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Kinderliteratur - "Sonntagskind" von Gudrun Mebs

Scholary Paper (Seminar), 2002, 21 Pages
Author: Andrea Jürgensen
Subject: German Studies - Modern German Literature

Details

Event: Seminar: „Kinderliteratur – Zur Poetik des Einfachen“
Institution/College: University of Flensburg
Tags: Kinderliteratur, Sonntagskind, Gudrun, Mebs, Seminar, Poetik, Einfachen“
Category: Scholary Paper (Seminar)
Year: 2002
Pages: 21
Grade: 2,0
Language: German
Archive No.: V28057
ISBN (E-book): 978-3-638-29951-0

File size: 203 KB

Abstract

In dem Werk „Sonntagskind“ von Gudrun Mebs werden verschiedene Themen, wie zB. der Alltag in einem Kinderheim, das Verhältnis von Heimkindern zueinander, das Verhältnis von Erziehern in Heimen zu den Heimkindern, Neid (s. Andrea), Vorurteile (s. Karli), der Wandel des Heimlebens, etc. angesprochen. Ich möchte dieses Buch auf die Einfachheit in der Kinder- und Jugendliteratur untersuchen. Ich werde mich hierbei auf den Wandel des Heimlebens beschränken. Bei diesem Punkt werde ich verschiedene Stationen, nämlich die einzelnen Sonntage aufgreifen und diese analysieren. „Plötzlich sehe ich die Wohnung richtig vor mir: Lauter goldene Sessel stehen herum und ein goldenes Sofa, ganz aus Samt, und Tische aus Glas, mit Silberfüßen dran, und auf den Tischen stehen Riesenschachteln Pralinen und Riesenschüsseln mit Paprikachips, und einen Kamin hat´s, und darin brennt ein echtes Feuer, und vor dem Kamin liegt ein Eisbärfell, mit einem richtigen Kopf dran, wie lebendig sieht der aus, und im Maul, da hat er ... da hat er ... einen goldenen Apfel. Ja! [...] Groß ist sie und ganz schlank, und sie hat einen Pelzmantel an, so einen teuren, weichen, und lange rote Locken hat sie und ... sie hat ... sie hat gelbe Augen! [...] Sie hat ja gar keine gelben Augen, blaue hat sie [...] So blaue, wie Vergissmeinnicht!“1 Das kleine Mädchen hat bestimmte Vorstellungen von ihrer Sonntagsmutter und ihrer Wohnung. Sie lässt, zusammen mit ihrer Freundin Andrea, ihrer Fantasie freien Lauf. Als jedoch ihre Sonntagsmutter sie das erste Mal im Heim abholt, entspricht diese keineswegs den Vorstellungen des kleinen Mädchens. Wieso wächst dem kleinen Mädchen ihre Sonntagsmutter dennoch so stark ans Herz, obwohl sich ihre Vorstellungen mit der Realität in keinem Fall decken?


Excerpt (computer-generated)

Kinderliteratur - "Sonntagskind" von Gudrun Mebs

von: Andrea Jürgensen

 


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung  S. 3

2. Vorstellung: Autor und Werk

2.1 Der Autor und sein Werk  S. 4
2.2 Das untersuchte Werk  S. 5

3. Grundlagen der Analyse

3.1 Das „Einfache“ in der KJL (nach Lypp)  S. 7
3.2 Epische Formen der Kinderliteratur (nach Steffens)  S. 9
3.3 Modernes Erzählverfahren (nach Schneider)  S. 10
3.4 Der psychologische Kinderroman (nach Steinz / Weinmann)  S. 10

4. Analyse des Werkes

4.1 Der Wandel im Heim-Alltags-Leben

4.1.1 Langweilige Sonntage  S. 11
4.1.2 Erster Sonntag mit Ulla  S. 12
4.1.3 Zweiter Sonntag mit Ulla  S. 14
4.1.4 Dritter Sonntag mit Ulla  S. 15
4.1.4.1 Auftreten des blöden Christians  S. 16
4.1.5 Die Adoptionsnachricht  S. 16

4.2 Das Einfache im Werk (nach Lypp)  S.17
4.3 Kindliche Wortwahl des Ich-Erzählers  S. 19

5. Schluss  S. 21

6. Literaturverzeichnis  S. 22


 

 

