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Scholarly Paper (Advanced Seminar), 2002, 23 Pages
Author: Magister Artium Daniel Hockmann
Subject: Archaeology
Details
Institution/College: University of Münster (Seminar für Ur- und Frühgeschichte, Münster (Westf.))
Tags: Brandgräberfelder, Putensen, Ausgewählte, Bestattungssitten, Bronze-, Eisenzeit
Year: 2002
Pages: 23
Grade: gut (2)
Language: German
ISBN (E-book): 978-3-638-30474-0
ISBN (Book): 978-3-638-64995-7
File size: 194 KB
Ein Überblick über die Brandgräberfelder bei Putensen (Kr. Harburg) der Vorrömischen Eisenzeit bis jüngeren Römischen Kaiserzeit. Hauptaugenmerk liegt dabei auf den Bestattungssitten und die sich abzeichnende soziale Differenzierung bei einzelnen Bestattungen.
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Abstract
Die vorliegende Arbeit behandelt die Bestattungssitten auf den beiden Brandgräberfeldern von Putensen (Kr. Harburg), die von der Jastorfstufe (etwa 600 v. Chr.) bis in die Römische Kaiserzeit (um 395 n. Chr. zu Ende) belegt worden ist. Allen Gräbern ist die Kremation der Toten und die Beisetzung in Urnen gemeinsam. Statusunterschiede zeigen sich durch die Verwendung prestigeträchtiger römischer Bronzegefäße bei ausgewählten Bestattungen. Insgesamt können die beiden Brandgräberfelder stellvertretend für die Bestattungssitten der Vorrömischen Eisenzeit und der Römischen Kaiserzeit nördlich der Mittelgebirgszone und jenseits des Limes für die dort ansässigen entstehenden germanischen Ethnien angesehen werden.
Excerpt (computer-generated)
Westfälische Wilhelms-Universität Münster
Seminar für Ur- und Frühgeschichte
5 Fachsemester
Die Brandgräberfelder von Putensen
von: Daniel Lau
Inhaltsverzeichnis
1.1 Einleitung 3
1.2 Topographische Lage der beiden Gräberfelder Putensen 1A und 1B 3
1.3 Forschungsgeschichte 4
2.1 Das Urnengräberfeld Putensen 1B 6
2.2 Belegungsstruktur und –abfolge von Putensen 1B 6
2.3 Bestattungssitten 7
2.4 Demographie des Gräberfeldes Putensen 1B 11
2.5 Sozialstruktur 11
3.1 Das Brandgräberfeld Putensen 1A 12
3.2 Belegungsstruktur und –abfolge von Putensen 1A 12
3.3 Bestattungssitten 13
3.4 Beigaben 15
3.5 Auswertung der Beigabensitte 16
3.6 Demographie des Gräberfeldes Putensen 1A 17
4. Sozialstruktur 18
5. Schlussbemerkung 21
6. Literatur 22
1.1 Einleitung
Die vorliegende Arbeit behandelt die Bestattungssitten auf den beiden Brandgräberfeldern von Putensen (Kr. Harburg), die von der Jastorfstufe (etwa 600 v. Chr.) bis in die Römische Kaiserzeit (um 395 n. Chr. zu Ende) belegt worden ist. Allen Gräbern ist die Kremation der Toten und die Beisetzung in Urnen gemeinsam. Statusunterschiede zeigen sich durch die Verwendung prestigeträchtiger römischer Bronzegefäße bei ausgewählten Bestattungen. Insgesamt können die beiden Brandgräberfelder stellvertretend für die Bestattungssitten der Vorrömischen Eisenzeit und der Römischen Kaiserzeit nördlich der Mittelgebirgszone und jenseits des Limes für die dort ansässigen entstehenden germanischen Ethnien angesehen werden.
1.2 Topographische Lage der beiden Gräberfelder Putensen 1A und 1B
Rund 1200 m südlich des Ortes Putensen, Gem. Salzhausen, Kr. Harburg, östlich der Landstraße Putensen-Oldendorf auf einer durch Sandanwehungen gebildeten flachen Anhöhe am Westufer einer Luheschleife liegen, nur wenige duzend Meter voneinander getrennt, zwei Gräberfelder. Das sogenannte „Brandgräberfeld“ (Putensen 1A) breitet sich von NNW nach SSO auf einer Flä che von etwa 60 m x 14 m aus; verglichen mit anderen zeitgenössischen Urnengräberfeldern (Harsefeld oder Ehestorf-Vahrendorf) handelt es sich um ein verhältnismäßig kleines Gräberfeld 1. Ein alter Feldweg, von der Landstraße zur Luhe hin, verläuft durch den südlichen Teil.2 Der Mittelteil des Gräberfeldes ist im Zuge von Strassenarbeiten, bei denen u.a. die Steinabdeckungen der Gräber aufgelesen worden sind, erheblich gestört worden.
