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Examination Thesis, 2004, 61 Pages
Author: Andrea Jürgensen
Subject: Pedagogy - The Teacher
Details
Tags: Gütekriterien, Arbeitsmitteln, Einsatz, Stationslernens, Theoretische, Bestimmung, Versuch
Year: 2004
Pages: 61
Grade: 2,7
Language: German
ISBN (E-book): 978-3-638-30869-4
ISBN (Book): 978-3-638-70297-3
File size: 375 KB
aus datenschutzrechtlichen Gründen ohne Fotos
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Abstract
1. Einleitung – Aufbau der Arbeit Lehrkräfte benutzen jeden Schultag in ihrem Unterricht unterschiedliche Arbeitsmittel, um ihren Schülern die aktuelle Thematik möglichst verständlich und anschaulich nahe zu bringen. Die Vielfältigkeit der Arbeitsmittel reicht von Arbeitsbögen über Lernspiele bis hin zum Internet und zu Experimenten etc., an denen das eigenständige Handeln der Kinder im Mittelpunkt steht. Hierbei muss allerdings darauf geachtet werden, ob das jeweilige Material auch als Arbeitsmittel einsetzbar ist, da es an bestimmte Anforderungen und Gütekriterien gebunden ist. Das Arbeitsmittel sollte methodisch und vor allem didaktisch aufbereitet sein. In meiner Examensarbeit werde ich der Frage nachgehen, welche Materialien als Arbeitsmittel am besten geeignet sind und wie sie im Unterricht anzuwenden sind. Weiterhin werde ich mich mit der Frage beschäftigen, wie es mit der praktischen Umsetzung der Theorie der Arbeitsmittel steht und wo hier Probleme auftreten können. Um dieses Ziel erreichen zu können, werde ich im ersten Teil meiner Arbeit die Arbeitsmittel theoretisch bestimmen. Um einen ausreichenden Einblick zu gewinnen, werde ich die Arbeitsmittel von verschiedenen Seiten her betrachten. Ich werde bei der historischen Entwicklung beginnen. Nachdem ich die Arbeitsmittel im Unterricht betrachtet habe, werde ich zu den Gütekriterien übergehen. Hierzu haben verschiedene Pädagogen Kriterien entwickelt, die ich dort vorstellen und später zur Überprüfung mit einbeziehen werde. Am Anschluss hieran werde ich vier verschiedene Arbeitsmittel (Arbeitsbogen, Experimentierkasten, Internet und Lernspiele) vorstellen, die ich auf ihre Gütekriterien hin untersuchen werde. Im zweiten Teil meiner Arbeit werde ich dann näher auf die Unterrichtsform des Stationslernens eingehen. Ich habe mich für diese Unterrichtsform entschieden, da ich der Meinung bin, dass ich mit Hilfe des Stationslernens die Arbeitsmittel im empirischen Teil am besten beobachten kann. Da ich hierbei als Lehrperson eine „Beobachterrolle“ einnehmen werde, habe ich genügend Zeit, die Kinder beim Umgang mit den vier verschiedenen Arbeitsmitteln genauer zu betrachten. Bei der Betrachtung des Stationslernens werde ich zunächst wieder auf die historischen Aspekte und die Herkunft dieser Unterrichtsform eingehen.
Excerpt (computer-generated)
Schriftliche Hausarbeit
zur Ersten Staatsprüfung für die Laufbahn
der Grund- und HauptschullehrerInnen
in Schleswig-Holstein
„Gütekriterien von Arbeitsmitteln
beim Einsatz des Stationslernens.
