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Bäume und Hölzer in Babylonien von der Uruk- bis zur Altbabylonischen Zeit

Hauptseminararbeit, 2003, 25 Seiten
Autor: Magister Artium Daniel Hockmann
Fach: Archäologie

Details

Kategorie: Hauptseminararbeit
Jahr: 2003
Seiten: 25
Note: Gut (2)
Sprache: Deutsch
Archivnummer: V27997
ISBN (E-Book): 978-3-638-29895-7
ISBN (Buch): 978-3-638-64972-8
Dateigröße: 1164 KB

Zusammenfassung / Abstract

Die vorliegende Arbeit, die im Rahmen eines Seminars "Landwirtschaft im Alten Orient" im Jahre 2003 am Insitut für Altorientalische Philologie und Vorderasiatische Altertumskunde, Münster erschienen ist, stellt die wichtigsten archäologischen und philologischen Quellen zu Bäumen und Hölzern in Babylonienzusammen. Betrachtet wird dabei ein Zeitraum von der Uruk- bis zum Ende der altbabylonischen Zeit (ca. 3500-1500 v. u. Z.). Dabei ist es nicht vermeidbar, teilweise auf jüngere Quellen aus dem I. vorchristlichen Jahrtausend zurückzugreifen, um ein abgerundetes Bild zu erhalten. In erster Linie richtet sich dieser Band an den interssierten Leser, der eine Zusammenstellung zu diesem Themenkomplex mitsamt einer weiterführenden Bibliographie wünscht.


Textauszug (computergeneriert)

Westfälische Wilhelms-Universität Münster
Institut für Vorderasiatische Altertumskunde
Seminar: Landwirtschaft im Alten Orient
7. Fachsemester

Bäume und Hölzer in Babylonien von der Uruk-
bis zur Altbabylonischen Zeit

von: Daniel Lau

 


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung 5

2. Erhaltungsbedingungen für Holz  6

3. Waldentwicklung im Holozän 6

4. Baumbestand  6

4.1. Aktueller Baumbestand  6
4.2. Prähistorischer Baumbestand  7
4.3. Die wichtigsten in den Texten genannten Bäume  7

4.3.1. Apfelbaum (Pyrus syriaca; P. malus)  7
4.3.2. Buchsbaum (Buxus sempervirens)  8
4.3.3. Dattelpalme (Phoenix dactylifera)  8
4.3.4. Eiche (Quercus infectoria; Q. libani; Q. aegilops)  8
4.3.5. Feigenbaum (Ficus spp.)  9
4.3.6. Granatapfelbaum (Punica granatum)  9
4.3.7. Kiefer/Pinie/Föhre (Pinus nigra; P. halepensis; P. brutia)  9
4.3.8. Pappel (Populus alba; P. euphratica; P. nigra; P. tremula)  9
4.3.9. Pistazie (Pistacia atlantica; P. khinjuk)  10
4.3.10. Rohr (Phragmites australis; P. communis)  10
4.3.11. Tamariske (Tamarix aphylla; T. pentandra; T. articulata)  11
4.3.12. Wacholder (Juniper oxycedrus; J. Polycarpos)  11
4.3.13. Weidenbaum (Salix acmophylla)  11
4.3.14. Zeder (Cedrus libani)  12
4.3.15. Zypresse (Cupressus spp.)  12

5. Kultivierung 12

5.1. Importierte Holzarten 13

6. Ernte von Hölzern 13

6.1. Transport  14
6.2. Lagerung  14

7. Verwendung von Holz  14

7.1. Feuerholz  15
7.2. Der Schreiner  15
7.3. Bauholz  15
7.4. Möbel und Haushaltsgegenstände  15
7.5. Kultbilder 16
7.6. Aromastoffe  16
7.7. Früchte  17

8. Verwaltung  17

9. Schlußbemerkung  18

10. Abkürzungsverzeichnis 19

11. Literaturverzeichnis  20

12. Abbildungsverzeichnis  22

 

 


1. Einleitung

„Still standen sie am Rande des Waldes,
Staunen immer wieder an die Höhe der Zedern,
Staunen zugleich an den Eingang des Waldes.
Wo Chumbaba zu gehen pflegte, war eine Fußspur,
Die Wege sind gerichtet, schön gemacht ist die Bahn.
Sie sehen den Zedernberg, die Wohnstatt der Götter, Irninis Weihesitz.
Angesichts dieses Berges trägt die Zeder ihre Fülle,
Ist ihr Schatten so wonnig, reich an Erquickung.
Ineinander verschlungen war das Dornbuschwerk, verfilzt das Gehölz.
... war die Zeder, der Styraxbaum ...
Von einem Graben, eine Meile lang, war umschlossen der Wald,“1