1. Einleitung

In dem Werk „Sonntagskind“ von Gudrun Mebs werden verschiedene Themen, wie zB. der Alltag in einem Kinderheim, das Verhältnis von Heimkindern zueinander, das Verhältnis von Erziehern in Heimen zu den Heimkindern, Neid (s. Andrea), Vorurteile (s. Karli), der Wandel des Heimlebens, etc. angesprochen. Ich möchte dieses Buch auf die Einfachheit in der Kinder- und Jugendliteratur untersuchen. Ich werde mich hierbei auf den Wandel des Heimlebens beschränken. Bei diesem Punkt werde ich verschiedene Stationen, nämlich die einzelnen Sonntage aufgreifen und diese analysieren. „Plötzlich sehe ich die Wohnung richtig vor mir: Lauter goldene Sessel stehen herum und ein goldenes Sofa, ganz aus Samt, und Tische aus Glas, mit Silberfüßen dran, und auf den Tischen stehen Riesenschachteln Pralinen und Riesenschüsseln mit Paprikachips, und einen Kamin hat´s, und darin brennt ein echtes Feuer, und vor dem Kamin liegt ein Eisbärfell, mit einem richtigen Kopf dran, wie lebendig sieht der aus, und im Maul, da hat er ... da hat er ... einen goldenen Apfel. Ja! [...] Groß ist sie und ganz schlank, und sie hat einen Pelzmantel an, so einen teuren, weichen, und lange rote Locken hat sie und ... sie hat ... sie hat gelbe Augen! [...] Sie hat ja gar keine gelben Augen, blaue hat sie [...] So blaue, wie Vergissmeinnicht!“1 Das kleine Mädchen hat bestimmte Vorstellungen von ihrer Sonntagsmutter und ihrer Wohnung. Sie lässt, zusammen mit ihrer Freundin Andrea, ihrer Fantasie freien Lauf. Als jedoch ihre Sonntagsmutter sie das erste Mal im Heim abholt, entspricht diese keineswegs den Vorstellungen des kleinen Mädchens. Wieso wächst dem kleinen Mädchen ihre Sonntagsmutter dennoch so stark ans Herz, obwohl sich ihre Vorstellungen mit der Realität in keinem Fall decken?

2. Vorstellung

2.1 Autor und sein Werk

Gudrun Mebs wurde 1944 in Bad Mergentheim geboren und verbrachte ihre Kindheit in Frankfurt am Main. Mit 17 Jahren begann sie eine Ausbildung zur Schauspielerin und mit 18 hatte sie bereits ihr erstes Engagement. Von 1962 bis 1982 hatte sie die Chance zu weiteren Engagements und zwar in Düsseldorf, Lübeck, Göttingen und Wuppertal. Von 1972 bis 1973 reiste sie mit „group of oversea“ durch Europa, Asien, Amerika, Japan, Neuseeland und Australien, um ihre Lesetourneen zu veranstalten. 1975 ging sie für sechs Monate nach Paris in eine Zirkusschule, um hier das Seiltanzen zu erlernen. In den darauf folgenden Jahren arbeitete sie für das Fernsehen und den Bayerischen Rundfunk. 1980 schrieb sie ihre ersten Geschichten, die im Radio, zum Teil von ihr selbst vorgelesen, gesendet wurden. Die Geschichten erhielten den Titel „Geh´nur, vielleicht triffst du einen Bären“. 1984 erhielt sie den „Deutschen Jugendliteraturpreis“ für „Sonntagskind“. Ihre Kinderbücher wurden in 24 Sprachen übersetzt. „Inzwischen ist sie eine der renommiertesten Autorinnen des deutschen Kinder- und Jugendbuches, ihre Bücher wurden mehrfach ausgezeichnet“.1 Gudrun Mebs ist verheiratet, hat aber keine eigenen Kinder. Sie lebt heute in München, um hier Theater zu spielen und in der Toscana, um dort ihre Kinderbücher zu schreiben.

3 Grundlagen der Analyse

3.1 Das „Einfache“ in der Kinder- und Jugendliteratur (nach Lypp)

Das „Einfache“ in der Kinder- und Jugendliteratur zeichnet sich nach Lypp durch „Leichtverständlichkeit“, „literarische Strukturen“ und durch ihre „Komplexität“ aus.1 Durch den kinder- und jugendliterarischen Umschwung der „einfachen literarischen Erscheinung“.2 Ende der 60er und Anfang der 70er Jahre, wurde nun die Kinderliteratur der Erwachsenenliteratur gleichgesetzt. Es fand eine Enttabuisierung statt, so dass jetzt auch in der Kinder- und Jugendliteratur kein Thema mehr verboten war, über welches geschrieben werden durfte. Zur Einfachheit in der Kinder- und Jugendliteratur ist nach Lypp ein „Verfahren der Vereinfachung“3 nötig. Dieses Verfahren soll die Mehrdeutigkeit reduzieren und begrenzen, „so dass der Leser nicht irritiert zurückweicht“.4

[...]


1 Mebs, Gudrun: „Sonntagskind“, s. S. 14 f.

1 http//:carlsenkids.de/autoren/autorensuche/autor.mebs/

1 Lypp, Maria: „Die Kunst des Einfachen in der KJL“, s. S. 828

2 Lypp, Maria: „Die Kunst des Einfachen in der KJL“, s. S. 828

3 Lypp, Maria: „Die Kunst des Einfachen in der KJL“, s. S. 829

4 Lypp, Maria: „Die Kunst des Einfachen in der KJL“, s. S. 829


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