Nur wenige Dutzend Meter nordöstlich des Brandgräberfeldes liegt das zweite Gräberfeld – der Urnenfriedhof Putensen 1B. Dieses Gräberfeld lässt sich in zwei Bereiche teilen, die durch eine nahezu fundleere Zone, in der sich zwei Hügelgräber befinden, voneinander getrennt sind. Am südlichen Ende des südlichen Areals befindet sich ein drittes Hügelgrab. Durch Sandabbau sind das östliche und Teile des nördlichen Gräberfeldareals ge- und zerstört worden3. Zwischen den beiden Gräberfeldern Putensen 1A und 1B wurden antike Wagenspuren gefunden. 4 Ältereisenzeitliche Siedlungen konzentrieren sich südöstlich der Gräberfelder Putensen 1A, 1B und Wetzen auf dem gegenüber liegendem Luheufer. Die Siedlungsstellen der vorrömischen Eisen- und römischen Kaiserzeit konzentrieren sich auf zwei Bereiche: Einerseits auf den Osthang von Süßen und Strietberg links der Luhe und andererseits auf den Nordwest-/Westhang der Geest zwischen Wetzen und Marxen am Berge5.
1.3 Forschungsgeschichte6
Im Herbst 1937 wurden zufällig vier Urnen in der Feldmark Putensen gefunden. Die Stücke gelangten über Umwege in den Besitz des Helms- Museums in Hamburg-Harburg, dass bereits im Sommer 1938 mit einer Untersuchung der Fundstelle begann. 1939 wurde die Ausgrabung von Willi Wegewitz fortgeführt. Diese beiden ersten Untersuchungen fanden im Südteil des Gräberfeldes statt und brachten 115 Gräber zutage. Durch den Ausbruch des Krieges und der Einberufung Wegewitzs konnten weitere planmäßige Ausgrabungen erst 1956 wieder aufgenommen werden. In der Zwischenzeit hatten Laien aus einem, durch Sandabgrabung teilweise zerstörten Hügel, in der Nähe der bereits untersuchten Fläche, weitere Urnen geborgen. 1956 begann die Ausgrabung des Mittelteils des Gräberfeldes, in dem sich das gut ausgestattete Grab 1507 befand. Fünf Jahre später erfolgten weitere Untersuchungen in zwei großen Schnitten. Mit Schnitt A wurde der Nordteil des Gräberfeldes erfasst und Schnitt B füllte die Lücke zwischen den untersuchten Flächen von 1938/9 und 1956.
Am 2. August 1961 wurden die Grabungen abgeschlossen und das 982 Gräber und 6 Gruben umfassende Gebiet war vollständig untersucht, dass vom Beginn des 1. Jahrhunderts v.Chr. bis ins 3. Jahrhundert n. Chr. zu datieren ist8. Wenige Wochen zuvor, am 15.06.1961 wurde vom Gräberfeld Putensen 1A ausgehend ein 40 m langer und 1 m breiter Suchgraben in Richtung SW-NO angelegt. Ein bei Geländebegehungen in diesem Gebiet angetroffener großer Stein wurde als mögliche Markierung für ein Grab angesehen und sollte nun überprüft werden. Eine quadratische Steinlage von 2 m Durchmesser wurde entdeckt, unter der sich drei Leichenbrandlager befanden. 9 Im weiteren Verlauf des Suchgrabens kamen weitere Gräber zutage. Nachdem die Untersuchungen auf dem Gräberfeld Putensen 1A abgeschlossen waren, wurde am 3. August 1961 mit der Untersuchung des neuen Gräberfeldes begonnen. Zunächst wurde die Fläche südlich vom Suchschnitt untersucht. Im Sommer 1962 zeigte ein Aussetzen der Steinbedeckung den Abschluss des Gräberfeldes auf der Südseite an, so dass nun im Bereich nördlich des Suchschnitts von 1961 gegraben wurde.10 1963 führten weitere Grabungen im Bereich der südlich vom Gräberfeld liegenden Grabhügel zur Aufdeckung weiterer Bestattungen und eines weiteren Gräberfeldareals, auf dem Bestattungen der Seedorf-Stufe vorherrschten. Im gleichen Jahr wurden die Untersuchungen mit Grab Nummer 742 abgeschlossen, das Gräberfeld indes war nicht vollständig ergraben worden. Das Material beider Friedhöfe wurde 1972 und 1973 von Wegewitz monographisch innerhalb der Reihe „Die Urnenfriedhöfe in Niedersachsen“ publiziert. 1999 erschien eine Neubearbeitung des Materials zum Gräberfeld Putensen 1A von Ch. Eger in der Reihe „Internationale Archäologie“.
2.1 Das Urnengräberfeld Putensen 1B
[...]
1 Wegewitz, Brandgräberfeld 168.
2 Ebd. 30; Eger, Luhetal 3.
3 Wegewitz, Urnenfriedhof 13.
4 Ebd. 4.
5 Eger, Luhetal 196.
6 Wegewitz, Brandgräberfeld 33-35, 44, 50, 52; Eger, Luhetal 3.
7 Ebd. 41-43.
8 Wegewitz, Archäologie 268
9 Ders, Brandgräberfeld 4.
10 Ders, Urnenfriedhof 13.
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