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Scholary Paper (Seminar), 2004, 32 Pages
Author: Babette Lippmann
Subject: History - Middle Ages, Early Modern
Details
Institution/College: University of Koblenz-Landau (Kultur- und Sozialwissenschaften)
Tags: Klosterwirtschaft, Besitztümer, Zisterzienser, Berücksichtigung, Klöster, Himmerod, Otterberg, Mittelalter, Pfälzische, Klöster, Spätmittelalter
Year: 2004
Pages: 32
Grade: 2,0
Bibliography: ~ 28 Entries
Language: German
ISBN (E-book): 978-3-638-30094-0
ISBN (Book): 978-3-638-69207-6
File size: 1348 KB
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Abstract
Diese Arbeit wurde im Rahmen der Vorlesung "Pfälzische Klöster im Spätmittelalter" verfasst; der erste Teil befasst sich mit dem Leben in den Klöstern allgemein, d.h. Tagesablauf, Leben etc.; der zweite Teil stellt insbesondere die Wirtschaft des Ordens dar, d.h. die verschiedenen Arbeitsbereiche wie Weinhandel, Viehhaltung etc.; der dritte Teil beschreibt die Funktion und den Aufbau des Klosters Otterberg unter Berücksichtigung der Abschnitte im ersten und zweiten Teil; der vierte Teil beschreibt die Funktion und den Aufbau des Klosters Himmerod unter Berücksichtigung der Abschnitte im ersten und zweiten Teil; der Schlussteil vergleicht die beiden Klöster insbesondere im 12. Jahrhundert; Als Anlage findet sich eine Quellenbearbeitung bzw. Übersetzung eines kurzen Abschnitts einer mittelalterlichen Quelle zum Kloster Himmerod; diese Quelle diente als Nachweis meiner Lateinkenntnisse und war lediglich ein Teil meiner Leistung zum Bestehen der Vorlesung hatte aber keinen Einfluss auf die Benotung der Hausarbeit Auszug Vorwort "Seit jeher galten die Zisterzienser als "landhungrig". Ihr Land erhielten sie oftmals durch Tausch, denn nicht jede Landschenkung lag in der Nähe ihres Klosters. So tauschten sie andere Landstücke und ergänzten dadurch die fehlenden Gebiete rund um die Abtei..." Die nachfolgende Arbeit soll einen kurzen, allgemeinen Einblick in die Wirtschaftführung der Zisterzienser geben. Am Beispiel der Abteien Otterberg und Himmerod wird erläutert, welche Bedeutung vor allem die Grangien und Stadthöfe hatten. Im Anschluss daran folgt ein Überblick über die Besitztümer der Abteien Otterberg und Himmerod, um die wirtschaftliche Kraft, aber auch Gründe für die Auswahl der angebauten Produkte aufzuzeigen. Im Anhang sind Karten zum Besitz, Lage und Ausstattung der Klöster beigefügt, um die Aussagen der Texte zu veranschaulichen..."
