Please wait
Please install the Adobe Flash Player if no e-book is displayed.
Scholarly Paper (Advanced Seminar), 2003, 16 Pages
Author: Renate Enderlin
Subject: Communications: Ethics in the Media
Details
Institution/College: University of Vienna (Kath. Theol. Fakultät)
Tags: Internet, Medium
Year: 2003
Pages: 16
Grade: 1
Language: German
ISBN (E-book): 978-3-638-30977-6
ISBN (Book): 978-3-638-76078-2
File size: 170 KB
Zunächst wird das Phänomene der modernen Medien dargestellt, die grundsätzliche mediale Verfasstheit des Menschen und die Vermitteltheit jeglicher Form von Wahrnehmung und Kommunikation erläutert. Dabei erfährt sich der Mensch nicht nur als bloßes Gegenüber einer medialen Welt, sondern ist selbst Teil dieses medialen Netzes, das sich aus den Primärmedien Sprache und Bild, aber eben auch aus den technischen Medien bildet. Anschließend wird der Frage nach Sinn und Sinnstiftung nachgegangen.
Other users also were interested in the following titles:
Abstract
Die Autorin beginnt die Arbeit mit einer Vorbemerkung, in der sie die notwendige Einschränkung der vorgegebenen Thematik auf den Bereich „Sinnstiftung im Inter-net?“ begründet. In den folgenden Teilen 1 bis 3 stellt sie zunächst die Phänomene der modernen Me-dien dar, erläutert dann die grundsätzliche mediale Verfasstheit des Menschen (der ein „homo medialis“ ist) und die Vermitteltheit jeglicher Form von Wahrnehmung und Kommunikation. Dabei erfährt sich der Mensch nicht nur als bloßes Gegenüber einer medialen Welt, sondern ist selbst Teil dieses medialen Netzes, das sich aus den Pri-märmedien Sprache und Bild, aber eben auch aus den technischen Medien bildet. Im ausführlichen vierten Teil geht die Autorin der Frage nach „Sinn“ und „Sinnstif-tung“ nach. Hier begibt sie sich auf den dornigen Weg der Definition dieser Begriffe, den sie jedoch souverän und anspruchsvoll meistert. Die mehrfachen Bedeutungs-ebenen werden erläutert (z.B. „Sinn“ als identitätsstiftende Übereinkunft des Men-schen mit sich selbst u. seiner Welt, letztlich mit Gott, aber auch als Ziel, auf das hin ich mein Leben in einer bewussten Entscheidung ausrichte) und gut auseinander gehalten. Hierbei widersteht die Autorin der Versuchung nach einfachen bzw. verein-fachenden Antworten (etwa eine zu rasche Gleichsetzung der Frage nach dem Sinn des Lebens mit der Gottesfrage). As hilfreich erweist sich ferner die Unterscheidung von „Sinn“ und „Teilsinn“. Neben den begrenzten Möglichkeiten, in denen das Medium Internet als sinnstiften-des bzw. besser teilsinn-vermittelndes Medium interpretiert werden kann, erwähnt die Autorin mögliche Quellen von Sinnverlust: Illusionsstörung im Text bzw. Informa-tionsflut. Schließlich zieht die Autorin den Schluss, dass Sinnstiftung letztlich immer als Eigen-leistung der Person, also als Beantwortung der (eigenen) Existenzfrage: Wozu bin ich? – Wozu sind wir? zu verstehen ist: „Sinn findet jeder nur für sich (allerdings nicht aus Egoismus, sondern) durch und am Anderen und auch für den Anderen“.
