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Die drei Verständnisweisen der Erklärung (Logos) in Platons Theaitetos (206c-210d)

Scholary Paper (Seminar), 2000, 15 Pages
Author: M.A. Jens-Philipp Gründler
Subject: Philosophy - Philosophy of the Ancient World

Details

Category: Scholary Paper (Seminar)
Year: 2000
Pages: 15
Grade: gut -
Language: German
Archive No.: V2932
ISBN (E-book): 978-3-638-11761-6

File size: 161 KB


Excerpt (computer-generated)

 

Die drei Verständnisweisen der Erklärung (Logos) in Platons "Theaitetos" (206c- 210d)


Inhaltsverzeichnis

I) Einleitung

II) Hauptteil
II.1) Kurze Zusammenfassung des Inhalts von Teil 206c-210d des "Theaitetos"
II.2) Die Erklärung (Logos) als vollständige analytische Beschreibung (206c-208b)
II.3) Der Logos als Angabe des unterscheidenden Merkmals (208b-210d)

III) Schluss

1) Einleitung
Im Folgenden werde ich eine Untersuchung von Platons Dialog "Theaitetos" vornehmen. Besonderes Augenmerk ist bei diesem Vorhaben auf das Ende des Dialoges zu richten, nämlich auf den Abschnitt 206c - 210 d. Der "Theaitetos" ist zu den Meisterwerken der Weltliteratur zu rechnen. Platon verfasste ihn im reifen Mannesalter, vor seiner zweiten sizilischen Reise, die er im Jahre 367 unternahm. Um seine philosophischen Staatsideale realisiert zu sehen besuchte er Dionysios II., sah sich aber lediglich der Enttäuschung ausgesetzt. Der "Theaitetos" folgte auf Platons wohl düstersten und rätselhaftesten Dialog, den "Parmenides". Ersterer gilt als letztes Werk vor den Alterswerken, die mit dem "Sophistes" beginnen, in welchem Platon die erkenntnistheoretische Problematik, in der "Politeia" aufgenommen, im "Theaitetos" aporetisch endend, zu einem adäquaten Ende führt.

Im Mittelpunkt des Dialogs "Theaitetos" steht die Frage nach Möglichkeit und Wesen von Erkenntnis. Innerhalb dessen handelt Platon u. a. von der extremen Flusstheorie des Heraklit (panta rei) und vom Homo-Mensura-Satz des Protagoras. Den Rahmen bildet der Bericht von einem Gespräch, das Sokrates einmal aufgrund der Empfehlung des Mathematikers Theodoros mit dessen Schüler Theaitetos geführt haben soll. In dem Dialog "Theaitetos" setzt sich Platon mit dem Begriff des "Logos" im Sinne des dialogischen Denkens auseinander. Platon behandelt innerhalb seiner Fragestellung nach dem Wesen des Wissens auch das Denken. Das Wissen ist für Platon nicht auf die Wahrnehmung zu reduzieren. Dennoch ist die Wahrnehmung für das Wissen unverzichtbar. Das Denken ist für Platon kein Vermögen der Seele, sondern der ihr eigentümliche Vollzug, so dass die Seele selbst durch sich selbst einiges erforscht.

Der Abschnitt 206c- 210d folgt auf Sokrates´ Widerlegung der Theorie des Antisthenes, dass es von den einfachen Elementen gar keine begriffliche Deutung (Logos) gebe. Sokrates erklärt, dass "Logos" in drei Bedeutungen verstanden werden kann. Zunächst gibt Sokrates die reine Bedeutung des Wortes wieder und reduziert "Logos" auf das Aussprechen der Gedanken. Zweitens definiert Sokrates "Logos" als ein Aufzählen aller Elemente eines Gegenstandes. Sowohl der erste, als auch der zweite Erklärungsversuch scheitert. Die letzte Definition vor dem aporetischen Ende ist durch die Angabe des unterscheidenden Merkmals gekennzeichnet. Alle drei Definitionen scheitern, dieser Tatsache ist im Verlauf dieser Arbeit auf den Grund zu gehen.

II) Hauptteil

II.1) Kurze Zusammenfassung des Inhalts von Teil 206c-210d des "Theaitetos"

Im Teil 206c-210d seines Dialoges "Theaitetos" lässt Platon Sokrates und dessen begabtesten Schüler Theaitetos die Frage erörtern, was Logos ist. Ausgangspunkt der Diskussion ist die Feststellung, dass "die zu der richtigen Vorstellung hinzukommende Erklärung (d. h. der Logos) die vollkommenste Erkenntnis ist." Sokrates findet im Fortlauf des Gespräches drei Verständnisformen für den Logos.

[...]


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