Excerpt (computer-generated)
Klosterwirtschaft und Besitztümer der Zisterzienser unter besonderer Berücksichtigung der Klöster Himmerod und Otterberg
Babette Lippmann
INHALTSVERZEICHNIS
1 Vorwort 1
2 Die Wirtschaft des Zisterzienserordens 3
2.1 Arbeit 3
2.2 Conversi 3
2.3 Eigenwirtschaft 4
2.4 Wirtschaftsgebäude 4
2.5 Grangien 5
2.6 Grangien (außerhalb) 5
2.7 Grangien (innerhalb) 6
2.8 Stadthöfe 6
3 Beispiele für die Wirtschaft der Zisterzienser 7
3.1 Handel 7
3.2 Viehhaltung 7
3.3 Weinbau 8
3.4 Wasserwirtschaft 8
4 Wirtschaftswesen des Klosters Otterberg 9
4.1 Handelsstraßen 9
4.2 Grangien 9
4.3 Stadthöfe 10
5 Wirtschaftswesen des Klosters Himmerod 11
5.1 Grangien 11
5.2 Stadthöfe 12
Vergleich der Wirtschaft am Beispiel
Landwirtschaft 13
Der Besitz der Klöster Otterberg und
Himmerod im 12. und 13. Jahrhundert 14
7.1 Besitz Otterberg 14
7.2 Besitz Himmerod 16
8 Schlusswort 18
9 Quellenbearbeitung 20
9.1 Quelle 179 20
9.2 Quelle 175 20
A Anhang
Karte 1 : Grundriss der Klosteranlage Otterberg
Karte 2 : Grundriss der Klosteranlage Himmerod
Karte 3 : Der Otterberger Grundbesitz zu Beginn des 13. Jahrhunderts
Karte 4 : Filiation Citeaux-Eberbach-Otterberg
Lateinische Quellen
B Bibliographie
1 Vorwort
Seit jeher galten die Zisterzienser als „landhungrig“. Ihr Land erhielten sie oftmals durch Tausch, denn nicht jede Landschenkung lag in der Nähe ihres Klosters. So tauschten sie andere Landstücke und ergänzten dadurch die fehlenden Gebiete rund um die Abtei. Während meiner Recherchen zur Lage der Zisterzienser Klöster, stieß ich auf folgenden, alten Spruch:
Bernardus valles,
colles Benedictus amabat,
Franciscus vicos,
magnas Ignatius urbes.
Bernhard liebte die Täler,
Benedikt die Hügel,
Franziskus die Dörfer,
Ignatius die großen Städte.
Der Besuch einer Klosteranlage lässt zwar die oben beschriebene Lage erkennen, erinnert heute aber kaum noch an das aufregende Leben der Mönche vor Jahrhunderten. Oftmals ist nur noch ein Rest der Grundmauern zu sehen, was dem Besucher keinen Eindruck über das hektische Treiben im Mittelalter geben kann. Sollte man doch noch ein Kloster finden, indem die Mönche nach alter Tradition leben, so ist es dennoch ein anderes Leben, als jenes, dass ihre Vorgänger in der Gründungsphase lebten. Der Ort, an dem die Mönche ihre Klöster errichteten hatte einen maßgeblichen Einfluss auf ihre wirtschaftliche Existenz. Denn der Anbau und Vertrieb ihrer Güter war abhängig von Bodenverhältnissen, Klima, Beschaffenheit der weiteren Umgebung und von den Möglichkeiten einer Handelsbeziehung. Die Zisterzienser beherrschten das Handwerk der Landwirtschaft sehr schnell und mit großem Erfolg. Später zeigten sie ihr Geschick in der Wasserwirtschaft, was sich vor allem in der Begradigung von Flussläufen und der Nutzung des Wassers als Energiequelle zeigte. Das Leben der Zisterzienser war von je her ein aufregendes, entstand ihr Orden doch aus der Reformbewegung der Benediktiner: Im Jahre 1098 gründete Robert von Molesme den Orden der Zisterzienser mit dem Ziel, das Mönchideal des Benedikt von Nursia zu leben. Um dieses Ideal auch stets zu verfolgen und nicht in „schändliche“ Gewohnheiten zu verfallen, wurde der Tagesablauf der Zisterziensermönche in einem strengen Zeitplan festgehalten. Ein fester Bestandteil hierin war die Handarbeit.
