Autor: Claudia Rittig
Fach: Psychologie - Lernpsychologie, Intelligenzforschung
Details
Institution/Hochschule: Universität Rostock (Pädagogische Psychologie)
Jahr: 1999
Seiten: 10
Note: 2
Sprache: Deutsch
Dateigröße: 189 KB
ISBN (E-Book): 978-3-638-30758-1
Textauszug (computergeneriert)
Die negative Verstärkung
von: Claudia Rittig
Inhalt
1. Begriffsklärung 3
2. Formen der negativen Verstärkung 4
2.1. Fluchtlernen 4
2.2. Vermeidungslernen 4
3. Zum Phänomen der erlernten Hilflosigkeit 5
4. Arten des Meidens 5
4.1. Aktives Meiden 5
4.2. Passives Meiden 5
5. Zwang 6
6. Angst, Aggression und Ingratiation 6
7. Vergleich der negativen und positiven Verstärkung anhand von Beispielen 7
7.1. Gemeinsamkeiten 7
7.2. Unterschiede 8
8. Weitere Beispiele 8
Literaturverzeichnis 10
1. BegriffskIärung
Die negative Verstärkung, von manchen Autoren auch negative Bekräftigung genannt, ist eine Art des instrumentellen Lernens. Sie stellt einen Prozeß zur Erhöhung der Auftretenswahrscheinlichkeit oder Intensivierung eines operanten Verhaltens dar. ,Operant′ bedeutet hier, daß ein bestimmtes Verhalten spontan gezeigt wird. Der Entzug eines negativen Verstärkers oder einer aversiven Konsequenz führt dazu, daß eine Verhaltensweise häufiger auftritt. Aversiv kann all das sein, worauf ein Individuum mit Abwehr- oder Verteidigungsverhalten reagiert, z. B. Schmerzen, Kälte, Drohungen, Warnungen, Nörgelei oder auch Schimpfen.
Die Verstärkung sollte auf keinen Fall mit der Bestrafung verwechselt werden. Sie hat Gebotscharakter, d.h. ein Verhalten muß gezeigt werden. Strafen oder Strafandrohung führen nur zu einer Schwächung oder Unterdrückung eines Verhaltens. Strafen sind repressive Maßnahmen und zielen vorrangig auf ein Unterlassen eines "Fehlverhaltens"; sie haben Verbotscharakter.
An einem Beispiel kann die negative Verstärkung folgendermaßen verdeutlicht werden: Bsp.: Ein Mensch, der einmal bei einem heftigen Gewitter sehr naß geworden ist, wird daraus lernen, daß er sich immer bei solchen Vorkommnissen in′s Trockene retten muß, um der unangenehmen Nässe zu entgehen. Die Nässe ist hier der negative Verstärker bzw. die aversive Konsequenz, die zum Aufbau des Verhaltens, nämlich zum Flüchten in′s Trockene, führt.
Schema:
-av
IV ⇒ K
2. Formen der negativen Verstärkung
2.1. Fluchtlernen (Flucht- oder Abschaltverhalten)
Dieses liegt vor, wenn bei der direkten Konfrontation mit dem aversiven Ereignis Maßnahmen ergriffen werden, um diesem zu entkommen. Daraus resultiert das Verschwinden dieses aversiven Ereignisses. Bsp.: Das Weinen kleiner Kinder ist nicht nur für junge Eltern oft belastend und führt dazu, daß den Kindern zur Ruhigstellung Süßigkeiten dargeboten werden, um so das aversive Ereignis (Weinen) verschwinden zu lassen. Beim Fluchtlernen aber besteht die Gefahr der Generalisierung hinüber in andere Lebensbereiche, so daß z.B. Kindern auch in anderen Streßsituationen Süßigkeiten dargeboten werden, um sie zu beruhigen.
2.2 Vermeidungslernen (Ausweich- oder Vorbeugungsverhalten
Beim Vermeidungslernen ist es möglich, rechtzeitig Vorsorge zu treffen, um die negative Konsequenz vorbeugend zu vermeiden. Dies kann aber nur durch das Erscheinen von Signal- oder Hinweisreizen geschehen. Das bedeutet also, daß die aversive Konsequenz gar nicht erst auftritt, diese Verhaltensweise wirklichen Schutz bieten kann und sich aus diesem Grunde sehr stabil ausbildet. Bsp.: Ein Gewitter kommt zwar oft sehr schnell, aber nicht ohne Vorzeichen. Das heißt, daß z. B. eine dunkle Wolke für einen gewitterscheuen Menschen ein eindeutiger Hinweisreiz ist, sich in Sicherheit zu bringen und so die Nasse zu vermeiden. Diese Verhaltensweise prägt sich sehr stark aus und er wird auch in Zukunft in dieser Art verfahren.
3. Zum Phänomen der erlernten Hilflosigkeit (learned helplessness)
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