Excerpt (computer-generated)
Das Internet als sinnstiftendes Medium
von: Renate Enderlin
0. Vorbemerkung 3
1. Das Dilemma der modernen Medien 3
2. Medialität des Menschen 5
3. Prägungen zum Sein 7
4. Sinnstiftung oder Sinnvermittlung oder Sinn(zer)störung 10
4.1 Was heißt „stiften“? 10
4.2 Was verbirgt sich hinter „Sinn“? 11
4.3 Sinnverlust durch Illusionsstörung im Text 13
4.4 Sinnverlust durch Info-Flut 14
5. Verwendete Literatur 16
7.1 Primärliteratur: 16
7.2 Sekundärliteratur: 16
0. Vorbemerkung
Meine Ausgangsfrage war eigentlich, warum es Sinn macht Medien auf ihren ethischen Gehalt zu prüfen und damit zur Grundlegung einer Internetethik beizutragen. Mein Antwortversuch lautet in etwa: Medien, so auch das Internet, müssten ethisch beleuchtet werden, weil sie Sinn stiftende Instanzen seien und (von der Ethik zu untersuchendes) Handeln überhaupt nur dort möglich ist, wo der Mensch noch nicht unter Wirklichkeitsverlust leidet. Da aber moderne Medien zunehmend undurchschaubarer würden, sei ein Mangel an Handlungskompetenz zu befürchten, weil Realitäts- und damit Handlungsverlust folgen, wo der Mensch, ohne Virtualität noch als solche wahrzunehmen, in einer unverstandenen, ungeordneten Scheinwelt lebt. Da aber alle Wirklichkeit (also Welterfahrung) vermittelte ist – durch Sprache, Symbole und andere Medien – stehen wir vor die Frage, inwiefern sich zwischen real vermittelte und virtuell vermittelte Welt differenzieren lässt und folglich von uns unterschiedliche Herausforderungen an Anthropologie und Ethik gestellt werden müssen. Meine Arbeit kann dieser Aufgabe unmöglich gerecht werden. Die Auseinandersetzung mit den Grundlagen einer Thematik (in diesem Fall Internetethik) führt schnell zu einer Explosion an Fragen und zu Überforderung der Antwortsuchenden. Daher habe ich mich nun doch auf die Frage beschränkt, inwiefern sich vom Internet als Sinn stiftende Instanzen sprechen lässt.
1. Das Dilemma der modernen Medien
Die Selbstbeschreibung der Medien betont immer wieder ihre Instrumentalität, Ökonomie und Effizienz. Es entsteht der Eindruck, dass Medien moralische Helfer sind, um die mühselig erworbene, fragile Menschenvernunft zum neuen Glück aufzurüsten. Zugleich aber gilt der Diskurs, Medien würden das Chaos schaffen, dessen Behebung sie versprechen. Das Internet zum Beispiel sprudelt unablässig Informationen und hinterlässt doch Unwissende. Diese Ambivalenz der Medien ist nicht bloß durch die Erziehung des Menschen zum besseren Umgang mit den Medien aufzulösen. Die an ein Massenmedium (wie Fernsehen oder Internet) von außen herangetragenen pädagogischen und politischen Funktionsprofile scheitern nur zu oft. Auch in digital erweiterten Medienzusammenhängen, vor allem auch im Internet, scheinen Forderungen nach Ethik oder Aufklärung schwer einklagbar, denn im Umbruch der Massenmedien von Sender-Empfänger-Komplexen mit einer Vielzahl von mehr oder weniger autonomen Nutzern gibt es kein inhaltliches Apriori. Nacheilende Programmkonzeptionen sind so wertvoll wie Parteiprogramme: Sie können befolgt oder verlassen werden, garantiert ist nur, dass keine Garantie besteht. „Für manche gilt, wenn ich gesehen werde, bin ich – videor ergo sum. Die anderen reduzieren ihren Lebenssinn darauf, bewegte Bilder in sich aufzunehmen und sich durch Fernsehen, Internet oder Video unterhalten zu lassen. Sie folgen dem Sinnmuster: Video ergo sum. Gegenüber beiden Formen der medialen Sinnproduktion muss man sagen: Es ist für die Medien unmöglich, Sinn zu stiften. Sie leisten Großes, wenn sie solche Sinnstiftung darstellen oder zu ihr hinführen. Aber Sinnstiftung hat es mit dem Unverfügbaren zu tun, mit dem Transzendenzbezug menschlichen Lebens, mit der Gottesfrage. Der Sinn menschlichen Lebens hängt daran, dass der Mensch im Vorhandenen und Verfügbaren nicht aufgeht. Er ist ein Beziehungswesen, das auf die Beziehung zu anderen Menschen wie zu Gott angewiesen ist, um auch zu sich selbst in eine Beziehung treten und so mit seinem Leben einen Sinn verbinden zu können.“1