Theoretische Bestimmung und Versuch
einer empirischen Überprüfung“
dem Prüfungsamt vorgelegt von
Andrea Jürgensen
2004
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung – Aufbau der Arbeit S. 3
2. Theoretische Aspekte der Arbeitsmittel S. 5
2.1 Pädagogik der Arbeitsmittel S. 5
2.1.1 Entwicklung der Arbeitsmittel S. 5
2.1.2 Arbeitsmittel im Schulunterricht S. 7
2.1.3 Entwicklung der Selbstständigkeit S. 8
2.1.4 Anschaulichkeit durch Arbeitsmittel S. 10
2.1.5 Selbstkontrolle durch Arbeitsmittel S. 11
2.2 Bestimmung von Gütekriterien S. 12
2.2.1 Gütekriterien von Arbeitsmitteln S. 12
2.2.2 Arbeitsmittel nach Petersen S. 15
2.2.3 Arbeitsmittel nach Montessori S. 17
2.2.4 Arbeitsmittel nach Dale S. 18
2.3 Vorstellung verschiedener Arbeitsmittel S. 19
2.3.1 Arbeitsbogen S. 19
2.3.2 Experimentierkasten S. 20
2.3.3 Internet S. 20
2.3.4 Lernspiele S. 21
2.3.5.1 Brettspiel S. 22
2.3.5.2 Memory, Quartett S. 23
3. Arbeitsmittel beim Einsatz des Stationslernens S. 24
3.1 Ausgangssituation S. 24
3.1.1 Veränderte Kindheit S. 24
3.1.2 Unterricht in der Grundschule S. 25
3.1.3 Selbstbestimmtes Lernen nach Cèlestin Freinet S. 26
3.1.4 Offener Unterricht S. 27
3.1.5 Rolle der Lehrkraft S. 29
3.1.6 Arbeits- und Lerntempo S. 30
3.2 Historische Entwicklung des Stationslernens S. 31
3.2.1 Begriffsbestimmung S. 31
3.2.2 Grundidee der Arbeitsform S. 32
3.2.3 Phasen des Stationslernens S. 33
3.2.4 Laufzettel S. 34
3.3 Aspekte der Materialbeschaffenheit S. 35
3.3.1 Forderungen nach Krebs S. 35
3.3.2 Individuelle Zugänge S. 36
3.3.3 Brunersche Repräsentationsebene S. 37
3.3.4 Berücksichtigung der Differenzierung S. 38
3.3.5 Bereitstellung von Arbeitsanweisungen S. 39
3.3.6 Verwendung unterschiedlicher Materialien S. 40
4. Theoretische Zwischenbilanz zum Einsatz von Arbeitsmitteln beim Stationslernen S. 41
5. Empirische Überprüfung in einer vierten Grundschulklasse S. 43
5.1 Allgemeine Angaben S. 43
5.1.1 Didaktische Begründung der Themenauswahl S. 43
5.1.2 Methodische Vorgehensweise S. 44
5.1.3 Pädagogische Situation der Lerngruppe S. 44
5.2 Vorstellung der eingesetzten Arbeitsmittel S. 45
5.2.1 Arbeitsbogen, Arbeitsheft S. 45
5.2.2 Experiment zu „Tag und Nacht“ S. 46
5.2.3 Internet S. 46
5.2.4 Büchertisch S. 47
5.2.5 Lernspiele S. 47
5.3 Das Lernen an Stationen zum Thema “Sonne und Planeten “ S. 48
5.3.1 Der Einstieg (1. Stunde) S. 48
5.3.2 Der Rundgang (2. Stunde) S. 49
5.3.3 Stationsarbeit (2.-5. Stunde) S. 50
5.3.4 Abschlussstunde (6. Stunde) S. 52
6. Empirische Zwischenbilanz S. 53
6.1 Ergebnisse der eingesetzten Arbeitsmittel S. 53
6.2 Kritische Betrachtung des Stationslernens S. 55
7. Schlussbetrachtung und Ausblick S. 56
8. Literaturverzeichnis S. I-VI
9. Anhang
1. Einleitung – Aufbau der Arbeit
Lehrkräfte benutzen jeden Schultag in ihrem Unterricht unterschiedliche Arbeitsmittel, um ihren Schülern die aktuelle Thematik möglichst verständlich und anschaulich nahe zu bringen. Die Vielfältigkeit der Arbeitsmittel reicht von Arbeitsbögen über Lernspiele bis hin zum Internet und zu Experimenten etc., an denen das eigenständige Handeln der Kinder im Mittelpunkt steht.
Hierbei muss allerdings darauf geachtet werden, ob das jeweilige Material auch als Arbeitsmittel einsetzbar ist, da es an bestimmte Anforderungen und Gütekriterien gebunden ist. Das Arbeitsmittel sollte methodisch und vor allem didaktisch aufbereitet sein. In meiner Examensarbeit werde ich der Frage nachgehen, welche Materialien als Arbeitsmittel am besten geeignet sind und wie sie im Unterricht anzuwenden sind. Weiterhin werde ich mich mit der Frage beschäftigen, wie es mit der praktischen Umsetzung der Theorie der Arbeitsmittel steht und wo hier Probleme auftreten können.