Die Zeilen aus dem Gilgame(?)-Epos beschreiben anschaulich das ehrfürchtige Staunen, daß der Mensch des alten Babylonien, der nur die Steppen und Wüsten kannte, einem Wald entgegenbrachte. In dem Zedernwald lauerte das Böse in Gestalt des Riesen Chumbaba, gleichzeitig war der (kultivierte) Wald aber auch segensreich für die Menschen, wie die Inschrift2 auf den Stierkolossen bei Dur (?)arrukin aus der Zeit Sargons II. zeigt: „... Der erfahrene König, der beständig Pläne erwägt, die Gutes (bewirken), der sein Augenmerk auf die Besiedlung brachliegender Steppengebiete sowie auf die Kultivierung des Ödlandes (und) auf das Anpflanzen von Obstgärten richtete: Damals errichtete ich über der Quelle am Fuß des Berges Musri oberhalb von Ninive, eine Stadt und gab ihr den Namen Dur-(?)arru-ukin. Einen Park, eine genaue Nachbildung des Amanus-Gebirges, in dem alle aromatischen Bäume des Hatti- Landes (d.h. Syriens) (und) sämtliche Obstbaumsorten des Gebirges angepflanzt sind, legte ich um sie herum an.“ Die vorliegende Arbeit stellt die wichtigsten archäologischen und philologischen Quellen zu Bäumen und Hölzern in Babylonien zwischen der Uruk- und der altbabylonischen Zeit zusammen. Dabei ist es nicht vermeidbar, teilweise auf jüngere Quellen zurückzugreifen, um ein abgerundetes Bild zu erhalten.

2. Erhaltungsbedingungen für Holz

Gute Erhaltungsbedingungen für Holz bestehen nur unter stabilen trockenen oder feuchten Lagerzuständen, die es vor dem Zersetzten durch Bakterien schützen. In Mesopotamien sind diese Bedingungen sehr selten gegeben - gut verschlossene Gräber können diese Bedingungen erzeugen. Aufgrund der allgemein schlechten Erhaltungsbedingungen läßt sich Holz daher oft nur als Abdruck in anderen Materialien nachweisen. Aus diesem Grund ist man überwiegend auf philologische Quellen angewiesen, um einen Eindruck davon zu bekommen, wie und welches Holz im Alten Orient Verwendung fand. Die Identifikation der Bäume und Hölzer aus den Texten erweist sich als äußerst schwierig und nur in wenigen Fällen läßt sich eine Zuweisung mit Bestimmtheit treffen3. 3. Waldentwicklung im Holozän Anhand von Pollenanalysen läßt sich feststellen, daß am Ende des Pleistozäns im Vorderen Orient überwiegend Steppe vorhanden war und der Wald in kleine Rückzugsorte verdrängt wurde. Zwischen 12.000 und 8.000 B.C. förderte ein Klimaumschwung die (Wieder-) Bewaldung und der Waldgürtel dehnte sich stetig weiter aus. Das Maximum der Bewaldung ist zeitgleich mit den ersten Stadtstaaten, danach sinkt die Bewaldungsdichte kontinuierlich ab, verursacht durch klimatische oder anthropogene (Brand, Herdenhaltung und Bodenerosion) Faktoren. 4

4. Baumbestand

4.1. Aktueller Baumbestand

Wälder an den Flüssen (arab. ahrash) bedecken eine Fläche von etwa 200 km². Die schmalen Bewaldungsstreifen bestehen fast ausschließlich aus einer einzelnen Baumart.5 Die Wälder in den Gebirgszonen bedecken eine größere Fläche als in den Flußniederungen. Die Baumgrenze liegt bei unter 2000 m N.N.6

4.2. Prähistorischer Baumbestand

Wichtige direkte Belege für die prähistorische Baumbestandssituation liefern Pollenanalysen (aus Seen), alte Vegetationsbestände, Samen und Holzkohle7. Die Analysen für den mesopotamischen Bereich erlauben es allerdings noch nicht, ein klares Bild vom prähistorischen Baumbestand zu zeichnen – für den historischen Baumbestand kann man auf Schriftquellen zurückgreifen8. In Texten aus der Ur III-Zeit werden nahe den Wasserläufen drei Baumarten erwähnt. Am häufigsten war die Euphrat-Pappel, danach Weide9 (?) und ein nicht identifiziertes Hartholz10, das zur Werkzeugherstellung genutzt wurde. Nur in Texten der Ur III-Zeit lassen sich Hinweise darauf finden, daß diese ökologische Nische, an den Wasserläufen, organisiert und geplant genutzt worden ist11, dennoch gehörten sie - zu jeder Zeit - zum Besitz des Palastes oder Tempels12.

4.3. Die wichtigsten in den Texten genannten Bäume

Im folgenden sollen die wichtigsten in den Texten genannten Bäume und Hölzer dargestellt werden. Neben primären Merkmalen und einem Verbreitungsgebiet (wenn es sich auf kleinen Raum eingrenzen läßt), werden Belege in keilschriftlichen Quellen und archäologische Belege in Klein- und Großkunst sowie erhaltenen Überresten aufgeführt.

4.3.1. Apfelbaum (Pyrus syriaca; P. malus 13)

[...]


1 Von Soden, Gilgamesch-Epos 46 (5 I 1-11).

2 Dietrich, “Garten Eden” 13.

3 Powell, Timber Production 101.

4 Willcox,, Timber and Trees 3-4.

5 Guest, Flora of Iraq 84.

6 Ebd. 85.

7 Willcox, Timber and Trees 1.

8 Moorey, Materials and Industries 349.

9 Ebd.: then a wood of inferior quality mainly supplying branches and twigs, used in building or for furniture

10 Ebd.

11 Ebd. 349.

12 Potts, Material Foundations 110.

13 Angegeben werden stets die in Babylonien identifizierten Arten einer Gattung.


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