Worin aber glauben wir, Sinn zu finden? Darin unsere Welt zu verstehen? Darin, den anderen oder sich selber verstehen und ethisches Handeln zu lernen? Medien könnten helfen bei dieser Verständnis- (=Sinn)Suche, aber diesen Sinn stiften, Sinn finden, müsste der Mensch – auf sich allein gestellt. Oder sehen wir Sinn für unser Leben ausschließlich in Nutzen, Bedeutung, Zusammenhänge und in der Befriedigung unserer Bedürfnissen? Dann könnte sich wohl auch das Internet erlauben, sinnstiftend genannt zu werden, denn es befriedigt Bedürfnisse, (bei Wareneinkauf, Spiele, Kontakt zu Freunden), hat durchaus einen hohen Nutzen für Wirtschaft, Werbung, Kommunikation, enthält Bedeutung durch Sprach- und Symbolstrukturen und ermöglicht auch die Konstruktion und Einsicht in neue Zusammenhänge. Doch in unserer Mediengesellschaft besteht generell die Tendenz, Medien zu überschätzen. Diese Überschätzung nährt sich natürlich vor allem aus dem großen Anteil an Lebenszeit, die Menschen für Mediennutzung zur Verfügung stellen, und aus der Tatsache, dass Medien ein sehr dynamisches Wachstumssegment der Wirtschaft darstellen. Auch die Erwartung, dass Medien Sinn schaffen, dem Leben Struktur und Halt geben, an die Stelle von Glauben und Religion treten, beruht gleichwohl auf einer heil-losen Überschätzung der Medien. Solche Heilserwartungen aber bestimmen manchmal sowohl diejenigen, die in die Medien kommen, als auch diejenigen, die sie nutzen. Es heißt, Massenmedien übernehmen heute Funktionen, die früher der Mythos und die Religionen hatten: Sinnstiftung durch Werte- und Normenvermittlung, Orientierung und Reduktion von Komplexität.
Meine Arbeit versucht diesem Anspruch der medialen Sinnstiftung nachzuspüren. Können Medien – kann das Internet – Sinn stiften? Unter welchen Umständen und in welcher Form lässt sich dieser Anspruch rechtfertigen? Inwiefern stellt er lediglich eine hoffnungslose Überforderung der Medien dar? Der Versuch einer Antwort wird nicht umhinkommen, zu fragen: Was heißt Sinn, was meint, stiften? Was sind anthropologische Grundlagen einer Internetethik? Welche Erwartungen stellen wir an Medien und können diese erfüllt werden? Darf Medienethik reduziert werden auf ein journalistisches Berufsethos oder soll Medienethik auch die Medialität des Menschen in den Blick nehmen.
2. Medialität des Menschen
[...]
1 Huber, Medien und Moral, http://www.ekd.de/vortraege/154_vortraege_huber_011107.html.
Comments
No comments yet
Other users also were interested in the following titles:
Mit dem Medium Internet auf dem Weg zu mehr politischer Partizipation und Demokratie?
Author: Catrin KnußmannPolitics - Miscellaneous, 2005 Download as PDF-file for 7,99 EUR
Formatvorlage / Vorlage für eine Diplomarbeit - Formatvorlage / Vorlage für eine Hausarbeit für Microsoft Word
Author: GRIN VerlagPresentations, Models, Tutorials, Instructions, 2005 Download as PDF-file for 6,99 EUR
Formatvorlage / Vorlage für eine Diplomarbeit - Formatvorlage / Vorlage für eine Hausarbeit für OpenOffice.org
Author: GRIN VerlagPresentations, Models, Tutorials, Instructions, 2005 Download as PDF-file for 9,99 EUR
Formatvorlage zur Erstellung einer Diplomarbeit / Vorlage zur Erstellung einer Hausarbeit
Author: Marco FeindlerPresentations, Models, Tutorials, Instructions, 2005 Download as PDF-file for 6,99 EUR
Formatvorlage / Vorlage für eine Diplomarbeit / Hausarbeit
Author: GRIN VerlagPresentations, Models, Tutorials, Instructions, 2008 Download as PDF-file for 6,99 EUR
Anleitung zum Erstellen schriftlicher Arbeiten: Der Aufbau einer wissenschaftlichen Arbeit
Author: Zoran ZivkovicPresentations, Models, Tutorials, Instructions, 2004 Download as PDF-file for 5,99 EUR
Erstellen einer schriftlichen Hausarbeit
Author: Claudia NickelPresentations, Models, Tutorials, Instructions, 2006 Download as PDF-file for 4,99 EUR
Grundtechniken wissenschaftlichen Arbeitens
Author: Maik PhilippPresentations, Models, Tutorials, Instructions, 2004 Download as PDF-file for 5,99 EUR
Ratgeber zur Erstellung wissenschaftlicher Arbeiten. Diplomarbeiten - Hausarbeiten - Seminararbeiten
Author: Mark RichterPresentations, Models, Tutorials, Instructions, 2008
This text can be quoted and accessed from this url: