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Scholarly Paper (Advanced Seminar), 2003, 95 Pages
Authors: Christian Antepoth, Sonja Lammert, Marco Winkelkötter, Andreas Kaiser
Subject: Economics / Business: Investment and Finance
Details
Tags: Alternative, Finanzierungsformen, Mittelstand
Year: 2003
Pages: 95
Grade: 1,7
Language: German
ISBN (E-book): 978-3-638-30074-2
File size: 364 KB
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Excerpt (computer-generated)
Alternative Finanzierungsformen für den Mittelstand
von: Christian Antepoth
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung 1
1.1 Problemstellung 1
1.2 Gang der Arbeit 2
2 Der deutsche Mittelstand 2
2.1 Definition des Mittelstands 2
2.2 Quantitative Betrachtung des Mittelstands 5
2.3 Gesellschaftsformen im Mittelstand 6
2.4 Bedeutung und aktuelle Lage des Mittelstands 7
2.5 Bedeutung von Finanzierungsinstrumenten 11
3 Einflüsse durch Basel II 13
3.1 Entstehung von Basel II 13
3.2 Neue Anforderungen an Unternehmen 15
4 Factoring 16
4.1 Allgemeines 16
4.1.1 Charakteristika 16
4.1.2 Historische Entwicklung 17
4.1.3 Unterscheidung hinsichtlich der Erkennbarkeit 18
4.1.4 Unterscheidung zwischen echtem, unechtem und Fälligkeits-factoring 18
4.1.5 Einordnung des Factoring in das deutsche Recht 19
4.2 Ablauf des Factoring 21
4.2.1 Die Funktionen des Factoring 21
4.2.2 Factoring im Außenhandel 25
4.2.3 Passivfactoring 25
4.2.4 Mögliche Gefahren beim Factoring 25
4.2.5 Kosten und Nutzen von Factoring 26
4.3 Kritische Würdigung 27
5 Forfaitierung 29
6 Mezzanine Kapital 31
6.1 Charakteristika und historische Entwicklung 31
6.1.1 Begriffsdefinition und historische Einordnung 31
6.1.2 Mezzanine im engeren Sinne 33
6.1.3 Mezzanine im weiteren Sinne 35
6.1.4 Equity und Debt Mezzanine 35
6.2 Ausprägungsformen 36
6.2.1 Private Mezzanine 39
6.2.1.1. Verkäuferdarlehen 39
6.2.1.2. Stille Beteiligungen 40
6.2.1.3. Payment- in-kind 41
6.2.1.4. Partiarisches Darlehen 41
6.2.2 Kapitalmarktorientiertes Mezzanine 42
6.2.2.1. Zerobonds 42
6.2.2.2. Genußscheine 43
6.2.2.3. Wandelanleihen 45
6.2.2.4. Optionsanleihen 46
6.2.2.5. Vorzugsaktien 47
6.3 Zusammenfassende Aspekte von Mezzanine Finance 48
6.4 Motivation für Mezzanine versus Eigen- und Fremdkapital 49
6.5 Ablauf einer Mezzanine-Finanzierung 52
6.6 Kritische Würdigung 53
7 Asset-Backed Securities 55
7.1 Begriffsbestimmung 55
7.2 Historische Entwicklung 56
7.3 Ablauf der Transaktion 56
7.4 Transaktionsteilnehmer und ihre Funktion 57
7.4.1 Originator 57
7.4.2 Arrangeur 58
7.4.3 Special Purpose Company 58
7.4.4 Service Agent 60
7.4.5 Treuhänder 60
7.4.6 Ratingagenturen 61
7.4.7 Sicherungsgeber 62
7.5 Strukturierungskonzepte 63
7.6 Formen der Securitisation 64
7.7 Voraussetzungen für eine ABS-Transaktion 66
7.8 Ziele der Transaktionsteilnehmer 67
7.9 Aktuelle Bedeutung von ABS 68
7.10 Kritische Würdigung 70
8 Kreditderivate 71
9 Fazit 77
Literaturverzeichnis
Quellenverzeichnis
1 Einleitung
1.1 Problemstellung
Mit dem Titel „Alternative Finanzierungsformen für den Mittelstand“ wird deutlich, dass sich in Deutschland ein Umbruch bei der Unternehmensfinanzierung andeutet, bzw. bereits vollzieht. In Deutschland war es der Mittelstand in der Vergangenheit, der Wachstumsimpulse gab und flexibler reagierte als viele Konzerne. Es waren Unternehmer, die ihre Vorstellungen in ihren Unternehmungen durchsetzten. Die Vorstellung „Meine Firma, mein Reich“ war und ist weit verbreitet. Mittels Bankkrediten, die über die Hausbank unbürokratisch aufgenommen werden konnten, wurden Investitionen finanziert. Einblick in Daten wurde Banken kaum gewährt, da man sich ja schließlich nach so vielen Jahren enger Zusammenarbeit vertrauen konnte. Doch die Folgen dieser Handhabung sind bekannt. Dem Mittelstand geht es schlechter, jedes Jahr gibt es mehr Insolvenzen und darunter leiden nicht zuletzt auch die Banken, die viel zu lange zu viele Kredite ohne entsprechende Sicherheiten vergeben haben. Nun vollzieht sich in wenigen Jahren ein Wandel bei der Unternehmensfinanzierung, dem viele Mittelständler (noch) nicht gewachsen sind. Banken vergeben restriktiver Kredite, schrittweise wird Basel II umgesetzt und Unternehmen sind gezwungen, zeitnahe und detaillierte Auskünfte über ihren Unternehmenserfolg zu geben. Die schlechte Eigenkapitalbasis vieler Mittelständler wird ein schlechtes Rating und damit schlechtere Konditionen bei der Kreditaufnahme bedeuten. Dies alles sind Herausforderungen, denen sich der deutsche Mittelstand stellen muss. Doch zusätzlich zum klassischen Bankkredit müssen alternative Finanzierungsformen gefunden werden, welche die Eigenkapitalbasis stärken oder zumindest die Bilanz entlasten.
1.2 Gang der Arbeit
Im Verlaufe dieser Arbeit wird, nach einer Definition, eine Bestandsaufnahme des deutschen Mittelstandes dargestellt. Darin wird eingegangen auf qualitative wie quantitative Aspekte, welche ein rundes Bild des Mittelstands vermitteln. Auf diesen allgemeinen Teil folgt die Vorstellung der einzelnen Finanzierungsformen, die sich im deutschen Mittelstand noch nicht vollständig durchgesetzt haben, aber durchaus das Potential bergen vorhandene Finanzierungsformen zu komplettieren oder sogar zu substituieren. Nach einer detaillierten Darstellung der Handhabung und der Ausprägungsformen erfolgt eine kritische Auseinandersetzung, die die jeweiligen Vor- und Nachteile aufzeigt. Abschließend wird im Fazit die Möglichkeit deutscher Mittelständler dargestellt, andere Wege bei der Unternehmensfinanzierung zu gehen.
2 Der deutsche Mittelstand
2.1 Definition des Mittelstands
Mittelständische Unternehmen bilden den Kern jeder Marktwirtschaft und haben eine zentrale Bedeutung. Doch die Bezeichnung „Mittelstand“ ist nicht eindeutig definiert. So gibt es im HGB eine Definition für kleine und mittlere Kapitalgesellschaften, für die es Erleichterungen beim Jahresabschluss gibt. Diese lautet für kleine Kapitalgesellschaften: „Kleine Kapitalgesellschaften sind solche, die mindestens zwei der drei nachstehenden Merkmale nicht überschreiten“1: Tabelle I - Darstellung der Größenklassen nach §267 HGB [Tabelle in der Downloaddatei vorhanden] Diese Definition umfasst drei Kategorien, die gut zu einer Beurteilung einer Unternehmensgröße dienen. Wenn man allerdings berücksichtigt, dass lediglich 16 % aller Unternehmen Kapitalgesellschaften sind,2 dann wird deutlich, dass mit dieser Definition des HGB der deutsche Mittelstand nur schlecht abgegrenzt werden kann. Eine europäische Definition vom 03.04.1996 für Kleine und Mittlere Unternehmen (KMU) sieht eine ähnliche Unterteilung vor. Anders als im HGB, wo eines der drei Kriterien überschritten werden darf, muss bei dieser Definition die Beschäftigtenzahl unterschritten sein. Bei den Parametern Bilanzsumme und Umsatzerlös genügt die Unterschreitung einer der beiden Größen für die Einordnung. Tabelle II - Darstellung der Größenklassen nach Definition der EU [Tabelle in der Downloaddatei vorhanden] Die Einteilung der EU hat weniger wirtschaftswissenschaftliche Aspekte, sondern bildet vielmehr den Rahmen für die Einordnung von Unternehmen im Rahmen von EU-Förderprogrammen. Das Institut für Mittelstandsforschung in Bonn hat eine weitere Definition, die nicht vorenthalten werden sollte, da sich viele Statistiken über den Mittelstand auf die nun genannten Größen beziehen und diese Definition die am weitesten verbreitete ist.3 Tabelle IV - Einteilung der Größenklassen gem. IfM [Tabelle in der Downloaddatei vorhanden] Quelle: Vgl. IfM Bonn, www.ifm-bonn.de
In Deutschland werden unter dem Begriff des Mittelstands üblicherweise alle Unternehmen bis zu einer bestimmten Größe zusammengefasst. Eine Unterscheidung in kleine und mittlere Unternehmen, wie sie in vielen anderen Ländern üblich ist, wird im Sprachgebrauch nicht gemacht. Trotzdem ist es ökonomisch sinnvoll, soweit es möglich ist, zwischen „kleinen“ und „mittleren“ Unternehmen zu unterscheiden. Aussagen über eine Gruppe zu treffen, die vom kleinen selbständigen Handwerksmeister ohne weitere Mitarbeiter bis zu einem Unternehmen mit € 50 Millionen Umsatz und bis zu 499 Mitarbeitern reicht, würde weder die kleinen noch die größeren Unternehmen zutreffend beschreiben. Der herausragende qualitative Aspekt bei der Betrachtung des Mittelstands ist die enge Verbindung zwischen Unternehmen und Inhaber(in). Diese Verflechtung dokumentiert sich in der Einheit von Eigentum, Leitung, Haftung und Risiko. So werden auch in der Regel alle unternehmenspolitisch relevanten Entscheidungen vom Inhaber selbst getroffen. Dieses Kriterium kann in die Mittelstandsdefinition insoweit aufgenommen werden, als dass neben den quantitativen Aspekten nun auch der Aspekt der weitestgehenden Unabhängigkeit von Konzernen bzw. Großunternehmen steht. Diese Einheit aus Inhaber und Unternehmen hat weitreichende Konsequenzen. So ist der Umgang der Führung mit den Mitarbeitern, die Organisation mittelständischer Unternehmen, die Finanzierung und das Verhalten am Markt von diesem Umstand geprägt. Nach Berechnungen des Instituts für Mittelstandsforschung Bonn, liegt bei der überwältigenden Mehrheit von 94,8 % die vollkommene Selbständigkeit vor.4
2.2 Quantitative Betrachtung des Mittelstands
Großunternehmen, auch wenn Sie uns täglich durch Ihre starke Medienpräsenz und viele Berührungspunkte auffallen, machen anteilsmäßig nur einen relativ kleinen Teil der Unternehmen in Deutschland aus. Dies illustriert die folgende Tabelle. Tabelle V - Unternehmens- und Umsatzgrößenstruktur 2001 [Tabelle in der Downloaddatei vorhanden] Quelle: Vgl. Bundesamt für Statistik, Umsatzsteuerstatistik, Eigene Zusammenfassung Die sogenannten „kleinen“ Mittelstandsunternehmen sind mit einem Anteil von fast 90 % aller Unternehmen in Deutschland mehrheitlich vertreten. Jedoch sieht man anhand des Umsatzvolumens von ca. 11 % am Gesamtvolumen, dass diese Unternehmen bei einem durchschnittlichen Jahresumsatz von knapp. € 180.000 aus einem anderen Blickwinkel betrachtet werden müssen als die „mittleren“ Mittelstandsunternehmen mit einem durchschnittlichen Jahresumsatz von € 4,4 Millionen.
2.3 Gesellschaftsformen im Mittelstand
[...]
1 HGB, §267 (1) S. 1
2 Statistisches Bundesamt (Hrsg.), 2001
3 Vgl. Institut für Mittelstandsforschung Bonn (IfM)(Hrsg.), 2003
4 IfM Bonn (Hrsg.), Unternehmensgrößenstatistik 2001/2002
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