landwirtschaftsministerium und während des ersten Weltkriegs im französischen Außenministerium tätig. Für drei Jahre (1912-15) lehrte er Ethnographie an der Universität von Neuchântel in der Schweiz, wurde aber 1915 des Landes verwiesen, da er sich öffentlich politisch äußerte. Van Gennep, hochbegabt, beherrschte 18 Sprachen und versuchte sich zeitlebens an neuen Wegen, persönlich, aber auch in der Theoriebildung als Ethnologe und Volkskundler. Die letzte Tatsache sollte ihn bis zum Ende seines Lebens zum Außenseiter der französischen Wissenschaft machen, denn er wagte es, vorherrschende Meinungen und Ansichten zu kritisieren und sie mitunter aus den Angeln zu heben.II Das Leben van Genneps lässt sich, wissenschaftlich gesehen, in zwei Hälften teilen: etwa von 1900 bis 1920 widmete sich der Ethnologe der Entwicklung allgemein ethnologischer Theorien (u.a. über Tabu, Religion, Mythen, Riten) anschließend, bis er 1957 verstarb, galt sein ganzes Interesse der Volkskunde Frankreichs. Bis auf zwei Reisen nach Algerien, wo van Gennep bei den Kabilen forscht (hier widersprechen sich meine Angaben, die Zeitspanne die er angeblich dort verbrachte reicht von „kurz“III bis zu „zwei Jahren“IV), blieb er, wie so viele seiner Kollegen, ein Schreibtischethnologe wobei er aber „eine ungewöhnliche Intuition für ethnographische Realitäten und die Fähigkeit, spekulative Theorien zu entlarven“V an den Tag legte. Sein wichtigstes Werk ist das Buch „ Les rites de Passage“ (1909) in welchem er Übergangsriten als Form der Kontrolle über die Ordnung des sozialen Lebens definiert, ich werde gleich näher auf dieses Werk eingehen.
2.2. Umfeld
Nun möchte ich ein paar Worte zum intellektuellen Klima im Frankreich Anfang des 20. Jahrhunderts verlieren, in welchem van Gennep sein Buch „ Les Rites de Passage“ („Übergangsriten“) verfasste. Das evolutionistische Modell – in Bezug auf Darwin und seine biologische Evolutionstheorie- bestimmt im 19. Jahrhundert das Denken der Kulturwissenschaftler, demzufolge standen die „zivilisierten“ Europäer auf der Spitze der Entwicklungsleiter, die „Halbzivilisierten“ oder „Wilden“ ganz unten. Als man mit Feldforschungen (um die Jahrhundertwende) beginnt, erweist sich dieses Modell als unhaltbar und ein neues theoretisches Muster muss entwickelt werden: die empirisch- historische Betrachtungsweise. In Frankreich allerdings dominiert zu dieser Zeit noch das evolutionistische Denken und Durkheim mit seiner soziologischen (bzw. soziologistischen) Perspektive (erst 1943 wurde der erste Lehrstuhl für Ethnologie in Frankreich eingerichtet). Zu Durkheim und seinen Anhängern ist zu sagen, dass sie eine sehr mächtige Gruppe bildeten, welche keine andere Meinung als die ihrige zuließ. Dies bekam auch van Gennep zu spüren, wie ich schon zu Anfang erwähnt hatte, er verfasst eine – sehr fundierte- vernichtende Kritik an Durkheims Theorie des Totemismus und kann ab diesem Zeitpunkt in der französischen universitären Wissenschaft keinen Fuß mehr fassen.VI
3. „Übergangsriten“
3.1. Inhalt des Buches
[...]
1 Nach Prof. Schlesier
2 Beispielsweise auf Seite 62, 2. Absatz, beginnend mit „Übergangsriten erfolgen also....“ bis „ ...gleich stark ausgebildet“ , hier schreibt van Gennep im Original : „Dieses komplette Schema enthält drei Kategorien (theoretisch). In der Praxis gibt es eine Equivalenz zwischen allen drei Ritensorten, entweder was ihre Wichtigkeit oder ihren Grad der Elaboration betrifft.“ Außerdem spricht Gennep im Original von „Kategorien“ oder „Etappen“ und nicht von „Phasen“. (nach Prof. Schlesier)
3 S. 11, 2. Absatz: „ ...das begriffliche Schema der Übergangsriten auf Material aus seinem eigenen Forschungsgebiet anwendet.“
I Encyclopedia Britannica, Edition 2001
II Vgl. Schomburg- Scherff, in „Übergangsriten“, S. 236/ 237
III Schomburg- Scherff, S. 237
IV Prof. Schlesier
V Schomburg- Scherff in „Übergangsriten“, S. 237
VI Vgl Schomburg- Scherff, S. 235/36
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