Da Arbeit als „Abarbeitung der Erbsünde“ angesehen wurde, war es nicht verwunderlich, dass die Wirtschaft der Zisterzienser sehr rasch ihr ganzes Leben bestimmte. Das Wirtschaftsleben galt als Verwirklichung des Mönchsideals, und hatte nicht den Sinn, einen wirtschaftlichen Gewinn zu erzielen. Allein der Gedanke der Eigenbewirtschaftung stand hinter dem Aufbau von Grangien und Stadthöfen. Die Versorgung der Klöster durch Eigenwirtschaft verschlechterte sich jedoch zunehmend und entwickelte sich letztlich zu einer Bewahrung vor dem „Zusammenbruch“. Aus diesem Grund wurden 1152 Neugründungen untersagt. Zudem waren viele Klöster in immer mehr Geldgeschäfte und Marktbindungen verwickelt, so dass sich viele Arbeiter hoch verschuldeten. Als Reaktion hierauf brach man im 13. Jh. mit den Grundsätzen der Eigenwirtschaft von Cîteaux, nur von der eigenen Arbeit leben zu wollen. Im Jahre 1208 erlaubte man daher die Verpachtung von Betrieben an Fremde. Dies war nur der Beginn einer Umstrukturierung der zisterziensischen Wirtschaft. Es folgten Jahre der Aufregung, Höhepunkte und letztendlich doch der Untergang für die einst so erfolgreich geführte Eigenwirtschaft der Ordensbrüder. Die nachfolgende Arbeit soll einen kurzen, allgemeinen Einblick in die Wirtschaftführung der Zisterzienser geben. Am Beispiel der Abteien Otterberg und Himmerod wird erläutert, welche Bedeutung vor allem die Grangien und Stadthöfe hatten. Im Anschluss daran folgt ein Überblick über die Besitztümer der Abteien Otterberg und Himmerod, um die wirtschaftliche Kraft, aber auch Gründe für die Auswahl der angebauten Produkte aufzuzeigen. Im Anhang sind Karten zum Besitz, Lage und Ausstattung der Klöster beigefügt, um die Aussagen der Texte zu veranschaulichen.
2 Die Wirtschaft des Zisterzienserordens
2.1 Arbeit
Arbeit hatte bei den Zisterziensern nicht nur einen wirtschaftlichen Nutzen, sondern galt als Maßnahme gegen den Müßiggang. In der Benediktusregel, Kapitel 48 steht geschrieben: „Otiositas inimica est animae“ (Müßiggang ist der Seele Feind), und weiterhin in der Capitula 15:1 „Monachis nostri ordinis debet provenire victus de labore manuum, de cultu terrarum, de nutrimento pecorum.“2 Im Tagesablauf der Mönche war daher die Handarbeit fest eingeplant und folgte nach dem Prim und dem Non für ca. 2 ½ Stunden. Aelred von Rielvaux sah Arbeit sogar als „Buße für die Erbsünde“. Dennoch mussten die Ordensbrüder ihre Arbeit nicht gänzlich alleine verrichten. 1119 wurde im „Exordium parvum“ und in der „Charta caritatis prior“ festgehalten, dass die Mönche die Hilfe von Conversi (Laienbrüdern) annehmen durften, um die Arbeit während der Ernte zu verrichten.
2.2 Conversi
Konversen waren gern gesehen, da man durch sie den Kontakt zur weltlichen Welt vermeiden konnte. Obwohl sie keine vollwertigen Mitglieder waren und nicht bezahlt wurden, arbeiteten die Laienbrüder mit größter Motivation für ihr Kloster. Dafür wurde ihnen der Einzug in das Paradies versprochen. So steht es in der Bendiktusregel Kapitel 72 (Der gute Eifer der Mönche) geschrieben. Die Arbeit der Conversi war vielfältig und beinhaltete neben der Arbeit in den Granigen „das Züchten von Rindern und Schafen, das Roden [...], Anbau von Getreidefeldern, Instandhaltung [...] und Verkauf von Produkten [...].“3 Im Kodex von Trient ist die Stellung der Conversi festgehalten (Capitula 20 – 22): „[...] Wir betrachten sie als unsere Mitbrüder [...] jedoch kann ein Konverse nicht Mönche werden.“4 Wie wichtig Conversi waren, zeigt die Anzahl der Mitglieder in Clairvaux 1135: Damals lebten hier 200 Mönche und 300 Conversi, in Le Dunes waren es um 1300 180 Mönche und fast doppelt so viele Conversi. 5
2.3 Eigenwirtschaft
[...]
1 Der „Kodex von Trient“ beinhaltet drei Abschnitte, die später als Exordium Cistercii (Cap. 1-2), Summa Cartae Caritatis (Cap. 3-6) und Capitula (Cap. 7-26) bezeichnet wurden.
2 Dt.: Die Mönche unseres Ordens müssen ihren Lebensunterhalt durch Arbeit, Ackerbau und Viehzucht verdienen.
3 Kinder, 1997, S. 337.
4 Brem / Altermatt, 1998, S. 55.
5 Kinder, 1997, S. 338.
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