Um dieses Ziel erreichen zu können, werde ich im ersten Teil meiner Arbeit die Arbeitsmittel theoretisch bestimmen. Um einen ausreichenden Einblick zu gewinnen, werde ich die Arbeitsmittel von verschiedenen Seiten her betrachten. Ich werde bei der historischen Entwicklung beginnen. Nachdem ich die Arbeitsmittel im Unterricht betrachtet habe, werde ich zu den Gütekriterien übergehen. Hierzu haben verschiedene Pädagogen Kriterien entwickelt, die ich dort vorstellen und später zur Überprüfung mit einbeziehen werde. Am Anschluss hieran werde ich vier verschiedene Arbeitsmittel (Arbeitsbogen, Experimentierkasten, Internet und Lernspiele) vorstellen, die ich auf ihre Gütekriterien hin untersuchen werde.
Im zweiten Teil meiner Arbeit werde ich dann näher auf die Unterrichtsform des Stationslernens eingehen. Ich habe mich für diese Unterrichtsform entschieden, da ich der Meinung bin, dass ich mit Hilfe des Stationslernens die Arbeitsmittel im empirischen Teil am besten beobachten kann. Da ich hierbei als Lehrperson eine „Beobachterrolle“ einnehmen werde, habe ich genügend Zeit, die Kinder beim Umgang mit den vier verschiedenen Arbeitsmitteln genauer zu betrachten. Bei der Betrachtung des Stationslernens werde ich zunächst wieder auf die historischen Aspekte und die Herkunft dieser Unterrichtsform eingehen.
Hiernach gehe ich auf die Materialbeschaffenheit der Arbeitsmittel über. In diesem Punkt werde ich dann näher auf die didaktische und methodische Beschaffenheit der Arbeitsmittel eingehen.
Nach diesen beiden theoretischen Abschnitten meiner Arbeit werde ich eine theoretische Zwischenbilanz ziehen, um einen Überblick für die Empirie herzustellen und die Gütekriterien zusammenfassend neu definieren.
Hiernach folgt schließlich der praktische Teil meiner Arbeit, in dem ich die theoretischen Aspekte der Arbeitsmittel und des Stationslernens in einer vierten Grundschulklasse empirisch überprüfen werde.
Nachdem ich im Anschluss hieran eine empirische Zwischenbilanz ziehe, in der ich die Ergebnisse der eingesetzten Arbeitsmittel und die Unterrichtsform des Stationslernens erläutern werde, folgt zum Abschluss meiner Arbeit die Schlussbetrachtung. Hier werde ich die Theorie der Arbeitsmittel mit der empirischen Überprüfung vergleichen. Sind die theoretischen Anforderungen an die Arbeitsmittel in der Praxis überhaupt umsetzbar? Wo bestehen die Probleme in der Theorie? Was bedeutet die empirische Umsetzung der Arbeitsmittel für die Lehrkraft? Zusätzlich wird hier ein Ausblick über die Zukunft und die Problematik der Arbeitsmittel und ihre Gütekriterien stattfinden.
Aus Gründen des Textflusses werde ich in dieser Arbeit darauf verzichten, sowohl die männliche als auch die weibliche Sprachform zu verwenden. Es sind jedoch immer beide Geschlechter gemeint.
2. Theoretische Aspekte der Arbeitsmittel
2.1 Pädagogik der Arbeitsmittel
2.1.1 Entwicklung der Arbeitsmittel
Wirft man einen Blick auf die geschichtliche Herkunft und Entwicklung der Arbeitsmittel, so muss man den Begriff der „Arbeitsmittel“ auf Unterrichtshilfen erweitern. In den Zeiten vor der Reformpädagogik wird man keine Unterrichtsmittel finden, „die als Arbeitsmittel bezeichnet werden können.“ Bei den geschichtlichen Unterrichtshilfen handelt es sich lediglich um Materialien, „die uns an einige Formen von Arbeitsmitteln erinnern.“1
Schon im 16. Jahrhundert waren in den Schulen „Mittel der Stillbeschäftigung“ vorhanden, durch die das Schreibenlernen erleichtert werden sollte. Zu nennen wären hier z.B. ´Vorschrift` und ´Rechenspan`, mit denen die Schüler im Unterricht arbeiten konnten. Als Vorteil dieser Arbeitsmittel wurde bereits die zunehmende Unabhängigkeit von der Lehrperson angesehen. Für den Mathematik- bzw. Rechenunterricht gab es ab dem 19. Jahrhundert ´Aufgabenkarten` und ´Rechenzettel`. Diese Mittel lösten den ´Rechenspan` ab, da dieser keine individuelle Selbsttätigkeit der Kinder förderte.2
[...]
1 Holstein, Hermann (1968), S. 26
2 ebd., S. 27 f.
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